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Gynäkologie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Schmerztherapie, Medizin Gynäkologie Gynäkologie, TEST Katrin Breitenborn
FOKO 2025

Therapie von chronischen Beckenschmerzen bei Frauen

In Ihrem Vortrag auf dem FOKO im März 2025 in Düsseldorf beschrieb Prof. Miriam Deniz vom interdisziplinären Beckenbodenzentrum des Universitätsklinikums Ulm die Therapie von chronischen Beckenschmerzen bei Frauen, die viele Gynäkologinnen und Gynäkologen vor besondere Herausforderungen stellt. 


08.04.2025
K. Breitenborn
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Chronische Schmerzen im gynäkologischen Alltag können laut Deniz viele Ursachen haben und sich als Unterbauch-, Becken(boden)-, Blasen- oder Urethraschmerzen bemerkbar machen genauso wie als Mastodenie, Dyspareunie oder Vulvodynie. Sie wies darauf hin, dass die Behandlung der betroffenen Patientinnen nicht einfach sei und bei Ärztinnen und Ärzten zu Frustration, Ungeduld oder gar Ablehnung führen könne.     

Bis zu 24 % der Frauen sind laut Deniz von chronischen Beckenschmerzen (chronic pelvic pain) betroffen. Definiert seien diese durch intermittierende oder dauerhafte Schmerzen über mehr als sechs Monate, die den Alltag und die Lebensqualität einschränken würden. Als Risikofaktoren gelten nach der Expertin Drogen- und Alkoholmissbrauch, Fehlgeburten, Hypermenorrhoe, Z.n. Sectio, psychische Vor- und Begleiterkrankungen sowie Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch.

Patientinnen mit chronischen Beckenschmerzen wollen ernst genommen werden 

Deniz betonte, dass die Versorgung dieser Frauen im Gesundheitssystem unzureichend sei. „Frauen mit chronischen Beckenschmerzen wollen ernst genommen werden, Sicherheit und eine Erklärung für ihre Schmerzen“, sagte sie. Wichtig sei deshalb ein gelassener und empathischer Umgang mit ihnen. Die Untersuchung solle mit einer genauen gynäkologischen und Schmerzanamnese starten, bei der man als Behandelnder gut zuhören sollte, wo, wie und wann der Schmerz auftrete. Anschließend sei die bisherige Diagnostik zu erfragen, es sollten aber möglichst keine Untersuchungen wiederholt werden. Wichtig sei auch zu ermitteln, welche bisherigen Therapien geholfen hätten und welche nicht. 

Im Anschluss daran, so Deniz, sei eine einfühlsame Untersuchung erforderlich, die auf den Schmerz und seine exakte Lokalisation zentriert sei. Als Triggerpunkte bei der Palpation nannte die Expertin sakrospinales Ligament, M. pubococcygeus, M. puborectalis sowie Vulva und Vestibulum. Hinzu kämen eine dynamische Sonographie, Urinuntersuchung und Bestimmung der Laborwerte, insbesondere derjenigen für Infektionen.

Bio-psycho-soziales Modell des chronischen Beckenschmerzes

Der Patientin solle anschließend anhand des bio-psycho-sozialen Modells verbildlich werden, dass biologische, psychologische und soziale Faktoren bei Prädisposition, Auslösung und Chronifizierung des Schmerzes eine Rolle spielen würden (Abb. 1). Auch sollte ihr erklärt werden, dass chronische Schmerzen einerseits zu Verspannung und damit zu einer Zunahme der Schmerzen führen würden, andererseits auch zu Stress, der die Schmerzwahrnehmung im Gehirn erhöhe und damit wiederum chronischen Schmerzen verstärke. 

Am Ende des Gespräches, riet Deniz, solle der Behandelnde für die Patientin zusammenfassen, was bisher und aktuell untersucht wurde, was dabei auffällig bzw. unauffällig war und was noch untersucht werden müsste bzw. könnte. Anschließend sei mit der Patientin zu besprechen, welche Therapien möglich seien, um die unterschiedlichen Ebenen des Schmerzes zu behandeln (Tab. 1).

„Bei Ihnen als Fachärztin bzw. Facharzt laufen die Fäden als kompetente Ansprechpartner zusammen“, schlussfolgerte die Expertin am Ende ihres Vortages. Sie empfahl deshalb, die Patientinnen in ein diagnostisch–therapeutisch-interprofessionelles Netzwerk einzubinden. 

kb

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Schmerztherapie
Tab. 1: Wer oder was kann bei den unterschiedlichen Ebenen des Schmerzes helfen? (mod. nach (1))


Literatur
  1. Deniz M. Vortrag „Behandlung chronischer Schmerzen in der gynäkologischen Praxis“ am 13.03.2025. FOKO 2025, Düsseldorf.
  2. Daniels JP et al. Chronic pelvic pain in women. BMJ 2010;341. doi: https://doi.org/10.1136/bmj.c4834 

Quelle: Vortrag von Prof. Miriam Deniz, Ulm, „Behandlung chronischer Schmerzen in der gynäkologischen Praxis“ am 13.03.2025 anlässlich des Fortbildungskongresses (FOKO) des Berufsverbandes der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF) in Düsseldorf.

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