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Oberflächliche Venenthrombose: Risiko gefährlicher Komplikationen wird oft unterschätzt

Die Oberflächliche Venenthrombose (OVT) kommt häufig vor, wird aber oft unterschätzt. Sie birgt eine hohe Komplikationsrate und kann bei bestimmten Risikogruppen mit erheblichen Schmerzen assoziiert sein. Schmerzreduktion und Erhalt der Lebensqualität sind daher wichtige Aspekte der Therapie, so das Ergebnis einer aktuellen Post-hoc-Analyse der INSIGHTS-SVT-Beobachtungsstudie.


20.11.2025
Viatris (a Mylan Company)
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Bei einer OVT handelt es sich um eine Erkrankung der superfiziellen Venen, die mit Thrombosierung und einer daraus folgenden Entzündung der betroffenen Venenabschnitte verbunden ist. Dies geht einher mit brennenden Schmerzen und einer Schwellung in der betroffenen Hautregion. An der Stelle zeigen sich Rötung und Überwärmung und es ist ein derber subkutaner Strang zu tasten. Die Ausdehnung des Thrombus ist mit klinischen Methoden oft nicht zuverlässig zu bestimmen. Daher sollte durch eine duplexsonographische Untersuchung ausgeschlossen werden, dass das tiefe Venensystem mitbetroffen ist.1 Denn bei bis zu 25 % der Patienten ist bei Erstdiagnose bereits eine Beteiligung des tiefen Venensystems und bei 4 – 5 % eine Lungenembolie nachweisbar. Daher ist eine rechtzeitige Diagnose und effektive Therapie bei einer OVT erforderlich.2

Bei Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose (TVT) oder wenn eine TVT nicht ausgeschlossen werden kann, sollte bis zur endgültigen fachärztlichen Diagnostik eine Interims-Antikoagulation stattfinden.1 Für die Therapie der isolierten OVT ist Fondaparinux (Arixtra®) das einzige zugelassene Antikoagulans.3 Indiziert ist es bei einer OVT von mehr als 5 cm Länge und mit einem Abstand von > 3 cm zur Einmündung ins tiefe Venensystem. Die aktuelle Leitlinie empfiehlt die Anwendung von einmal täglich Fondaparinux 2,5 mg über 45 Tage.1 Bei einer zu kurzen Therapiedauer steigt das Risiko eines Rezidivs.4

Arixtra® ist im Praxisalltag überlegen

Ergebnisse aus dem Praxisalltag zeigen, dass eine leitlinienorientierte Therapie Vorteile für Patienten bringt. Dies hatte die INSIGHTS-SVT-Beobachtungsstudie zur OVT-Behandlung4 erforscht, deren Ergebnisse Prof. Rupert Bauersachs, Frankfurt/Main, auf dem 15. Frankfurter Gerinnungssymposium im August vorstellte. In die Studie wurden 1.159 Patienten (mittl. Alter 60,2 Jahre, 64,9 % Frauen) eingeschlossen, die sich aufgrund einer akuten isolierten OVT in den teilnehmenden Praxen und Kliniken in Deutschland vorgestellt hatten. Der Behandlungsoutcome wurden nach drei Monaten dokumentiert und ein Jahr nachverfolgt. Als Antikoagulanzien erhielten die Probanden Fondaparinux, niedermolekulares Heparin (NMH) sowie andere bzw. keine Präparate. Laut Bauersachs seien in der NMH-Gruppe die meisten Ereignisse (venöse Thromboembolie, Tod, Hospitalisierung) aufgetreten (22,4 %) im Gegensatz zur Fondaparinux-Gruppe mit der niedrigsten Ereignisrate (10,4 %) (Ergebnisse nach 12 Monaten).5 „Patienten, die mit NMH behandelt wurden, hatten das größte Risiko für schwere Blutungen“, ergänzte er.5

Symptome bei DiagnoseLangzeitbeschwerden (bis 12 Monate)Fondaparinux vs. NMHEmpfehlungenpersonalisierte Versorgung
  • mäßige Schmerzen (häufig)
  • Beeinträchtigung der QoL
  • Frauen (höhere Schmerzempfindlichkeit)
    bei Adipositas
  • bei früherer venöser Thromboembolie
  • signifikant weniger Schmerzen an der Injektionsstelle
  • höhere Wirksamkeit
  • signifikant weniger Blutungen
  • Identifikation von Hochrisikogruppen
  • geschlechtssensitive Therapiestrategie
  • intensivere Nachsorge
  • Berücksichtigung individueller Risikoprofile
  • verlängertes Follow-up
  • Auswahl des Antikoagulans nach Patientenbedürfnissen
Tab. 1: Ergebnisse der Post-hoc-Analyse zu Schmerz und Lebensqualität (QoL) der INSIGHTS-SVT-Studie [3] (mod. n. Bauersachs R., 15. Frankfurter Gerinnungssymposium)

Weniger injektionsbedingte Schmerzen

In einer aktuellen Post-hoc-Analyse6 der INSIGHTS-SVT-Studie zu Schmerz und Lebensqualität bei OVT habe sich gezeigt, so Bauersachs, dass insbesondere Frauen (höhere Schmerzempfindlichkeit), Patienten mit Adipositas oder früherer venöser Thromboembolie unter Langzeitbeschwerden litten. Bei der Medikation sei Fondaparinux mit signifikant weniger injektionsbedingten Schmerzen als NMH assoziiert gewesen. Als Fazit aus der Studie empfahl Bauersachs die Identifikation von Hochrisikogruppen, eine geschlechtssensitive Behandlungsstrategie sowie die Berücksichtigung individueller Risikoprofile (s. Tab. 1).

