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Dermatologie, Allgemein- & Innere Medizin Dermatologie Allgemein- & Innere Medizin, Dermatologie
Hautekzeme

Wie sich Gewichtsreduktion auf chronische Dermatosen auswirkt

Forschende aus Endokrinologie und Dermatologie beobachten eine Wechselwirkung zwischen Adipositas (als Teil des metabolischen Syndroms) und chronischen Hauterkrankungen. Bindeglied scheinen Entzündungsprozesse zu sein. 


25.06.2026
K. Breitenborn
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So verbessert eine gleichzeitige Gewichtsreduktion den Effekt einer antientzündliche Biologika-Behandlung bei Psoriasis. Inkretinmimetika könnten eine wichtige Säule für den langfristigen Therapieerfolg sein.

Für chronisch entzündliche Systemerkrankungen wie Psoriasis bestehe ein hohes Risiko für die Entwicklung von Komorbidität wie z. B. metabolisches Syndrom, betonte Prof. Matthias Blüher vom Helmholtz-Institut für Metabolismus-, Adipositas- und Gefäßforschung (HI-MAG) anlässlich der Tagung DERMATOLOGIE kompakt + praxisnah KoPra in Leipzig. Ebenso stelle das metabolische Syndrom einen Risikofaktor für die Entstehung einer Schuppenflechte dar. 

„Das Bindeglied zwischen der Stoffwechselerkrankung Adipositas und Dermatosen wie Psoriasis könnte Entzündung sein.“

Prof. Matthias Blüher, HI-MAG

Fettstoffwechsel und Entzündung bei chronischen Dermatosen

Die genauen Mechanismen, die für den Zusammenhang zwischen starkem Übergewicht und einem erhöhten Risiko für immunvermittelte Hauterkrankungen verantwortlich sind, sind noch nicht bekannt. „Vermutet wird, dass überschüssiges Fettgewebe proinflammatorische Mechanismen auslöst, die die Entwicklung von Hautkrankheiten beeinflussen“, so Blüher. Dabei spielt das weiße Fettgewebe eine Rolle, das für die Wärmeisolation, die Energiespeicherung und die Sekretion regulatorischer Peptide, sogenannter Adipokine, verantwortlich ist. Die Freisetzung von Adipokinen variiert je nach Art des subkutanen Fettgewebes und hat vielfältige parakrine und endokrine Auswirkungen auf Stoffwechsel- und Immunfunktionen. Erkrankungen des Fettgewebes sind daher mit Herz-, Stoffwechsel- und Entzündungserkrankungen, Krebs und mit der Hautgesundheit assoziiert.

Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass Adipokine aus dem Fettgewebe wie Leptin, Adiponektin, Interleukin (IL) 6, Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α) und Plasminogenaktivator-Inhibitor (PAI-1) die Hauptdeterminanten der durch Adipositas bedingten Entzündung sind. Neben der Schuppenflechte besteht vermutlich auch bei anderen entzündlichen Dermatosen wie Hidradenitis suppurativa (Akne inversa) und atopischer Dermatitis (AD) ein Zusammenhang zu Adipositas.

„Die Serum-Leptinspiegel sind bei Menschen mit Adipositas erhöht und Leptin könnte einer der Faktoren sein, die Adipositas und Psoriasis verbinden.“

Prof. Matthias Blüher

Adipositas und Dermatosen: Inkretinmimetika als Meilenstein

Bei der Behandlung chronisch entzündlicher Hauterkrankungen bei Menschen mit starkem Übergewicht stellt sich die Frage, inwiefern das hohe Körpergewicht und die entzündlichen Prozesse im Fettgewebe den Therapieerfolg beeinflussen. Naheliegend ist der Ansatz, durch Gewichtsreduktion die Wirksamkeit der Behandlung zu verbessern. Allerdings zeige die langjährige Erfahrung, dass eine Gewichtsabnahme bei ausgeprägter Adipositas schwierig umzusetzen sei, sagte Blüher.

Mit dem Einsatz von Inkretinmimetika hat sich die Therapie der Adipositas jedoch grundlegend verändert. Diese Medikamente können zu einem deutlichen Gewichtsverlust von teilweise über 20 % führen. Studien deuten darauf hin, dass Patientinnen und Patienten, die beispielsweise bei Psoriasis eine antientzündliche Biologika-Therapie erhalten und gleichzeitig Gewicht reduzieren, stärker von der Behandlung profitieren.

Fazit für die Praxis

  • Es besteht eine Wechselwirkung zwischen Adipositas und chronisch entzündlichen Dermatosen.
  • Das Bindeglied scheinen Entzündungsprozesse zu sein.
  • Eine Gewichtsreduktion steigert die Biologika-Wirkung bei der Therapie von immunvermittelten Dermatosen.
  • Da die Abnahme bei Adipositas oft schwierig ist, könnten Inkretinmimetika einen langfristigen Therapieerfolg ermöglichen.
  • Die Behandlung sollte interdisziplinär erfolgen.

Katrin Breitenborn

Quelle

Pressekonferenz der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) anlässlich der DERMATOLOGIE kompakt + praxisnah (KoPra), 26.–28.02.2026 in Leipzig