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Suchtmedizin

Substanzbezogene Störungen bei Frauen in mittlerem und höherem Lebensalter

Alkoholbezogene Störungen sowie abhängiger Sedativa-, Hypnotika- und Opioid-Gebrauch sind bei Frauen im mittleren und höheren Lebensalter häufiger als sie erkannt und behandelt werden. Da gerade auch ältere Frauen in Folge eines schädlichen Konsums rasch körperliche Folgeerkrankungen mit oft schweren Symptomen entwickeln, kommt frühzeitigem Erkennen und Intervenieren eine hohe Bedeutung zu.


24.08.2025
D. Geyer
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Einleitung und Epidemiologie

Bei Frauen im mittleren und höheren Lebensalter werden substanzbezogene Störungen im Vergleich zu anderen Populationsgruppen öfter übersehen. Hinzu kommt dass sie seltener Hilfe in Anspruch nehmen (1). Neben der ausbleibenden Diagnostik werden sie auch seltener auf ihren Konsum angesprochen als Männer (2) und sie erleben höhere Barrieren, eine ausgeprägtere Stigmatisierung und sie weisen höhere Schuld- und Schamgefühle auf (3). Die am häufigsten in schädigender oder abhängiger Weise konsumierten Substanzen sind Alkohol, Sedativa und Hypnotika, besonders Benzodiazepine, Non-Benzodiazepine (Z-Substanzen) und Opioidanalgetika. Cannabiskonsum dürfte zukünftig an Bedeutung zunehmen.



Alkohol

Über alle Altersgruppen hinweg konsumieren Frauen seltener und weniger Alkohol als Männer. Neueren epidemiologischen Studien, vorwiegend aus den USA, ist allerdings zu entnehmen, dass dieser Unterschied in den letzten zwei Jahrzehnten kontinuierlich geringer wird (4). Dies liegt zum Einen daran, dass jüngere Männer, von einem deutlich höheren Niveau ausgehend, ihren Alkoholkonsum stärker reduziert haben als jüngere Frauen, zum Anderen an einer Zunahme des Alkoholkonsums bei Frauen etwa ab dem 30. Lebensjahr, der sich bis ins höhere Alter fortsetzt (5).

Gemäß der Studie „Gesundheit in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts 2019/2020 konsumieren 13,1% der Frauen im Alter zwischen 55 und 64 Jahren und 10,2% der 65 Jahre oder älteren Frauen Alkohol in riskanter Weise (6). Eine weit verbreitete Fehlannahme schreibt Rauschtrinken ganz überwiegend Jugendlichen zu. Dabei ist es in älteren Alterskohorten durchaus häufig. Siehe hierzu Tab. 1.

Ältere Frauen, die an körperlichen Erkrankungen leiden, reduzieren ihren Alkoholkonsum nicht in gleichem Umfang wie Männer (7) und gefährden sich dadurch gesundheitlich in besonderem Maße.

                                    Frauen 55-64 J                  Frauen >65 J                  Männer 55-64 J                  Männer >65 J                  
Nie58,1%70,5%40,0%51,7%
< 1/Monat20,8%13,8%21,2%19,9%
Jeden Monat19,4%14,2&31,3%23,6%
Mind. jede Woche1,7%1,5%7,5%4,8%
Tab.1 Häufigkeit des Rauschtrinkens (6 Gläser oder mehr eines alkoholischen Getränks am Tag, GEDA 2019/2020) (6)

Benzodiazepine und Z-Substanzen

Durch Benzodiazepine und sog. Z-Substanzen verursachte Störungen sind bei Frauen deutlich häufiger anzutreffen als bei Männern, wobei die Verordnungen mit zunehmendem Alter steigen (8). Schätzungen gehen von 1,2 bis 1,5 Millionen Personen mit einer Benzodiazepinabhängigkeit in Deutschland aus (9). Exakte epidemiologische Daten liegen allerdings nicht vor (10). Indirekt kann von der Anzahl der Langzeitverordnungen auf das Ausmaß der Problematik geschlossen werden. 2015 lag der Anteil gesetzlich Versicherter mit Langzeitverordnungen für Benzodiazepine bei 0,38% der Gesamtbevölkerung, für Z-Substanzen 0,16%. In der Altersgruppe der über 75-Jährigen waren es bei den Benzodiazepinen 1,42% und den Z-Substanzen 0,60% (11). Zu bedenken ist allerdings, dass vor allem Benzodiazepine häufig auf Privatrezept verordnet werden (12). Als Prädiktoren für den Langzeitgebrauch erweisen sich höheres Alter, weibliches Geschlecht sowie chronische und psychische Erkrankungen (13). Ein hoher Anteil der Verordnungen erfolgt an den zugelassenen Indikationen vorbei als Off-Label-Verordnung (13).

