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Meditricks

Sehen, merken, meistern

Zwei Freiburger Mediziner haben mit ihrem Projekt „Meditricks” ein Konzept entwickelt, das – nicht nur angehenden – Ärzten dabei helfen soll, anhand von Merkbildern komplexe Sachverhalte besser zu verstehen und zu behalten.


27.04.2018
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Gerade die Medizin beinhaltet eine enorme Fülle an Begriffen und Fakten. Ziel von Paul von Poellnitz und Michael Seifert war es daher den Inhalten ein emotionales Gesicht zu geben. Paul von Poellnitz gibt dazu ein Beispiel: „Wenn ich an die Legionellen als Bakterium denke, drängt sich mir das Bild eines Legionärs auf. Das wäre im Merkbild die zentrale Assoziation. Drum herum bauen wir die medizinischen Zusammenhänge auf, und langsam spinnt sich eine Geschichte. Es entwickeln sich dann Charaktere, die sich in anderen Merkbildern wiederfinden lassen, wie zum Beispiel die Ente für die Enzephalitis.“ 

Dazu ergänzt Seifert: „Gerade das Verrückte merkt man sich gut. Wenn man mit seinen Kommilitonen redet, erkennt man, mit welchen abstrusen Eselsbrücken sie teilweise arbeiten“.



Meditricks

Meditricks kreiert seit 2013 visuelle Eselsbrücken für Mediziner. Die Merkbilder zu verschiedenen Themen wie z.B. Infektiologie, Pädiatrie, Pharmakologie, Neurologie oder Innere Medizin können auf der Meditricks-Internetseite abgerufen werden. Ebenfalls sind Merkfilme verfügbar, die die Bilder Stück für Stück erklären und mit einer kurzen Geschichte verknüpfen.

Um die gesamten Inhalte abrufen zu können, ist eine Anmeldung erforderlich und es muss gegen eine geringe Gebühr eine Meditricks 6-Monats-Lizenz erworben werden.

Neuer didaktischer Ansatz

Mit ihrem Projekt verfolgen die Mediziner einen neuen didaktischen Ansatz. Das Lernen mit Merkbildern unterscheide sich laut der Mediziner von „herkömmlichen” Lernen durch den Unterhaltungsfaktor. Wenn man mit Spaß lernt, bleibt das Wissen viel nachhaltiger hängen, und man kann die Informationen auch schneller wieder abrufen. Zudem assoziieren die Merkbilder neue Fakten mit bekannten Symbolen. 

Wissen wird besser im Gedächtnis verankert. „Ich denke an ein bestimmtes Bild, und auf einmal kommen die ganzen Fakten wieder“, so von Poellnitz. In der Lernpsychologie wird diese Bündelung von Fakten „Chunking“ genannt.