Skip to main content

Dieser Beitrag ist nur für Mitglieder verfügbar!

Allgemein- & Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie, Aus der Industrie Allgemein- & Innere Medizin, Neurologie Aus der Industrie, Goodie, DGIM26
DGIM 2026

Verdacht auf Alzheimer: Kognitive Kurztests im Fokus

Prof. Claudia Bartels, Leitende Psychologin der Uni Göttingen, ist spezialisiert auf Gedächtnisdiagnostik, MCI (mild cognitive impairment) und Demenzen. „Der Vorteil für den Hausarzt ist, dass er seine Patienten schon so viele Jahre kennt, um kognitive Beschwerden einzuordnen,“ stellte sie anlässlich eines Lilly-Symposiums auf dem 132. DGIM-Kongress in Wiesbaden klar.


03.06.2026
Lilly Deutschland
Teilen auf:
drucken Gefällt mir merken

Dabei treten elf Warnsignale für Demenz (siehe Abb.) immer wieder auf, sind also anhaltend und dauerhaft, erklärte sie. Bei Demenz sind die Beeinträchtigungen so stark ausgeprägt, dass Patienten ihre Alltagskompetenz verlieren und nicht mehr selbständig leben können.

In der Praxis beobachtet man seine Patienten dabei zunächst im Verhalten: Werden Termine häufiger vergessen oder die Versicherungskarte? Wird sich in der Praxis verlaufen, werden Gegenstände liegengelassen oder kommt man nur noch in Begleitung?

Kognitive Kurztests in der Diagnose von Alzheimer

Im Gespräch, erklärte Bartels, sind „Red Flags“, wenn der Patient nur vage Informationen äußert, sich im selben Wortlaut wiederholt, oder dasselbe nachfragt, oder Wortfindungsstörungen zeigt. Sie rät zur Objektivierung der Beschwerden zum kognitiven Kurztest, der nur anlassbezogen als indiziert gilt (S3-Leitlinie), also nicht angeordnet werden kann, weil ein Patient über 60 Jahre alt ist.

Nach Einschätzung von Bartels gewinnt der kostenpflichtige Montreal Cognitive Assessment (MoCA) an Bedeutung, der kognitive Bereiche in 10 Minuten prüft. Er liegt in über 70 Sprachen und Dialekten vor.

Seit 1974 kennt man den Mini-Mental Status Test (MMST), der 5-10 Minuten dauert und viele kognitiv relevante Bereiche erfasst, es fehlen jedoch z. B. kognitive Flexibilität oder Abstraktionsvermögen. Für den Test braucht man eine Lizenz und kann ihn mit dem Uhrentest kombinieren.

Als kostenfreie Alternative wurde der über DocCheck verfügbare DemTect vorgestellt, er dauert 8-10 Minuten.

Angehörige von Demenzkranken einbeziehen

Bei auffälligen oder unklaren Testergebnissen soll man den Betroffenen in ein spezialisiertes Setting (Gedächtnisambulanz oder Neurologe/Psychiater) weiterleiten. Die Tests sind delegierbar und bieten ein schnelles, grobes Screening kognitiver Störungen, können den Schweregrad abschätzen, bieten Verlaufsmonitoring und sind einfach trainier-/schulbar. „Als Arzt muss man jedoch die Auswertung, Interpretation und Befundmitteilung übernehmen“, sagte Bartels. Im nächsten Schritt sollte man Angehörige befragen, um das Funktionsniveau des Betroffenen sowie seine Depressivität zu erfassen.

Dr. med. Nana Mosler, Leipzig

Quelle: Symposium „Alzheimer-Krankheit in der Hausarztpraxis: Vom ersten Verdacht bis zur Versorgung“ im Rahmen des 132. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) 2026 am 18.04.26 in Wiesbaden. Veranstalter: Lilly Deutschland GmbH