Opioide

Die Verordnung von Opioidanalgetika nimmt seit Jahren zu. Auch sie werden bei Älteren insgesamt und bei Frauen öfter verordnet (11). Sie sollten zur Vermeidung von Abhängigkeitsentwicklungen nur über einen kurzen Zeitraum und bei nicht tumorbedingten Schmerzen, vor allem bei somatoformen Schmerzstörungen, vermieden werden (14). Wie viele Personen in Deutschland von einer Abhängigkeit von Opioidanalgetika betroffen sind, ist ebenfalls nicht genau bekannt. Die Zahlen liegen deutlich niedriger als in den USA. Schätzungen gehen von etwa 600.000 Personen aus (9). Die 1-Jahres Prävalenz einer Gebrauchsstörung durch Opioidanalgetika wird für 2018 mit 1,9% angegeben (15). Häufig werden zusätzlich zu den Opioiden weitere Substanzen wie Benzodiazepine, Z-Substanzen, Cannabinoide und Alkohol konsumiert (9). In den letzten Jahren ist ein Zunahme des Gebrauchs von Cannabis bei älteren Personen zu verzeichnen. Genaue Daten liegen nicht vor. Eine Ursache ist in den dem Cannabis zugeschriebenen medizinischen Wirkungen zu sehen, deren Evidenzüberprüfung nicht immer überzeugen können (16).

Geschlechtsspezifische Aspekte substanzbezogener Störungen

Frauen und Männer unterscheiden sich:

  • im subjektiven Erleben der Substanzwirkung
  • in der Verstoffwechselung und Toxizität der Substanzen
  • im Ansprechverhalten verschiedener Hirnregionen auf die Substanzen
  • im Zusammenspiel endokrinologischer Faktoren und Substanzkonsum
  • und bei der Bedeutung psychischer Komorbidität sowie in Hinsicht auf soziale Unterstützung.

Das Wissen um solche Unterschiede trägt zum Verständnis weiblicher Sucht­verläufe bei und erleichtert die Entwicklung und Implementierung zielgerichteter Interventionen. Für die Gruppe der mittelalten und älteren Frauen müssen zusätzlich die Auswirkungen der Menopause und besondere Aspekte in der Entwicklung und Aufrechterhaltung des Substanzkonsums älterer Personen berücksichtigt werden. In den folgenden Absätzen sollen zunächst die bekannten Unterschiede zwischen Frauen und Männern referiert werden.

Pharmakologie und Toxikologie

Frauen sind vulnerabler gegenüber durch Alkohol verursachten toxischen Effekten (17). Die identisch aufgenommene Menge führt aufgrund des in der Regel geringeren Gewichts, des geringeren Wasser- und höheren Köperfettanteils und der geringeren Menge an Alkohol-Dehydrogenase im Magen im Vergleich zu Männern zu höheren Blutalkoholspiegeln. Die Unterschiede in der gastrischen Alkoholdehydrogenase zwischen den Geschlechtern sind ab dem Alter von 50 Jahren allerdings nicht mehr nachweisbar (17). Lebererkrankungen bis hin zur Zirrhose und Kardiomyopathien treten bei Frauen im Krankheitsverlauf früher auf als bei Männern. Hoher Alkoholkonsum stellt einen wesentlichen Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs dar (18).

Neurobiologie

Hoher Alkoholkonsum führt bei männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu einer Abnahme des kortikalen Volumens, überraschender Weise aber nicht bei weiblichen Jugendlichen und jungen Frauen (19). Im Erwachsenenalter hingegen weisen Frauen als Folge hohen Alkoholkonsums ausgeprägtere Hirnatrophiezeichen auf als Männer (20). Als Reaktion auf Stress zeigen Frauen eine ausgeprägtere Veränderung in der ­Amygdala, dem Zentrum für die affektive emotionale Stressregulation. Ihr Stresserleben ist mit einer ausgeprägteren Assoziation mit erhöhtem Alkoholgebrauch als dies bei Männern zu beobachten ist, verbunden (21).

