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S. aureus – Risikofaktor für Nahrungsmittelallergie bei Kindern mit atopischer Dermatitis

S. aureus könnte ein wichtiger Risikofaktor sein, der zur Lebensmittelallergie bei Kindern mit atopischem Ekzem (AD) beiträgt. Dies besagen veröffentlichte Studienergebnisse im “Journal of Allergy and Clinical Immunology”.


08.10.2019
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Wir wissen noch nicht, welche genauen Mechanismen von der atopischen Dermatitis zu Lebensmittelallergien führen, aber unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Staphylococcus aureus ein wichtiger Faktor sein könnte, der zu diesem Ergebnis beiträgt”, sagt Dr. Olympia Tsilochristou, die leitende Autorin des wissenschaftlichen Beitrags1 vom King’s College in London. Die Studienergebnisse entstammen einer explorativen Sekundäranalyse von Daten aus der Studie “Learning Early About Peanut Allergy” (LEAP; siehe Kasten). 

Ergebnisse der Studie

Höhere sIgE-Werte

Die Autoren belegen, dass Kinder mit schwerer atopischer Dermatitis (AD) und/oder einer Eierallergie, deren Haut eine Kolonisierung mit S. aureus aufwies, höhere sIgE-Werte gegen Erdnüsse und Eiweiß hatten als Kinder, die noch nie Kolonien von S. aureus ausgesetzt waren. Bemerkenswert ist, dass diese Ergebnisse unabhängig von der Schwere der AD waren.

Kein „Herauswachsen“

Außerdem zeigte sich, dass die Eierallergie bei Kindern mit einer Kolonialisierung der Haut und/oder der Nase mit S. aureus eher bis zum Alter von 5 oder 6 Jahren weiterbestand. Dies ist wichtig, da die meisten Kinder mit Eierallergie in der Regel vor diesen Zeitpunkten aus dieser Allergie “herauswachsen”. 

Trotz Erdnussprodukten

Interessanterweise berichteten die Autoren auch, dass Kinder mit S. aureus auf der Haut und/oder in der Nase mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Erdnussallergie entwickelten, obwohl ihnen schon ab ihrer Aufnahme in die Studie Erdnussprodukte verabreicht worden waren. Auch diese Ergebnisse waren unabhängig von der Schwere der AD.

2015 wurde die britische Learning Early About Peanut (LEAP)-Studie veröffentlicht. Sie deutete darauf hin, dass die frühe Einführung von Erdnüssen in die Säuglingsernährung zu einer Verminderung der Rate an Erdnussallergien bei Kindern mit einem Risiko für Lebensmittelallergien führen kann.

Die LEAP-Studie

2015 wurde die britische Learning 
Early About Peanut (LEAP)-Studie 
veröeffentlicht. Sie deutete darauf 
hin, dass die frühe Einführung von 
Erdnüssen in die Säuglingsernährung 
zu einer Verminderung der Rate an 
Erdnussallergien bei Kindern mit 
einem Risiko für Lebensmittelallergien 
führen kann.

Du Toit G et al. February 26, 2015, 
N Engl J Med 2015; 372:803-813
 


S. aureus zukünftig berücksichtigen

“Die Rolle von S. aureus sollte bei zukünftigen Studien berücksichtigt werden, die darauf abzielen, die Toleranz gegenüber Lebensmittelallergenen bei Säuglingen mit AD zu fördern und zu erhalten”, sagte Professor George du Toit, Mitautor der Studie. Professor Gideon Lack, Leiter der LEAP-Studie, betonte: “Weitere prospektive Längsschnittstudien, die S. aureus mit fortgeschritteneren Techniken und interventionellen Studien messen werden und die S. aureus bei Kleinkindern ausmerzen sollen, werden dazu beitragen, seine Rolle bei der Entwicklung von AD oder Lebensmittelallergie zu erklären.”


Unabhängig vom Schweregrad

Diese Studienergebnisse sind wichtig, da bei der Analyse der Schweregrad der AD berücksichtigt wurde. In der bisherigen Literatur wurde vermutet, dass die Kolonisation mit S. aureus bei AD mit einer Sensibilisierung gegenüber Lebensmitteln in Verbindung stehen und die Allergie durch den Schweregrad der AD beeinflusst werden dürfte. S. aureus wurde schon früher mit der Entwicklung und Schwere von atopischen Erkrankungen wie AD, allergischer Rhinitis und Asthma in Verbindung gebracht. Die neuen Ergebnisse ergänzen diese Beobachtungen hinsichtlich der Entwicklung von Lebensmittelallergien insoweit, dass diese Allergien unabhängig vom Schweregrad der AD sind.

1 Tsilochristou O et al. , J Allergy Clin Immunol. 2019 Aug;144(2):494-503. doi: 10.1016/j.jaci.2019.04.025 

Quelle: EAACI Europäische Akademie für Allergie und klinische Immunologie (EAACI) 

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