Omega-3-Fettsäuren bei Hypertriglyzeridämie
Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA stammen vor allem aus fettreichem Seefisch, alternativ aus Algenöl oder geprüften Präparaten. Pflanzliche Alpha-Linolensäure wird nur begrenzt in EPA und DHA umgewandelt.6
Bei Typ-2-Diabetes treten erhöhte Triglyzeride häufig zusammen mit niedrigem HDL-Cholesterin und kleinen dichten LDL-Partikeln auf. EPA und DHA können hier ansetzen: Sie senken die hepatische Triglyzeridbildung und die Freisetzung triglyceridreicher VLDL-Partikel.5 Studien zu MASLD zeigen zudem Hinweise auf günstige Effekte von Omega-3-Fettsäuren auf Leberfett und einzelne metabolische Parameter.7
Zwischen Basisversorgung und Therapie
Basisversorgung: Für gesunde Erwachsene empfiehlt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) 250 mg EPA plus DHA pro Tag.8
Triglyzeridsenkung: Für eine messbare Senkung erhöhter Triglyzeride wurden in Studien meist standardisierte EPA-/DHA-Dosierungen ab etwa 2 g täglich eingesetzt.9 Höhere Tagesdosen können im Einzelfall erforderlich sein; die EFSA stufte kombinierte EPA-/DHA-Zufuhrmengen bis 5 g pro Tag für Erwachsene als sicher ein.10
Kardiovaskulärer Zusatznutzen: Dieser ist vor allem für Icosapent-Ethyl belegt: In REDUCE-IT wurde Icosapent-Ethyl, also gereinigtes EPA, untersucht – 2 g zweimal täglich bei statinbehandelten Hochrisikopatienten mit erhöhten Triglyzeriden.11 Ergebnis: Schwere kardiovaskuläre Ereignisse traten seltener im Vergleich zu Placebo auf; auf Omega-3-Fettsäuren allgemein ließ sich das Ergebnis nicht übertragen.
Cholin für den Fetttransport aus der Leber
Cholin ist notwendig für die Bildung von Phosphatidylcholin, das den Einbau von Triglyzeriden in VLDL-Partikel und deren Sekretion aus der Leber unterstützt. Bei unzureichender Versorgung wird der Abtransport von Triglyzeriden aus der Leber erschwert.12 Epidemiologische Daten stützen diese Relevanz: Auswertungen der NHANES-Daten zeigen eine Assoziation zwischen höherer Cholinzufuhr und günstigeren Leberparametern, darunter geringere Hinweise auf Steatose und Fibrose sowie niedrigere Leberenzymwerte.13
Bei Typ-2-Diabetes, erhöhten Triglyzeriden oder Fettleber ist eine kurze Ernährungsanamnese sinnvoll – insbesondere bei veganer, sehr einseitiger oder länger stark kalorienreduzierter Kost. Gute Cholinquellen sind Eier, Fleisch, Leber, Fisch und Geflügel; auch Hülsenfrüchte und Kartoffeln tragen dazu bei.14 Die EFSA empfiehlt für Erwachsene eine Tagesdosis von 400 mg Cholin. Wird dieser Bedarf über die Ernährung dauerhaft nicht erreicht, kann eine gezielte Supplementierung sinnvoll sein.15
Fazit für die Praxis
Erhöhte Triglyzeride hängen bei Typ-2-Diabetes meist mit viszeraler Adipositas, Insulinresistenz und MASLD zusammen – und damit mit einem erhöhten kardiometabolischen Risiko. An dieser Stelle werden Biofaktoren interessant, die in diese Stoffwechselwege eingreifen: Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA können Triglyzeride senken, während Cholin für den hepatischen Fetttransport erforderlich ist.