Dabei treten elf Warnsignale für Demenz (siehe Abb.) immer wieder auf, sind also anhaltend und dauerhaft, erklärte sie. Bei Demenz sind die Beeinträchtigungen so stark ausgeprägt, dass Patienten ihre Alltagskompetenz verlieren und nicht mehr selbständig leben können.
In der Praxis beobachtet man seine Patienten dabei zunächst im Verhalten: Werden Termine häufiger vergessen oder die Versicherungskarte? Wird sich in der Praxis verlaufen, werden Gegenstände liegengelassen oder kommt man nur noch in Begleitung?
Kognitive Kurztests in der Diagnose von Alzheimer
Im Gespräch, erklärte Bartels, sind „Red Flags“, wenn der Patient nur vage Informationen äußert, sich im selben Wortlaut wiederholt, oder dasselbe nachfragt, oder Wortfindungsstörungen zeigt. Sie rät zur Objektivierung der Beschwerden zum kognitiven Kurztest, der nur anlassbezogen als indiziert gilt (S3-Leitlinie), also nicht angeordnet werden kann, weil ein Patient über 60 Jahre alt ist.
Nach Einschätzung von Bartels gewinnt der kostenpflichtige Montreal Cognitive Assessment (MoCA) an Bedeutung, der kognitive Bereiche in 10 Minuten prüft. Er liegt in über 70 Sprachen und Dialekten vor.
Seit 1974 kennt man den Mini-Mental Status Test (MMST), der 5-10 Minuten dauert und viele kognitiv relevante Bereiche erfasst, es fehlen jedoch z. B. kognitive Flexibilität oder Abstraktionsvermögen. Für den Test braucht man eine Lizenz und kann ihn mit dem Uhrentest kombinieren.
Als kostenfreie Alternative wurde der über DocCheck verfügbare DemTect vorgestellt, er dauert 8-10 Minuten.
Angehörige von Demenzkranken einbeziehen
Bei auffälligen oder unklaren Testergebnissen soll man den Betroffenen in ein spezialisiertes Setting (Gedächtnisambulanz oder Neurologe/Psychiater) weiterleiten. Die Tests sind delegierbar und bieten ein schnelles, grobes Screening kognitiver Störungen, können den Schweregrad abschätzen, bieten Verlaufsmonitoring und sind einfach trainier-/schulbar. „Als Arzt muss man jedoch die Auswertung, Interpretation und Befundmitteilung übernehmen“, sagte Bartels. Im nächsten Schritt sollte man Angehörige befragen, um das Funktionsniveau des Betroffenen sowie seine Depressivität zu erfassen.
Dr. med. Nana Mosler, Leipzig
Quelle: Symposium „Alzheimer-Krankheit in der Hausarztpraxis: Vom ersten Verdacht bis zur Versorgung“ im Rahmen des 132. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) 2026 am 18.04.26 in Wiesbaden. Veranstalter: Lilly Deutschland GmbH