Endokrinologie

Ein Zusammenhang der Geschlechtshormone mit der Bereitschaft, Alkohol in höheren Mengen zu trinken, konnte belegt werden. Erhöhte Östradiol und verminderte Progesteron-Spiegel sind mit chronischem Alkoholkonsum beider Geschlechter verbunden (22). Erhöhte Testosteronspiegel korrelieren allerdings deutlicher bei Frauen als bei Männern mit dem Trinken höherer Mengen an Alkohol (22).

Der Einfluss der Menopause

Epidemiologische Studien zeigen, dass Frauen zwischen 45 und 55 Jahren keine gesteigerte Manifestationsrate psychischer Störungen aufweisen. Einzelne Autoren schreiben allerdings dem von vielen Frauen beschriebenen erhöhten Stresserleben und Stimmungsschwankungen eine mögliche Triggerfunktion für die Entstehung von substanzbezogenen Störungen zu (23). Die exakte Bestimmung der verschiedenen Hormonspiegel während der Peri- und bis zur Postmenopause zeigt höchst individuelle und nicht vorhersagbare Änderungen in der Ausschüttung von Östrogenen, Gestagenen und Testosteron. Hoher Alkoholkonsum kann spezifische Veränderungen an den Östrogenrezeptoren auslösen und damit deren Funktion beeinträchtigen, was mit einem Risiko für das Auftreten von Osteoporose und sexueller Dysfunktion verbunden ist (24).

In der „Study of Women Across the Nation (SWAN) wurden 3.302 Frauen, beim Eintritt in die Studie zwischen 42 und 52 Jahre alt, über 10 Jahre hinweg jährlich untersucht (25). Frauen, die zu einem exzessiven Trinkverhalten neigten, tendierten über alle Phasen der Menopause hinweg zu einem moderateren Trinkverhalten. Andererseits aber tendierten Frauen mit bisherigem moderaten Konsum in der frühen Phase der Menopause zur Intensivierung ihres Trinkverhaltens.

In der klinischen Praxis sollten der individuelle Verlauf und die subjektive Wahrnehmung der von den Frauen erlebten Veränderungen und Belastungen berücksichtigt werden. Die Frauen sollten unterstützt werden, bei der Zunahme psychischer Belastungsreaktionen geeignetere Bewältigungsstrategien anzuwenden als zu Alkohol oder Sedativa bzw. Hypnotika oder Cannabis zu greifen.

Subjektiv empfundene Substanz­wirkung und psychosoziale Aspekte

Die Zeitspanne zwischen dem ersten Alkoholkontakt und der Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit ist bei Frauen kürzer als bei Männern (26), ein Phänomen das auch als „Teleskopeffekt“ bezeichnet wird. Spätgebärende und Frauen ohne Kinder trinken mehr als Frauen mit frühen oder mehreren Geburten (27).

Frauen setzen Alkohol und sedierende Medikamente häufiger als Männer ein, um negative Gefühle zu unterdrücken. Insgesamt ist die Assoziation zwischen Stress, negativen Gefühlen und psychischen Störungen und erhöhtem Alkoholkonsum bei Frauen ausgeprägter als bei Männern (28). Insbesondere Angst- und affektive Störungen weisen einen deutlicheren Zusammenhang mit weiblichem Suchtmittelkonsum auf, zudem treten sie bei Frauen häufiger auf (29). Besonders häufig sind substanzbezogene Störungen mit posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) assoziiert. Frauen mit PTBS weisen statistisch häufiger einen erhöhten Substanzkonsum auf als Männer, die unter PTBS leiden. Familiäre Isolation und mangelnde emotionale Unterstützung ist bei Frauen ein häufigerer Konsumgrund als bei Männern (22). Hinzu kommt, dass Frauen subjektiv geringere soziale Unterstützung erleben und von ihren Partnern auch oft weniger Unterstützung erfahren als Männer von ihren Partnerinnen (24).

