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Dermatologie, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Abrechnung Dermatologie Dermatologie
Abrechnung

Ekzeme behandeln und richtig abrechnen

Wer gegenüber Selbstzahlern die Behandlung von Ekzemen richtig abrechnen will, sollte verschiedene Besonderheiten der GOÄ beachten. Damit ­können ­Ärztinnen und Ärzte möglichen Nachfragen vorbeugen und die erbrachten ­Leistungen vollständig liquidieren.


11.12.2023
D. Jentzsch
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Zitierweise: HAUT 2023;34(6):296.

Beratung und Untersuchung

Bei den ersten Konsultationen fallen gewöhnliche Beratungen nach GOÄ-Ziffer 1 an, bei einer Dauer von mehr als 10 Minuten auch GOÄ-Ziffer 3. Hinzu kommt, je nach Intensität, eine der Untersuchungs­ziffern 5 bis 8. Ziffern 1 und/ oder 5 können nur einmal im Behandlungsfall gemeinsam mit GOÄ-­Ziffern ab 200 berechnet werden. Gründlichere Untersuchungen nach 6, 7 und 8 sind aber neben GOÄ-Ziffern ab 200 möglich (allgemeine Bestimmungen der GOÄ zu Abschnitt B „Grund- und allgemeine Leistungen“, Satz 2). GOÄ-Ziffer 3 kann allerdings nur allein stehen oder ausschließlich mit den Untersuchungen nach 5, 6, 7, 8, 800 und 801 kombiniert werden. Kommt nur eine gering bewertete Position ab GOÄ-Ziffer 200 dazu, erstatten Kostenträger häufig nur Ziffer 1 – damit werden statt 20,11 Euro* nur 10,72 Euro fällig und es drohen Meinungsverschiedenheiten mit den Patienten*.

* Das aufgeführte Honorar entspricht dem 2,3-fachen Gebührensatz.

Allergietests

Im Zuge der Diagnose können Abstrich­entnahmen einmal mit GOP 298 berechnet werden. Auch typische Allergietests werden häufig durchgeführt. Für Epikutantests gibt es die GOP 380 bis 382, für Pricktests stehen die GOP 385 bis 387 zur Verfügung. Unbedingt zu beachten sind hier die jeweils drei Stufen für deren Häufigkeit im Behandlungsfall. Zudem können mehr als 100 ­Epikutan- oder mehr als 80 Pricktests im selben Behandlungsfall nicht berechnet werden. Anders als im EBM-System ­können die für solche Tests benötigten Substanzen nicht zusätzlich zum Honorar berechnet werden.

Psychische Belastung

Bei ausgedehnten Befunden, die Patienten dauerhaft psychisch belasten oder sich auf die Lebensführung auswirken, ist ab 20 Minuten Dauer auch der Ansatz der Ziffer 34 denkbar. Ferner können Hautärztinnen und -ärzte grundsätzlich die meisten 800er-Positionen der GOÄ abrechnen, wenn dies medizinisch notwendig war.

Therapie

Für die Therapie in der Praxis kommt zunächst die GOP 209 (großflächiges Auftragen von Externa …) infrage, wenn mindestens eine ganze Körperregion behandelt wird. Die Ziffer 209 ist mit 20,11 Euro dafür relativ gut bewertet. Zusätzlich können die aufgetragenen Externa nach § 10 GOÄ als Auslagen geltend gemacht werden. Sie zählen explizit nicht zu den in § 10 Abs. 2 Punkt 4 genannten geringwertigen Arzneimitteln. 

Auf „eine Sitzung“ achten!

Im GOÄ-Abschnitt „E“ sind weitere Maßnahmen zu finden. Solebäder sind zwischen den GOP 530 und 533 beschrieben, Lichttherapien zwischen den GOP 560 bis 569. Beim Ansatz dieser GOP sollte jedoch peinlich genau auf die Leistungstexte geachtet werden. Hier begrenzt die GOÄ häufig auf „eine Sitzung“, was bedeuten kann, dass trotz unterschiedlicher Körperstellen, an denen Ekzeme mit UV-Licht behandelt werden, diese GOP nur einmal angesetzt ­werden kann. 

Analogpositionen

Die GOP 565 und 566 werden häufig als Analogpositionen für Lichttherapien herangezogen. Zum Beispiel wurde von der Bundesärztekammer empfohlen, eine fotodynamische Lichtbestrahlung entsprechend GOP 566 abzurechnen. Hochfrequente Blau- oder Rotlichtbestrahlungen sind mit den GOP 565, 566 und 567 ebenfalls adäquat bewertet. Zu analogen Bewertungen muss insgesamt festgehalten werden, dass sie nicht verbindlich sind und ihre Anerkennung häufig vom Kostenträger abhängt. 

Außerdem können die GOP des Abschnitts E sämtlich nur bis zum 2,5-fachen Satz gesteigert werden, wenn dies entsprechend §§ 5 und 12 GOÄ begründet wird.

Autor

Dieter Jentzsch, GOÄ-Experte für Büdingen-Med
Gymnasiumstraße 18-20
63654 Büdingen
E-Mail: info(ett)buedingen-akademie.de
www.buedingen-med.de