kb



1 S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und Lungenembolie. AWMF-Reg.-Nr. 065-002.

2 Beyer-Westendorf J. Hematology Am Soc Hematol Educ Program 2017;2017(1):223-30.

3 Decousus H et al. N Engl J Med 2010;363(13):1222-32.

4 Bauersachs et a. Eur J Vasc Endovasc Surg 2021;62:241-249.

5 Rabe et a. Eur J Vasc Endovasc Surg 2023;66(5):697-704.

6 Bauersachs R et al. Vasa. 2025 Sep;54(S114):1-45.

Arixtra 1,5 mg/0,3 ml Injektionslösung, Fertigspritze; Arixtra 2,5 mg/0,5 ml Injektionslösung, Fertigspritze; Zusammens.: Wirkst.: 1,5 mg/0,3 ml: 1 Fertigspritze enth. 1,5 mg Fondaparinux-Natrium. 2,5 mg/0,5 ml: 1 Fertigspritze enth. 2,5 mg Fondaparinux-Natrium. Sonst. Bestandt. m. bek. Wirkung: Enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis und ist daher nahezu natriumfrei. Sonst Bestandt.: Natriumchlorid, Wasser f. Injektionszw., Salzsäure, Natriumhydroxid. Anw.: Zur Prophylaxe v. venös-thromboembolischen Ereign. (VTE) - b. Erwachsenen, d. sich größeren orthopäd. Eingriffen an d. unt. Extremitäten unterziehen müssen (z. B. Hüftfrakturen od. Gelenkersatz); - b. Erwachs. m. abdominalen Eingriffen u. voraussichtl. hohem Risiko f. VTE (z.B. abdomin. Krebs-OP); - b. erwachs. internist. Pat. m. erhöhtem Risiko f. VTE u. Immobilisation wg. e. akuten Erkr. (z.B. Herzinsuff., ak. Atemwegserkr., u./od. ak. infekt. od. entzündl. Erkrankung). Therapie akuter, symptomat. spontaner oberflächl. Venenthrombosen d. unt. Extremitäten oh. begleitende Venenthrombose b. Erwachsenen. 2,5 mg/0,5 ml zusätzl.: Behandl. d. instab. Angina pectoris od. v. IA/NSTEMI b. Erwachsenen, bei denen dringender (< 120 min.) invasiver Eingriff (PCI) nicht angezeigt ist. Behandl. d. STEMI b. Erwachsenen, d. m. Thrombolytika behandelt werden od. d. inital keine and. Reperfusionstherapie erhalten. Gegenanz.: Nicht anwenden b. Überempfindlichk. gegen d. Wirkstoff od. e. d. sonst. Bestandt.; aktive klinisch relevante Blutungen; akute bakterielle Endokarditis; schwere Nierenfkt.-stör. (Kreatinin-Clearance < 20 ml/min). Nebenw.: Häufig: Anämie, postoperative Blutungen, utero-vaginale Blutungen, Hämoptyse, Hämaturie, Hämatome, Zahnfleischblutungen, Purpura, Epistaxis, gastrointest. Blutungen, Hämarthrose, okuläre Blutungen, Blutergüsse. Gelegentl.: Thrombozytopenie, Thrombozythämie, anomale Thrombozyten, Gerinnungsstör., Kopfschmerz, Dyspnoe, Übelkeit, Erbrechen, anomale Leberfkt.tests, erh. Leberenzyme, erythematöser Hautausschlag, Pruritus, Ödeme, periph. Ödeme, Schmerzen, Fieber, Brustschmerzen, Wundsekretion. Selten: Postoperative Wundinfekt., retroperitoneale Blutungen, Leberblutungen, intrakranielle/intrazerebrale Blutungen, allerg. Rkt. (inkl. sehr selt. Berichte über Angioödeme, anaphylaktoide/anaphylaktische Rkt.), Hypokaliämie, Blutharnstoff erhöht (NPN erhöht), Angst, Verwirrung, Schwindelgefühl, Somnolenz, Vertigo, Hypotonie, Husten, Bauchschmerzen, Dyspepsie, Gastritis, Verstopfung, Diarrhö, Hyperbilirubinämie, Rkt. an der Inj.stelle, Beinschmerzen, Ermüdung, Erröten, Synkope, Hitzewallungen, Genitalödeme. Warnhinweis.: Der Nadelschutz der Spritze enthält Latex. Kann schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Weitere Hinweise siehe Fachinformation. Verschreibungspflichtig; Stand: Februar 2024; Viatris Healthcare Limited, Damastown Industrial Park, Mulhuddart, Dublin 15, DUBLIN, Irland; Örtlicher Vertreter: Viatris Healthcare GmbH, Lütticher Str. 5, 53842 Troisdorf

Quelle: Lunchsymposium „Neue Insights zur parenteralen Antikoagulation“ anlässl. des 15. Frankfurter Gerinnungsymposiums am 23.8.2025. Veranstalter: Mylan Germany GmbH (a Viatris Company)

Mit freundlicher Unterstützung der Mylan Germany GmbH (a Viatris Company)
9100002513