Was kann man weiter dazu beitragen, dem Gegenüber direkt Wertschätzung als Basis für eine gute Kommunikation zu signalisieren?
Mit der eigenen inneren Haltung
Wenn ich meinem Gegenüber als Mensch auf Augenhöhe begegne und mich nicht aufgrund z.B. meiner beruflichen Position über ihn stelle, habe ich ein gutes Fundament geschaffen.
Über den Namen des Gesprächspartners
Für die meisten Menschen bedeutet der Name etwas Positives, Identität und Zugehörigkeit. Wenn ich jemanden mit Namen anspreche, signalisiere ich ihm, dass ich ihn als Individuum wahrgenommen und (wieder-)erkannt habe. Gerade in der heutigen Zeit mit internationalen Kontakten, kommt es gut an, wenn man sich bemüht, den Namen richtig auszusprechen oder sogar einmal nach der Herkunft oder Bedeutung zu fragen.
An etwas Individuelles erinnern
Ich bin immer wieder überrascht über die positive Reaktion der Patienten, wenn ich mir bei einem Gespräch nur eine Kleinigkeit, etwas Individuelles oder Besonderes aus dem Leben des Patienten gemerkt habe und es beim nächsten Mal erwähne.
Mit „Zauberworten“ wie bitte, danke, gerne
Es klingt fast banal, diese Selbstverständlichkeiten zu erwähnen. Aber manchmal hat man den Eindruck, dass sie im täglichen Leben durchaus öfter zum Einsatz kommen dürften. Wie angenehm klingt es, wenn ich sage oder gesagt bekomme: „Danke, dass Sie solange (geduldig) gewartet haben“ oder „Gerne erledige ich das für Sie!“
Mit einem Lob
Von meinen Patienten und von den MFA in meinen Seminaren höre ich immer wieder, dass das Thema loben bzw. gelobt werden (insbesondere durch die Chefs) noch Spielraum nach oben hat. Ein konkretes Lob zu bekommen motiviert, hebt den Selbstwert und lässt einen auch schwierigere Situationen (z. B. im Team, mit Patienten) ertragen.
Beispiele:
- „Ich finde es gut, wie konsequent Sie Ihre Therapie durchführen.“
- „Ich freue mich, dass Sie sich an unsere Vereinbarungen gehalten haben.“
- Oder an die MFA: „Danke, dass ihr den stressigen Tag heute so gut mitgetragen/gemeistert habt.“
Ausreden lassen
Im Praxisalltag kommt es häufig vor, dass der Patient unterbrochen wird, bevor er sein Anliegen zu Ende formuliert hat. Im Durchschnitt soll es sich um 14 – 17 Sekunden handeln. Ihn ein bis zwei Minuten ausreden zu lassen, vermittelt ihm nicht nur subjektiv das Gefühl, dass der Arzt „viel Zeit“ für ihn hat. Es birgt auch die Chance, in kurzer Zeit mehr Informationen zu erhalten, was letztendlich wieder Zeit einsparen kann.
Sorgen und Nöte ernst nehmen
Möglicherweise erscheinen die Probleme des Patienten vergleichsweise klein, aber in seiner Welt haben sie einen großen und möglicherweise belastenden Stellenwert.
Gemeinsamkeiten hervorheben
Verbindend kann auch das Feststellen von Gemeinsamkeiten wie ähnliche Herkunft, Interessen, Familienverhältnisse, Ansichten etc. sein.