Kopfschmerz in der Basisversorgung
Innerhalb eines Jahres leiden circa 15 % der Deutschen an Migräne. 10 bis 20 % aller Hausarztpatienten leiden unter rezidivierenden Kopfschmerzen, vorrangig unter Migräne und Spannungskopfschmerz. Nur 10 % der Kopfschmerzen sind symptomatisch. Vor allem sind Frauen betroffen, im Verhältnis 2-3:1 gegenüber Männern. In der Politik, in der Öffentlichkeit und insbesondere bei den Entscheidungsträgern in der Gesundheitspolitik herrscht immer noch zu wenig Bewusstsein für den Versorgungsbedarf dieser großen Patientengruppe, obwohl Kopfschmerz als „Volkskrankheit“ in unserer Gesellschaft lange bekannt ist.
Konsens herrscht hingegen, dass alle modernen Therapieoptionen zur Anwendung kommen sollen. Unter diesen gibt es aktuell viele Neuerungen, insbesondere die Therapie mit Antikörpern. Deshalb hat die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin eine Praxisleitlinie neu aufgestellt und einen Praxisleitfaden entwickelt. Zusätzlich werden viele Fortbildungen organisiert, die sich an die Studentinnen und Studenten sowie Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung, Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner, aber auch Basisversorger wie Gynäkologinnen und Gynäkologen, Ärztinnen und Ärzte in der Pädiatrie, in der Neurologie und in der Schmerzmedizin richten.
“Die Bedeutung von Kopfschmerz wurde bisher,
obwohl stetig präsent, unterschätzt.”
- Dr. med. Johannes Horlemann
Konsens herrscht hingegen, dass alle modernen Therapieoptionen zur Anwendung kommen sollen. Unter diesen gibt es aktuell viele Neuerungen, insbesondere die Therapie mit Antikörpern. Deshalb hat die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin eine Praxisleitlinie neu aufgestellt und einen Praxisleitfaden entwickelt. Zusätzlich werden viele Fortbildungen organisiert, die sich an die Studentinnen und Studenten sowie Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung, Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner, aber auch Basisversorger wie Gynäkologinnen und Gynäkologen, Ärztinnen und Ärzte in der Pädiatrie, in der Neurologie und in der Schmerzmedizin richten.
Bedeutung von „Kopfschmerz“
Die Kopfschmerz-Initiative der DGS
Vor einem Jahr gründete die Deutsche
Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS)
zusammen mit Sponsoren aus
der Industrie die „DGS-Initiative
chronischer Kopfschmerz –
Für eine Verbesserung in der
Primärversorgung“. Ziel der Initiative
ist es, das Bewusstsein für die
individuellen und volkswirtschaftlichen
Belastungen durch chronische
Kopfschmerzen zu steigern und den
Zugang zu modernen Medikamenten
zu erleichtern.
Außerdem können sich Ärztinnen und
Ärzte in der Primärversorgung fortbilden,
um chronische Kopfschmerzen frühzeitig
zu erkennen und eine angemessene
Therapie einzuleiten.
Viele Ziele wurden bereits erreicht,
doch es besteht weiter Handlungsbedarf.
Die Bedeutung von Kopfschmerz wurde bisher in diesen Fachgruppen, obwohl stetig präsent, unterschätzt: hinsichtlich des Verlustes an Lebensqualität für die Betroffenen, hinsichtlich sekundärer Krankheitsrisiken sowie hinsichtlich verlorener Arbeitstage. Dabei können neue Therapieoptionen beispielsweise die Anfallshäufigkeit von Migräne um mehr als 50 % reduzieren und damit Betroffenen ein neues Leben schenken.
Vereinsamende Migräne
Migränepatientinnen und -patienten leiden häufig für sich allein. Sie finden in ihrem Arbeitsumfeld, aber auch am Arbeitsplatz häufig wenig Verständnis, sie machen die Krankheitsbewältigung mit sich allein aus. Dabei ist die Erkrankung ein Leben lang aktiv.
Die Migräne-Attacke kann für viele Betroffene einen bis zu drei Tage dauernden, kompletten Ausfall aus dem Leben bedeuten: Man zieht sich zurück, lebt hinter vorgezogenen Gardinen, hat drei Tage Hausarrest, isst und trinkt nicht mehr, die Umwelt nimmt den Betroffenen nicht mehr wahr. Mit anderen Worten: Betroffene sind ein „Totalausfall“.
Es ist deshalb wichtig, diese Patientinnen und Patienten aus ihrer Isolation zu holen. Der Beitrag von Patientinnen und Patienten mit Migräne für unsere Gesellschaft ist erheblich. Migränepatientinnen und -patienten sind in der Lage, sehr schnell aufzufassen und sehr schnell gedanklich aktiv zu agieren und zu reagieren. Migräne erfordert einen hohen Energieumsatz in den Nervenzellen. Migränepatientinnen und -patienten denken nach vorne und seitwärts, sie planen und wissen im Voraus, wie Dinge ablaufen könnten und was man darüber denken sollte. Solche Menschen brauchen wir – im Alltagsleben und ohne Schmerzen ebenso agierend – unbedingt.