Studien zeigen Wirksamkeit der verkürzten CyberKnife-Therapie bei Prostatakrebs
Die HYPOSTAT-Studienreihe des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) erforscht die CyberKnife-Radiochirurgie, eine besonders schonende, hochpräzise Bestrahlungsmethode für Prostatakrebs. Ziel ist es, die Behandlungsdauer weiter zu verkürzen ohne Einbußen bei Sicherheit und Wirksamkeit.
Bei etwa jedem zehnten Mann über 50 Jahren wird in Deutschland ein Prostatakarzinom diagnostiziert. Damit ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Neben der Operation gilt die Strahlentherapie als gleichwertige Behandlungsoption im frühen Krankheitsstadium. In der Regel umfasst die externe Bestrahlung mittels Linearbeschleuniger eine Therapiezeit von vier bis acht Wochen mit fünf Sitzungen pro Woche.
Radiochirurgie als Therapiealternative bei Prostatakrebs in Leitlinie
Seit 2025 ist die sogenannte Radiochirurgie, eine hochpräzise Bestrahlung der Prostata in nur fünf bis sieben Sitzungen, als Therapiealternative in der deutschen S3-Leitlinie Prostatakarzinom verankert. Grundlage für diese Anerkennung sind die Ergebnisse der britischen PACE-Studien: PACE-A vergleicht die Radiochirurgie mit der Operation, PACE-B mit konventionellen Bestrahlungstechniken.1-3
Keine Nebenwirkungen bei CyberKnife-Radiochirurgie von Prostatakrebs an Harnröhre, Blase oder Enddarm
Die einzigen bisher abgeschlossenen Studien in Deutschland zur Radiochirurgie bei Prostatakrebs sind die HYPOSTAT-I- und HYPOSTAT-II-Studien, geleitet von Kliniken in Kiel und München.4 Beide untersuchten die Bestrahlung der Prostata mittels CyberKnife, einem robotergestützten System mit KI-gestütztem Bewegungsausgleich, bei dem die Behandlung auf fünf Sitzungen innerhalb von ein bis zwei Wochen reduziert wurde.
In HYPOSTAT-I wurden 85 Männer behandelt – bei keinem traten nach einem Jahr therapiebedürftige Nebenwirkungen im Bereich Harnröhre, Blase oder Enddarm auf. Die HYPOSTAT-II-Studie mit 464 Teilnehmenden schloss ihre Rekrutierung Ende 2023 ab. Die bisherigen Verträglichkeitsdaten waren vergleichbar mit denen der PACE-Studien, die nach den aktuellen S3-Leitlinien den neuen Standard für die radiochirurgische Behandlung von Prostatatumoren darstellen. Die finale Auswertung ist für Ende 2025 geplant.
HYPOSTAT-Studien I bis III: Bestrahlung der Prostata mittels CyberKnife
HYPOSTAT I: 85 Probanden, 5 Sitzungen in 1–2 Wo.: Bei keinem traten nach einem Jahr therapiebedürftige Nebenwirkungen im Bereich Harnröhre, Blase oder Enddarm auf.
HYPOSTAT II: 464 Probanden, 5 Sitzungen in 1–2 Wo.: Verträglichkeitsdaten vergleichbar mit PACE-Studien, die nach den aktuellen S3-Leitlinien den neuen Standard für die radiochirurgische Behandlung von Prostatatumoren darstellen. Finale Auswertung für Ende 2025 geplant.
HYPOSTAT III: Planung175 Probanden mit lokal begrenztem, histologisch gesichertem Prostata-Ca (Gleason Score ≤ 7, PSA < 20 ng/ml, IPSS ≤ 12), nur 3 Sitzungen in 1 Wo., Start November 2025
Hohe Patientenzufriedenheit bei CyberKnife-Radiochirurgie von Prostatakrebs
„Wir haben lange auf diese Ergebnisse gewartet und können berichten, dass unsere Patienten sehr zufrieden waren. Wir freuen uns, dass diese Therapieform nun auch in Deutschland erfolgreich etabliert werden konnte“, sagt Prof. Jürgen Dunst, Studienleiter der HYPOSTAT-I/II-Studien. Die neue HYPOSTAT-III-Studie startet im November 2025 an Kliniken in Kiel, München, Frankfurt und Erfurt. Geplant ist die Behandlung von insgesamt 175 Betroffenen mit lokal begrenztem, histologisch gesichertem Prostatakarzinom (Gleason Score ≤ 7, PSA < 20 ng/ml, IPSS ≤ 12). Nach Markierung der Prostata mit Goldmarkern und Bildgebung per CT/MRT erfolgt die Therapie in nur drei Sitzungen innerhalb einer Woche.
„Unsere Studienhypothese lautet: Die CyberKnife-Radiochirurgie mit drei Sitzungen verursacht ebenso wenige Nebenwirkungen wie die bisherige Fünf-Sitzungen-Therapie – bei deutlich verkürzter Gesamtbehandlungsdauer.“ PD Dr. David Krug & PD Dr.Olver Blanck
Weiterführung der HYPOSTAT-Studien
„Unsere Studienhypothese lautet: Die CyberKnife-Radiochirurgie mit drei Sitzungen verursacht ebenso wenige Nebenwirkungen wie die bisherige Fünf-Sitzungen-Therapie – bei deutlich verkürzter Gesamtbehandlungsdauer“, erklären PD Dr. David Krug, Studienleiter der HYPOSTAT-III-Studie, und PD Dr. Oliver Blanck, Studienkoordinator. Die Genehmigung durch das Bundesamt für Strahlenschutz und die führende Ethikkommission in Kiel liegt bereits vor, sodass eine nahezu nahtlose Weiterführung der klinischen Studien zur CyberKnife-Radiochirurgie bei Prostatatumoren in Deutschland gewährleistet ist.
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