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Diabetes mellitus

Gompertz-Gesetz sagt Sterblichkeit bei Typ-2-Diabetes voraus

Forschende des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) und des Robert Koch-Instituts haben eine Gesetzmäßigkeit für den Zusammenhang von Sterblichkeit und Lebensalter nun auch bei Menschen mit Diabetes entdeckt: Demnach steigt die Sterblichkeit bei Menschen mit Diabetes in Deutschland ab dem 30. Lebensjahr jedes Jahr konstant um 8,3 % bei Männern und um 10,2 % bei Frauen.


20.11.2024
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Beim Gompertz-Gesetz erfolgt die Entwicklung der Sterblichkeit nicht linear, sondern exponentiell, was bedeutet, dass sie sich immer mehr beschleunigt, je älter man wird. Diese exponentielle Veränderung wird dabei beinahe universell beobachtet, sowohl regional als auch im historischen Verlauf.

Überraschend genau

Die Forschungsgruppe unter Leitung des DDZ nutzte Gompertz-Modelle, um die Sterblichkeit im Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes genauer zu untersuchen. „Es ist dabei extra bemerkenswert, wie gut die Sterblichkeit bei Menschen mit Diabetes durch das Gompertz-Gesetz vorhergesagt werden kann. Auf einer Skala von 0 % bis 100 % wurden Werte von über 97 % erreicht – solch gute Prognosen findet man nur äußerst selten in der empirischen Forschung“, sagt Erstautor Prof. Oliver Kuß, Direktor des Instituts für Biometrie und Epidemiologie am DDZ. Den Forschenden lagen die Daten aller gesetzlich Versicherten (mehr als 47 Millionen Beobachtungen, über sechs Millionen davon mit Diabetes) aus dem Jahr 2013 vor. Diese wurden für ein Jahr nachverfolgt. Es wurden über 760.000 Sterbefälle in dieser Zeit beobachtet, davon 288.000 bei Menschen mit Diabetes.

Ergebnisse

Die Studie zeigt, dass die Sterblichkeit bei Menschen mit Diabetes in Deutschland ab dem 30. Lebensjahr jedes Jahr konstant um 8,3 % bei Männern und um 10,2 % bei Frauen steigt. „Die Lebenserwartung von Frauen ist grundsätzlich höher als bei Männern, da sie von einem niedrigeren Basisniveau der Sterblichkeit starten. In hohen Lebensaltern erfolgt eine Angleichung der Sterblichkeit, so dass der Unterschied zwischen den Geschlechtern dann immer kleiner wird“, erklärt Kuß.

Die Gültigkeit des Gompertz-Gesetzes wurde auch in der Gruppe der Menschen ohne Diabetes nachgewiesen: Die Sterblichkeit von Frauen mit Diabetes war nahezu identisch mit derjenigen von Männern ohne Diabetes. „Der allgemeine Vorteil der Frauen bei der Lebenserwartung geht also verloren, wenn sie an Diabetes erkrankt sind“, so Kuß.

Zudem wurde festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch mit Diabetes vor einem Menschen ohne Diabetes stirbt, bei Frauen 61,9 % und bei Männern 63,3 % beträgt. „Diese Untersuchung unterstreicht die Notwendigkeit einer frühzeitigen Vorsorge, Erkennung und Behandlung desTyp-2-Diabetes“, fordert Prof. Michael Roden, Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf und Direktor des DDZ.

Literatur

Kuß O et al. Acta Diabetol 2024;61(6): 765–771.
DOI: 10.1007/s00592-024-02237-w

Quelle: DDZ

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