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Gynäkologie, Medizin, Frauen & Medizin Gynäkologie Gynäkologie
Kontrazeption

Wahl des Verhütungsmittels – junge Frauen setzen auf gynäkologische Beratung

Seit 2003 führt das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) wiederholt Befragungen zum Verhütungsverhalten durch. Diese liefern verlässliche Trends zu Einstellungen und Verhalten rund um Sexualität und Kontrazeption. 2024 nahmen erstmals auch 16- und 17-Jährige teil.


05.02.2026
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Bei der Befragungswelle ab dem Sommer 2024 kamen zusätzlich zu den telefonischen Interviews erstmals Online-Befragungen zum Einsatz. Bei den 16–25-Jährigen gab die Mehrheit (58 %) an, sexuell aktiv zu sein. Waren es bei der Altersgruppe der bis 20-Jährigen insgesamt nur 48 %, stieg die Anzahl der sexuell Aktiven auf 67 % bei den 21–25-Jährigen. Unter den sexuell Aktiven verhüten 87 %, 9 % verhüten nicht, 4 % machten dazu
keine Angabe. Frauen und Männer verhüten ähnlich häufig (89 % bzw. 85 %). Nicht zu verhüten gaben Männer häufiger an (14 % vs. 6 % bei Frauen).

Kondom als häufigstes Verhütungsmittel

Als Verhütungsmittel der Wahl wurde am häufigsten das Kondom (67 %) genannt, gefolgt von „der Pille“ (46 %) (s. Abb). Nur ein Kondom nutzen 37 %, nur orale Kontrazeptiva 22 %, eine Hormonspirale 5 %, Kupfer-Methoden 3 %. Ebenso 3 % gaben an, nur mit einer Zyklus-App bzw. einer Kalendermethode zu verhüten. Die Pille wird von 16–20-Jährigen häufiger als bei 21–25-Jährigen verwendet (55 % vs. 39 %).

Am wichtigsten ist der Altersgruppe der 16–25-Jährigen die Sicherheit bzw. Zuverlässigkeit der Verhütungsmethode (63 %), gefolgt von einer einfachen bzw. praktischen Handhabung (32 %). Zudem sollte das Verhütungsmittel leicht zu besorgen (28 %) und preiswert (24 %) sein. Gute Verträglichkeit nennen 29 %. Von den Teilnehmenden lehnen 4 % hormonelle Methoden ab. Insgesamt haben knapp drei von zehn Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein Notfallkontrazeptivum genutzt.

Für junge Frauen ist die gynäkologische Beratung die wichtigste Quelle für die Wahl des Verhütungsmittels (71 %), für junge Männer das Internet (51 %). Online dominieren dabei Suchmaschinen (69 %), gefolgt von Aufklärungs- bzw. Beratungsseiten (47 %) und den Sozialen Medien (42 %).

 



Sicherheit, Verträglichkeit und einfache Anwendung

Bei der Altersgruppe der 18–49-Jährigen gaben unter den sexuell Aktiven 76 % an zu verhüten. 16 % verzichten bewusst auf die Verhütung (ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 2018) und 4 % machten keine Angaben dazu. Dabei verhüteten die 18–29-Jährigen mit 88 % und die 30–39-Jährigen mit 69 % (seit 2011 konstant, nun eine Abnahme von einem Prozentpunkt). Die 40–49-Jährigen legten bei der Verhütung stark um 15 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr auf nun 74 % zu. Dabei ist die Offenheit größer geworden, denn diejenigen, die keine Angaben machten, sanken von 10 auf 5 %.

Die Wahl der Methode nach Beliebtheit: Kondom (51 %), die „Pille“ (31 %) und Spiralen (15 %). Gerade bei Spiralen ist der höchste Stand seit 2007 erreicht. Die zyklusbasierten Methoden liegen bei 6 %. In allen Alterskategorien sind orale Kontrazeptiva rückläufig und die Spiralennutzung mit dem Alter zunehmend.

Relevanz der fachärztlichen Expertise nimmt mit dem Alter ab

Die wichtigsten Kriterien für die Verhütungsmethode sind bei den teilnehmenden 18–49-Jährigen die Sicherheit bzw. Zuverlässigkeit (37 %), gute Verträglichkeit (26 %) und einfache bzw. praktische Anwendung (25 %). Ärztliche Empfehlungen spielen nur bei 12 % eine Rolle, mit dem Alter nimmt die Relevanz der fachärztlichen Expertise ab. Eine Notfallkontrazeption haben 30 % der Teilnehmenden genutzt, 58 % davon einmalig, 6 % mehr als dreimal.

Redaktion, der-niedergelassene-arzt.de

Quelle: Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e. V. (BVF)

Literatur

BIÖG-Faktenblatt Verhütungsverhalten | Erwachsene und Jugendliche 2024. Im Fokus: 16- bis 25-Jährige. shop.bioeg.de/pdf/DL-20251027-1610.pdf

BIÖG-Faktenblatt Verhütungsverhalten | Erwachsene und Jugendliche 2024. Im Fokus: 18- bis 49-Jährige. shop.bioeg.de/pdf/DL-20251027-1600.pdf