Skip to main content

Dieser Beitrag ist nur für Mitglieder verfügbar!

Angiologie, Gefäßchirurgie, Gefäßmedizin, Medizin, Phlebologie Gefäßmedizin Gefäßmedizin, vasomed
vasomed 5/24

Die Relevanz des Venendurchmessers – Ergebnisse der DIAGRAVES-Studie

Chronische Venenerkrankungen (CVD) aufgrund einer oberflächlichen Venenpathologie sind ein häufiger Grund für einen Arztbesuch. In Frankreich leidet ein erheblicher Teil der Bevölkerung an Krampfadern, die häufig die Vena saphena magna (VSM) betreffen. Es gibt mehrere Behandlungsmöglichkeiten, darunter endovenöse thermische Ablation (Laser und Radiofrequenz), nicht-thermische, nicht-tumeszierende Ablationstechniken (NTNT) wie die ultraschallgeführte Schaumsklerotherapie (UGFS) und chirurgische Eingriffe. Die Wahl der Behandlung hängt von einer Reihe von Faktoren ab, unter anderem vom Durchmesser der VSM.


09.09.2024
M. Josnin
Teilen auf:
drucken Gefällt mir merken

ZITIERWEISE: VASOMED 2024; 36(5): 174

Ziel der DIAGRAVES-Studie

Hauptziel der DIAGRAVES-Studie war die Evaluierung der Verteilung des VSM-Durchmessers und der Präsenz von VSM-Reflux bei Patienten mit CVD in Frankreich. Das sekundäre Ziel bestand darin, den möglichen Zusammenhang zwischen klinischen CEAP-Klassen, venösen Symptomen, proximalem Ausmaß des Refluxes und VSM-Durchmesser zu untersuchen.

Methode

Hierbei handelt es sich um eine konsekutive, multizentrische Beobachtungsstudie, die in Frankreich von der Französischen Gesellschaft für Phlebologie durchgeführt wurde. Zur Teilnahme wurden Gefäßärzte eingeladen, die Mitglied der Französischen Gesellschaft für Phlebologie waren. Eingeschlossen wurden Patienten mit Symptomen und/oder Anzeichen einer ein- oder beidseitigen CVD, klassifiziert als C0 bis C6 gemäß der CEAP-Klassifikation. Die Patienten füllten einen Fragebogen zu venösen Symptomen aus und unterzogen sich einer Ultraschalluntersuchung, um den Reflux zu beurteilen und den VSM-Durchmesser in der Mitte des Oberschenkels zu messen.
 

Ergebnisse

An der Studie nahmen 1.245 Patienten (2.450 Beine) teil. Die häufigsten Symptome waren Schweregefühl, Schwellung und Schmerzen. Die vorherrschenden klinischen CEAP-Klassen waren C1 und C2. VSM-Reflux war in 40 % der Gliedmaßen vorhanden. Der mittlere Durchmesser der VSM war bei Beinen mit Reflux signifikant größer (5,6 mm) als bei denen ohne Reflux (3,7 mm). Die Mehrheit der insuffizienten VSM (62 %) besaß einen Durchmesser von weniger als 6 mm und nur 8 % waren größer als 8 mm.

Es wurde ein klarer Zusammenhang zwischen dem VSM-Durchmesser und der klinischen CEAP-Klasse, venösen Symptomen und dem proximalen Ausmaß des Refluxes nachgewiesen. Je höher die klinische Klasse war, desto größer war der Durchmesser. Ebenso traten venöse Symptome bei größeren Durchmessern häufiger und stärker auf.

Konsequenzen für die Praxis

Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass UGFS eine bevorzugte Behandlungsoption für VSM mit kleinem Durchmesser (<6 mm) sein könnte, da sie in dieser Population eine gute Wirksamkeit aufweist und im Vergleich zu anderen Techniken wie der thermischen Ablation geringere Kosten verursacht. Die Studie unterstreicht auch die Bedeutung einer Standardisierung der Messung des VSM-Durchmessers, um Patienten optimal beurteilen und behandeln zu können.

Limitationen

Die Studie weist gewisse Limitationen auf, insbesondere dass die Dicke der Venenwand nicht berücksichtigt wurde und dass die Korrelation zwischen Durchmesser und Symptomen mit Vorsicht interpretiert werden muss. Ebenso wurden andere Faktoren wie eine Insuffizienz der Vena saphen parva oder der Perforansvenen nicht ausgeschlossen.

Fazit

Die DIAGRAVES-Studie liefert wichtige Daten zur Verteilung des VSM-Durchmessers bei CVD-Patienten in Frankreich. Diese Ergebnisse haben Auswirkungen auf die Wahl der Behandlungsstrategien und unterstreichen das Potenzial von UGFS für kleine Venendurchmesser. Weitere Forschung ist erforderlich, um Therapieempfehlungen basierend auf dem VSM-Durchmesser und anderen klinischen Faktoren zu optimieren.

Der Beitrag beruht auf einem Vortrag bei der 66. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie am 02.-05.10.2024 in Freiburg im Breisgau.

Korrespondenzadresse

Dr. med. Matthieu Josnin
Clinique Saint Charles  Unité de Médecine Vasculaire
11 Boulevard René Lévesque 
85000 La Roche-sur-Yon, Frankreich
matthieu.josnin(at)gmail.com