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Angiologie, Gefäßchirurgie, Gefäßmedizin, Medizin, Phlebologie Gefäßmedizin Gefäßmedizin, vasomed
vasomed 5/24

Erfahrungsbericht über die endoluminale Laser­ablation von venösen Malformationen

Sowohl Diagnostik als auch Therapiemöglichkeiten von angeborenen trunkulären und extratrunkulären venösen Malformationen sind vielfältig. Da in den meisten Fällen (über 80 %) eine komplette Sanierung und somit Heilung nicht zu erreichen ist, sollte die Therapie für den Patienten unter Spezialisten abgestimmt und oft kombiniert werden. In den meisten Fällen bedarf es vieler Eingriffe.


09.09.2024
C. Gebhardt, D. A. Loose, K. H. Klein
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ZITIERWEISE: VASOMED 2024; 36(5): 158-159

Zwei Drittel der venösen Malformationen befinden sich an den unteren Extremitäten. Die endoluminale Lasertherapie zum Verschluss von Venen ist vom Krampfaderleiden der großen Stammvenen (V. saphena magna und parva) seit ca. 1997 bekannt. Die Verwechslung einer Krampfader mit einer angeborenen venösen Malformation sollte jedoch nicht stattfinden, da es gravierende morphologische Unterschiede gibt. Diese beziehen sich auf  Lokalisation, Alter des Patienten, Aussehen und Tiefenausdehnung der Gefäße, Art der Hautverfärbung und unterschiedlichem Befund bei der Duplexuntersuchung.

In der klinischen Symptomatik kommt es bei venösen Malformationen häufiger als bei Varikose zu Ödemen, Schmerzen, Hautverfärbungen und Komplikationen wie z. B. Lungenembolie. Weiterhin kann eine Längendifferenz der Extremitäten auftreten. Dennoch kann man sich die aus der Varikosetherapie gewonnenen Erfahrungen bei der Behandlung einer venösen Malformation zunutze machen.

Im Zeitraum von September 2018 bis Mai 2024 behandelten wir 25 Patienten mit einer trunkulären und/oder extra­trunkulären venösen Malformation mit einer endoluminalen Lasertherapie. Es handelte sich hierbei um ein Off-Label-Verfahren, worüber die Patienten aufgeklärt werden mussten. Als Auswahlkriterien galten gerade Abschnitte sowie Länge und Durchmesser (< 1,2 cm) der zu behandelnden Venen; ebenso durften keine hämodynamisch wirksamen arteriovenösen (AV) Fisteln vorhanden sein. Behandelt wurden epi- und subfasziale sowie intramuskuläre Abschnitte.

Patientengut:  

  • Alter 5–39 Jahre
  • 13 Frauen, 12 Männer
  • 22 (von 25) Patienten mit Zustand nach diversen Therapieverfahren (OP, transkutane Lasertherapie, Sklerosierung)

Bei diesen Patienten wurde in 14 Fällen die V. marginalis mit Perforantes und Seitenästen, siebenmal atypische Venen und Perforantes und viermal eine atypische V. saphena magna und/oder parva mit Perforantes behandelt. In sechs Fällen wurde zugleich operativ eine massiv erweiterte oder schwer zugängliche Perforansvene ligiert.

Zusätzlich wurden atypische Venen oder einer Laserbehandlung nicht zugängliche Venenabschnitte (z. B. am Fuß) gefäßchirurgisch behandelt. Bei jedem Patienten erfolgte in gleicher Sitzung eine zusätzliche Schaumsklerosierung. Für die langen Venensegmente benutzten wir eine 2ring-Faser, für die kurzen eine Infinity Side Fiber. Die Operation wurde immer in Maskennarkose kurzstationär durchgeführt.

Postoperativ traten keine Komplikationen auf. Alle Patienten berichteten, dass sie postoperativ weniger bis keine Schmerzen und Schwellneigung des Beines mehr hätten.

Die Nachuntersuchungen erfolgten nach einem Tag, sechs Wochen und drei Monaten und anschließend jährlich. Es zeigte sich bei 19 Patienten bei allen Nachuntersuchungen ein kompletter Verschluss der behandelten Abschnitte. Bei sechs Patienten kam es bereits eine Woche postoperativ zu einer Reperfusion in kleinen Venensegmenten. Klinisch waren die Patienten unauffällig und profitierten von der verbesserten Hämodynamik mit weniger Schmerzen und Schweregefühl des Beines.

Zusammenfassend können wir sagen, dass anders als bei der Laserbehandlung der Varikose bei der venösen Malformationen jedes Segment komplett gelasert werden muss. Kurze, nicht ausreichend behandelte Segmente oder von der zu behandelten Vene kleine, parallel verlaufende Venen okkludieren sich nicht selbständig durch die Druckminderung im Gefäßsystem. Dieses deutet unserer Meinung nach auf das Vorhandensein von kleinsten AV-Fisteln hin. 

Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass die endoluminale Lasertherapie von venösen Malformationen vom Patienten sehr gut toleriert wird und eine gute Behandlungsmöglichkeit in Kombination mit anderen Techniken darstellt.

Der Beitrag beruht auf einem Vortrag bei der 66. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie am 02.-05.10.2024 in Freiburg im Breisgau.

Autoren
C. Gebhardt, D. A. Loose, K. H. Klein
Abteilung für Chirurgie und Gefäßchirurgie, ATOS Klinik Fleetinsel Hamburg

Korrespondenzadresse

Dr. med. Christiane Gebhardt
Praxis Atos Klinik Fleetinsel
Admiralitätstr. 3-4, 20459 Hamburg
Ab 01.10.2024 Maria-Louisenstr. 8, 22301 Hamburg
Praxis-gebhardt-hamburg(at)gmx.de