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Gefäßmedizin, Dermatologie, Allgemein- & Innere Medizin, Gynäkologie, Neurologie, Orthopädie, Pädiatrie, Urologie Hygiene, TEST Anja Knoop
Raumrezept

Oberflächen von Böden, Wänden und Mobiliar

Mobiliar und Böden für Arztpraxen spielen eine zentrale Rolle für Hygiene, Funktionalität und Gestaltung. Erfahren Sie, welche Materialien den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, wie Oberflächen pflegeleicht bleiben und das Raumkonzept sinnvoll ergänzt wird.


15.09.2025
A. Knoop
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Für eine vorschriftsmäßige Reinigung aller relevanten Flächen und Gegenstände ist zunächst die Einhaltung einer Grundordnung innerhalb der gesamten Einrichtung von elementarer Bedeutung. Außerdem müssen sämtliche Oberflächen und verwendeten Materialien geeignet sein, um den täglichen Beanspruchungen einer laufenden Arztpraxis Stand zu halten.

Mobiliar und Böden für Arztpraxen: So wählen Sie den richtigen Bodenbelag

Die Anforderungen an den Bodenbelag sind  besonders hoch. Er wird stark frequentiert und durch den Einsatz von Desinfektionsmitteln sehr beansprucht. Grundsätzlich wird zwischen textilen und nichttextilen Bodenbelägen unterschieden.

Textile Beläge wie Teppichböden, können grundsätzlich in Bereichen wie Eingang, Flur, Wartezimmer und Anmeldung verlegt werden. Dabei ist auf eine hohe Strapazierfähigkeit sowie eine gute Reinigungsfähigkeit zu achten. Insbesondere muss eine rückstandsfreie Reinigung auch bei Verunreinigungen durch Blut oder Erbrochenes gewährleistet sein.

In Untersuchungs- und Behandlungsräumen sowie in Funktionsräume wie Labor, Verbandsraum, Ultraschall sowie WCs sind Teppichböden grundsätzlich nicht zulässig. In diesen Bereichen müssen Bodenbeläge verwendet werden, die leicht zu reinigen und zu desinfizieren sind. Geeignete Materialien hierfür sind beispielsweise Vinyl oder Fliesen. Dabei darf der Fußbodenbelag prinzipiell Fugen enthalten. In Räumen mit erhöhten Kontaminationsgefahr wie in Labore, Verbands- und Eingriffsräumen müssen die Beläge jedoch fugenlos ausgebildet sein. Hier kommen Bahnwahre-Beläge zum Einsatz, die vollständig verklebt und deren Stoßnähte verschweißt werden.

Wandgestaltung und Oberflächen für Arztpraxen: hygienisch & hell

Für die Wahl der Wandoberflächen gibt es außer in den Sanitärräumen, Laboren und Reinraumbereichen keine Einschränkungen.


Gefragt sind grundsätzlich Materialien, die gesundheitsverträglich sind und einen gestalterischen Spielraum bieten, wie beispielsweise Vlies, Rau- oder Glasfaser.


Es eignen sich besonders hell gestrichene Wände, gerne mit dunkleren Akzenten. Einerseits schaffen sie einen ruhigen Grundcharakter und assoziieren Sauberkeit und Hygiene. Andererseits sind sie gute Lichtreflektoren. Bei der richtigen Auswahl der Farbe kann zusätzlich das Raumklima positiv beeinflusst werden. Neben wischfesten Latex- oder Lackfarben können auch Dispersionsfarben verwendet werden. Sie lassen einerseits die Wände weiterhin atmen und sind andererseits schnell und einfach überstreichbar.

In Sanitär- und Laborräumen und im Bereich der Waschbecken in den Untersuchungsräumen müssen wischbare Wandoberflächen verwendet werden. Es bieten sich keramische Fliesen oder Anstriche als Latexfarbe an. Entscheidet man sich für die Fliesenvariante, sollte man auf Großformatige zurückgreifen, da hier der verschmutzungsanfällige Fugenanteil niedriger ist.

Einrichtung und Mobiliar für Arztpraxen: Worauf Sie achten sollten

Auch bei der Auswahl des Mobiliars kommt es darauf an, Möbel auszuwählen, die sich problemlos hygienisch reinigen lassen.


Generell gilt es offenporige Holzflächen, Ritzen, Spalten und andere für eine Wischdesinfektion unzugängliche Stellen zu vermeiden.


Die meisten in Praxen eingesetzten Stühle bestehen aus Kunststoff. Dieses Material stellt in der Regel die kostengünstigste Lösung dar und erfüllt gleichzeitig hygienische Anforderungen wie die Beständigkeit gegenüber Desinfektionsmitteln.

Wenn Polstermöbel als Sitzgelegenheit gewählt werden, ist darauf zu achten, dass die Bezugsstoffe unter anderem beständig gegen Desinfektionsmittel, Blut, Urin und gegebenenfalls gegen Jod sind. Es gibt spezielle Möbelstoffe, die auch die Anforderungen des Medizinproduktegesetzes erfüllen. Die Auswahl kann individuell zum Beispiel mit zuständigen Hygienikern abgestimmt werden. Bestehende Polstermöbel lassen sich zudem nachträglich mit geeigneten, hygienekonformen Stoffen neu beziehen.

 Resümee

Die regelmäßige Pflege und Reinigung der Praxisräume ist nicht nur eine Frage der Hygiene. Sie verlängert auch die Nutzungsdauer der Fußböden, der Wandbeläge und des Mobiliars erheblich.

Für die Theke im Empfangsbereich stehen zahlreiche geeignete Materialvarianten zur Verfügung. Naturholztheken sind grundsätzlich denkbar, erfordern jedoch eine entsprechende Lackierung. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass Echtholz-Teile nachträglich lackierbar sind. Je nach Beanspruchung können Lackoberflächen mit der Zeit so stark abgenutzt werden, dass sie nicht mehr vollständig dicht sind – wodurch Keime eindringen können.

Eine kostengünstige Alternative, die sowohl hygienischen Anforderungen als auch einer täglichen hohen Beanspruchung gerecht wird, sind Schichtstoffe aus Kunststoff wie HPL-Beschichtungen. Der Plattenkern besteht in der Regel aus einer Spanplatte, die mit Schichtstoffen belegt wird. Neben verschiedenen Materialqualitäten der Schichtstoffe steht eine breite Farbpalette zur Verfügung.

Weitere Materialien, die entweder als gesamte Theke oder für Teilbereiche verbaut werden können, sind Verbundwerkstoffe wie jene der Firma Corian. Ebenso ist Glas beliebt, da sich durch farbige Lackierungen und Licht unterschiedliche Designkonzepte realisieren lassen.

Die genannten Materialien eigenen sich ebenso für Schränke und Trennwände. Bei der Vielzahl an verfügbaren Material-Optionen sollte jedoch das Gesamtkonzept der Praxisgestaltung nicht aus dem Blick geraten.

Autorin & Korrespondenzadresse
Foto von Diplom-Ingenieurin und Bauzeichnerin Anja Knoop

Anja Knoop
Dipl.-Ing. (FH) Architektin

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