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Allgemein- & Innere Medizin, Gynäkologie, Naturheilverfahren, Urologie, Medizin Allgemein- & Innere Medizin, Gynäkologie, Urologie Frauengesundheit, Immunsystem
Biofaktoren

Was können Zink und Vitamin D3 bei Harnwegsinfektionen bewirken?

Bei Patienten* mit akuten und chronischen Harnwegsinfektionen (HWI) zeigten Zink und Vitamin D3 in wissenschaftlichen Studien einen potenziellen Nutzen. Der gezielte Ausgleich eines Mangels der beiden Biofaktoren könnte daher die klassisch-schulmedizinische Behandlung betroffener Patienten sinnvoll unterstützen.


22.08.2025
D. Birkelbach
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In Beobachtungsstudien lagen die Serumzinkspiegel bei Patienten* mit rezidivierenden Harnwegsinfektionen im Vergleich zu den Serumwerten gesunder Kontrollprobanden deutlich niedriger.1 „Niedrige Zinkspiegel im Serum oder ein Zinkmangel können das Risiko für wiederkehrende Harnwegsinfektionen erhöhen“, so lautet daher auch das Fazit der Wissenschaftler.

Es gibt zudem Hinweise aus Interventionsstudien, dass eine Zinksupplementierung von präventivem und therapeutischem Nutzen bei Harnwegsinfektionen sein kann.2 Zinksupplemente wirkten sich positiv auf Dysurie und Harnfrequenz aus.

Ein möglicher Erklärungsansatz: Zink als essenzielles Spurenelement ist an zahlreichen physiologischen Prozessen beteiligt, einschließlich der Immunfunktion. Zink zählt zu den antioxidativ wirkenden Biofaktoren, moduliert die Aktivität von Leukozyten und Antikörpern und wirkt somit infektionsabwehrend und -präventiv. Zink schützt zudem die Urothelzellen vor Schäden und fördert die Regeneration von entzündetem Gewebe.

Zinksupplemente: Das gilt es zu beachten5

Zur Prävention und Therapie eines Zinkmangels ist laut allgemeiner Datenlage eine Supplementierung im Bereich von 10 bis 25 mg Zink pro Tag zu empfehlen. Die Höchstmenge, bei der nach internationaler Einschätzung auch bei langfristiger Einnahme keine Schäden zu erwarten sind – der sogenannte tolerable upper intake level oder UL – wird für Zink mit 25 mg/Tag angegeben.6 In wenigen Einzelfällen kann es auch bei dieser Tagesdosis zu Überempfindlichkeitsreaktionen oder gastrointestinalen Symptomen mit Übelkeit, Erbrechen oder Diarrhöe kommen. Abhilfe kann in diesen Fällen eine Einnahme mit den Mahlzeiten schaffen.

Diese Ursachen können zu Zinkmangel führen

unzureichende Zufuhr

  • überwiegend pflanzliche Ernährung
  • parenterale Ernährung

verminderte Resorption

  • überwiegend pflanzliche Ernährung mit hohem Phytinsäuregehalt
  • altersbedingte Darmveränderungen
  • entzündliche Darmerkrankungen
  • Zustand nach Darmresektion
  • Leber-/Pankreaserkrankungen
  • genetisch bedingte Resorptionsstörungen

erhöhte Verluste

  • Diarrhoe
  • erhöhte renale Elimination
  • erhöhte Verluste durch starkes Schwitzen

erhöhter Bedarf

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Wachstumsphasen
  • Ausdauersport
  • Krankheits- und Heilungsprozesse

Höhere Dosierungen sind in der Mehrzahl der Fälle nicht erforderlich und können sogar bei längerer Anwendung zu Nebenwirkungen führen (s. unten).

Auch die Art der zur Supplementierung verwendeten Zinksalze spielt eine wichtige Rolle für Resorption und Verwertung. Zinksupplemente sollten gut verträglich sein und sich durch eine hohe Bioverfügbarkeit auszeichnen. Untersuchungen zeigten überwiegend, dass organisch gebundene Zinksalze wie beispielsweise Zinkorotat vom Körper besser aufgenommen werden im Vergleich zu anorganisch gebundenen Zinksalzen.

Kann es zu Zinkintoxikationen kommen?

Die umfangreiche physiologische Bedeutung von Zink bedingt, dass nicht nur auf ein Defizit des Biofaktors, sondern auch auf die Folgen einer übermäßigen Zinkzufuhr geachtet werden sollte. Die akute Form einer Zinkintoxikation mit Übelkeit, Erbrechen, gastrointestinalen Krämpfen, Durchfall, Kopfschmerzen und Appetitverlust tritt erst nach Zufuhr sehr hoher Tagesdosen oberhalb 200 bis 400 mg Zink auf. Bei längerfristiger, das heißt mehrmonatiger Zinkzufuhr in Tagesdosen über 50 mg kann es zu Störungen des Kupfer- und Eisenstatus mit erhöhtem Anämierisiko, Beeinträchtigung der Immunfunktion und Störungen des Fettstoffwechsels mit Senkung von HDL-Cholesterin kommen.7

Und noch ein Tipp für die Praxis5,8

Auch wenn in den Beobachtungsstudien der Serumzinkspiegel der Patienten als Parameter herangezogen wurde, gibt es hinsichtlich der Labordiagnostik bei Verdacht auf einen Zinkmangel einiges zu beachten:

  • Die Serumzinkkonzentration kann für das Risiko eines Zinkmangels einer Population oder das Ansprechen auf eine Supplementierung durchaus als nützlich erachtet werden.
  • Zur Beurteilung des individuellen Zinkstatus eines Patienten ist der alleinige Nachweis des Serumzinkspiegels allerdings kein zuverlässiger Indikator.
  • Auch laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gilt als einfacher und zugleich zuverlässiger Nachweis für einen Zinkmangel die Verminderung der Symptome nach einer Zinksupplementierung.
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