Frauen werden Benzodiazepine und Z-Substanzen ca. doppelt so häufig wie Männern verordnet (30). Diese Unterschiede sind nicht ausreichend mit dem häufigeren Auftreten von Angst- oder Schlafstörungen zu erklären. Ein höheres Begehren nach medikamentöser Unterstützung seitens der Patientinnen und nicht ausreichend reflektierte Übertragungsphänome seitens der verordnenden Ärztinnen und Ärzte können vermutet werden.

Link zur PRISCUS-Liste

Priscus 2.0

Insbesondere mit zunehmendem Alter erhöhen Benzodiazepine das Sturzrisiko, mindern die Hirnleistungsfähigkeit und können eine Demenz imitieren (12). Entgegen den Empfehlungen zur Anwendung von Benzodiazepinen bei älteren Personen (siehe PRISCUS-Liste) werden noch immer häufig langwirksame und wegen ihres vorwiegenden Abbaus in der Leber bei Älteren deutlich länger als bei Jüngeren wirkende Substanzen verordnet, was eine unnötige Gefährdung der Patientinnen und Patienten darstellt.

Inanspruchnahme von Therapie

Hoher Substanzkonsum von Frauen ist gesellschaftlich stärker stigmatisiert als dies für Männer gilt. Das trifft insbesondere für ältere Frauen zu. Dies trägt zu ausgeprägteren Schuld- und Schamgefühlen bei und führt dazu, dass Frauen seltener und später als Männer fachliche Hilfe in Anspruch nehmen (1). Ihre Behandlungsergebnisse sind indes zumindest so gut wie die der Männer, insbesondere wenn in der Behandlung auf ihre spezifische Bedarfe angemessen eingegangen wird (3).

Substanzkonsum und Altern

Ältere Personen konsumieren weniger Alkohol als jüngere. Dennoch sind alkoholbezogene Störungen bis zum Alter von etwa 75 Jahren recht häufig und mit vielen gesundheitlichen Folgen assoziiert. Die Unterschiede in der Konsummenge und -häufigkeit zwischen den Geschlechtern verringern sich seit Jahren. Bemerkenswerter Weise steigt mit dem Bildungsgrad die Häufigkeit und Menge des Alkoholtrinkens, wobei dieser Unterschied bei Frauen und in höherem Alter deutlicher ausgeprägt ist (6).

Riskanter Alkoholkonsum in höherem Alter ist nicht hauptsächlich mit psychischen Störungen und psychosozialen Problemlagen assoziiert. Mehr getrunken wird in sozialen Milieus, in denen Alkoholkonsum sozusagen rituell anlässlich sozialer Interaktionen und zur Steigerung des subjektiven Wohlbefindens eingesetzt wird; ein Zusammenhang, der bei Frauen ausgeprägter ist als bei Männern (31).

Für Rauschtrinken allerdings lässt sich bei Frauen im Gegensatz zu Männern – Männer mit mittlerer und höherer Bildung zeigen häufiger rauschhaftes Trinken als solche mit geringer Bildung – kein Zusammenhang mit dem Bildungsgrad finden (31).

Alkoholbezogene Störungen, also schädlicher und abhängiger Gebrauch wiederum sind auch im Alter bei Frauen und Männern häufig mit weiteren psychischen Störungen assoziiert, wobei der Zusammenhang bei Frauen stärker ausgeprägt ist (29). Dabei hat sich der problematische Konsum zumeist bereits in jüngeren Jahren manifestiert. Neben affektiven, Angst- sowie posttraumatischen Belastungsstörungen nehmen auch Belastungsfaktoren des Alterns Einfluss auf die Entwicklung substanzbezogener Störungen, die sich unter diesen Belastungsfaktoren auch erstmalig manifestieren können. Zu nennen sind Tod und schwere Erkrankung von Partnerinnen und Partnern sowie eigene gesundheitliche Einschränkungen, vor allem chronische Schmerzerkrankungen. Ein besonders für Frauen im mittleren und höheren Lebensalter relevanter Risikofaktor für die Entwicklung einer Alkohol oder Medikamenten bezogenen Störung ist die emotional und körperlich belastende Pflege von Angehörigen, die überwiegend von ihnen geleistet wird. Für Männer ist ein deutlicherer Zusammenhang mit dem nicht gelingenden Übergang aus dem Berufsleben zu beschreiben. (Stichwort: „Vom Jemanden zum Niemand werden“). Auch Vereinsamung und soziale ­Isolation im Alter stellen Risikofaktoren für eine substanzbezogene Störungen dar (32).

