Zyklusstabilität unter oralen Kontrazeptiva (OC) sei der entscheidende Faktor für die Compliance der Patientin – insbesondere in Zeiten zunehmender „Hormonphobie“, so Prof. Thomas Römer, Köln, anlässlich einer Meet-the-Expert-Session beim FOKO im März in Düsseldorf.
„Es gibt jetzt eine Kombinationspille mit Retardsystem im 24/4-Einnahmeschema“, erklärte er zum ersten OC mit verzögerter Wirkstofffreisetzung in Deutschland (Kelzy®). Die Retardtablette sei ein neues, sehr interessantes Konzept, so Römer. Sie wurde entwickelt, um systemische hormonelle Schwankungen zu reduzieren.1 Das Präparat kombiniert niedrig dosiertes Ethinylestradiol (EE, 0,02 mg) mit Dienogest (DNG, 2 mg). „Beide Wirkstoffe werden verzögert freigesetzt“, erläuterte der Gynäkologe, „und dadurch erhält man eine höhere Zyklusstabilität.“ Studien belegen Vorteile hinsichtlich ungeplanter Blutungen. Die Daten zeigen, dass diese unter der Retardtablette bereits ab Zyklus 3 deutlich seltener auftreten und auf niedrigem Niveau bleiben. Zudem war in jedem Zyklus von 2 bis 9 der Anteil der Frauen mit ungeplanten Blutungen in der Kelzy®-Gruppe signifikant geringer als in der Kontrollgruppe.2 „Das sind eindrucksvolle Zahlen“, betonte Römer. Als Vergleichspräparat diente eine Pille mit 3 mg Drospirenon und 0,02 mg Ethinylestradiol – ein Präparat mit bereits gutem Blutungsprofil. Auch die Abbruchrate wegen Blutungsstörungen unter der Retardpille sei sehr niedrig – ein wesentlicher Vorteil.2
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