Zitierweise: HAUT 2024;35(3):110-111.
Bei Menschen, die Spätakne haben, leidet nicht nur die Haut, sondern auch das Selbstbewusstsein. Und auch wenn viele gutgemeinte Ratschläge kursieren, wie die unreine Haut behandelt werden kann: Betroffene sollten lieber versuchen, gemeinsam mit einem Spezialisten die spezifischen Auslöser zu identifizieren, als zu wirkungslosen Hausmitteln zu greifen.
Symptome der Spätakne
Von einer Spätakne spricht man in der Dermatologie dann, wenn die Betroffenen mindestens 25 Jahre alt sind. Während die unreine Haut in der Pubertät vor allem in der T-Zone auftritt, also auf der Stirn, der Nase und dem Kinn, befällt sie bei Erwachsenen eher die Wangen, den Bereich rund um den Mund und den Hals. Zudem sind häufig auch das Dekolleté, der Rücken und Bereiche, in denen Haare wachsen, betroffen.
Die Unebenheiten auf der Haut sind auf Komedonen zurückzuführen. Sie resultieren aus einer Talgüberproduktion und Verhornung der eher trockenen Haut. Die Symptome werden jedoch nicht immer von einer Spätakne verursacht. Mitunter handelt es sich stattdessen um Rosazea, eine Hautkrankheit mit einem ähnlichen Erscheinungsbild, die jedoch keine Akne ist.
Ursachen der Spätakne
Akne im Erwachsenenalter kann viele Ursachen haben. Häufig ist die Ursache auf eine Hormonaktivität zurückzuführen, etwa während einer Schwangerschaft oder beim Eintritt in die Menopause. Auch einige Nahrungsmittel sind dafür bekannt, dass sie sich negativ auf das Hautbild auswirken können, beispielsweise Milchprodukte, Eiweißshakes oder Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index. Diese können bereits während der Pubertät zu einer Verschlimmerung der Symptome beitragen und auch die Haut von Erwachsenen beeinträchtigen. Eine weitere Ursache liegt in manchen Medikamenten: Unter anderem können bestimmte Antidepressiva, immunmodulierende Medikamente oder Steroide Spätakne auslösen oder verschlimmern. Manche Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten können ebenfalls dazu beitragen, dass Poren verstopfen und die Haut unrein wird. Nicht zuletzt gibt es auch eine genetische Komponente, die dafür sorgt, dass Akne im Erwachsenenalter in manchen Familien gehäuft auftritt.
Behandlung der Spätakne
Die Behandlung der unreinen Haut bei Erwachsenen hängt insbesondere vom Schweregrad ab. Als effektiv haben sich Pflegecremes erwiesen, die eine desinfizierende Wirkung haben. Sie lösen sanft die Verhornungen, regulieren die Talgproduktion und reduzieren so das Risiko für verstopfte Poren. Ergänzt wird diese Maßnahme durch das regelmäßige Auftragen einer aufbauenden Creme. Bei mittelschweren Fällen werden häufig Lotionen mit Wirkstoffen wie Benzoylperoxid, Salicylsäure, Retinoid oder Azelainsäure eingesetzt. Besonders schwere Fälle sprechen oft gut auf eine Therapie mit Antibiotika, Hormonen oder Isotretinoin an.
Eine weitere hilfreiche Maßnahme, auch im Dekolleté oder am Rücken, sind Peelings. Für eine intensive Reinigung der Haut eignet sich eine Behandlung mit Hydrafacials besonders gut. Dabei wird mithilfe der Vortex-Fusion-Technologie die Haut ideal mit Feuchtigkeit versorgt. Das säubert die verstopften Poren, lässt Entzündungen abklingen und mildert Fältchen. Narben als Folge der Spätakne lassen sich mit speziellen Lasern oder mittels Radiofrequenz-Microneedling therapieren. Insgesamt können so deutliche Verbesserungen im Hautbild erzielt werden.
Interessenkonflikte
Dr. Jennifer Quist und Prof. Sven Quist erhalten Honorare für die Durchführung von Studien und Advisory Boards von der Firma Galderma.
Über die Autoren
Um der Hautalterung zu trotzen, entscheiden sich zahlreiche Menschen für einen Eingriff beim plastischen Chirurgen. Oft bereuen sie diesen Schritt, denn das Ergebnis ist nicht immer wie gewünscht, kann im schlimmsten Fall deformiert und unnatürlich wirken sowie mit starken Schmerzen oder Narben verbunden sein. Dr. Jennifer Quist und Prof. Sven Quist gehen bewusst einen anderen Weg: Anti-Aging bedeutet für sie minimalinvasive Verfahren – eine OP kommt bei ihnen in diesen Fällen primär nicht infrage. Weitere Informationen unter: www.dermatologie-quist.de .