Mit dem Altern verringert sich bei beiden Geschlechtern der Muskel- und Wasseranteil im Körper, der Fettanteil nimmt zu. Die Fähigkeit, Gifte und Medikamente abzubauen nimmt kontinuierlich ab. Dies liegt vor allem an einer Verminderung der Geschwindigkeit und Abbaumenge in der Leber. Ältere Personen weisen somit bei gleichen Trinkmengen wie Jüngere deutlich höhere Alkoholspiegel im Blut auf. Zugleich treten schneller als bei Jüngeren Hirnleistungsstörungen und körperliche Folgeschäden auf. Für Benzodiazepine ist zu beachten, dass langwirksame Sub­stanzen und solche, deren Abbau vorwiegend in der Leber stattfindet, für ältere Personen grundsätzlich nicht geeignet sind, da sie zu Überhangwirkungen, einer sog „Pseudodemenz“ und zu Ataxie führen können. Die Sturzgefahr und damit eine drohende Immobilisierung als ein wesentlicher Grund sinkender Lebensqualität im Alter ist deutlich erhöht.

Für den indizierten kurzen Einsatz von Benzodiazepinen bei älteren Personen werden kurz oder mittellang wirkende Substanzen empfohlen (s. PRISCUS-Liste), die in der Leber nur an Transporteiweiße gebunden und im Anschluss vorwiegend über die Nieren, deren Funktion nicht so schnell altert, ausgeschieden werden.

Älteren Frauen werden nahezu doppelt so häufig Benzodiazepine und Z-Substanzen verordnet wie älteren Männern (30). Erst im hochbetagten Alter und in Pflegeeinrichtungen gleichen sich die Verordnungszahlen an. Dort wird etwa ein Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner mit Benzodiazepinen (33) bzw. Z-Substanzen behandelt.

Mit dem Alter nehmen Schmerzerkrankungen unterschiedlicher Ätiologie zu, in deren Folge die betroffenen Personen zumeist mit Analgetika behandelt werden. Dies betrifft beide Geschlechter. Allerdings werden Frauen häufiger Opioide verordnet (11,34). Opioide erzeugen in kurzer Zeit eine körperliche Abhängigkeit. Sie können die kognitiven Funktionen beeinträchtigen und die Affekte verändern sowie deren Schwingungsbreite einengen. Vor der Verordnung von­ ­Opioidanalgetika sollte in jedem Fall abgeklärt werden, ob in der Vergangenheit eine Suchterkrankung vorlag (14). Die Einnahme von Opioiden bei ehemalig von psychotropen Substanzen Abhängigen erhöht die Gefahr des erneuten Gebrauchs dieser Substanzen (14).

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Wie oft haben Sie während der letzten zwölf Monate Alkohol getrunken?nieEinmal im Monat oder seltener2- bis 4-mal im Monat2- bis 3-mal pro Woche4-mal pro Woche oder öfter
Wenn Sie während der letzten zwölf Monate Alkohol getrunken haben, wie viele Gläser haben Sie dann üblicherweise an einem Tag getrunken? (Maßeinheit ist ein Drink/Glas Alkohol, d.h. ein Glas/Dose Bier (0,33l), ein Glas Wein/Sekt (0,125l) oder ein Glas Spirituosen (0,04l),)1-23-45-67-910 oder mehr
Wie oft haben Sie während der letzten zwölf Monate sechs oder mehr Gläser Alkohol bei einer Gelegenheit getrunken (z.B. beim Abendessen, auf einer Party)?nieSeltener als einmal im MonatJeden MonatJede WocheJeden Tag oder fast jeden Tag
Tab. 2 Screening-Instrument AUDIT C Empfohlener Cut-Off für Frauen: 4 Punkte
Bei Frauen deutet ein Wert von 4 oder mehr (Männer 5 oder mehr) auf eine alkoholbezogene Problematik hin und sollte Anlass für eine genauere Diagnostik sein. Für Frauen über 65 wird der kritische Wert mit 3 angegeben.

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