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Pädiatrie, Abrechnung Pädiatrie Abrechnung
IGeL-Tipp | Pädiatrie

Tendenz zunehmend: Patienten mit Akne in Kinderarztpraxen

Seit Jahrzehnten stellen Ärzte*innen fest, dass der Beginn der Pubertät bei Knaben und Mädchen immer früher eintritt. Und eigenartig: Festgestellt wurde sogar, dass dieser Effekt während der Corona-Pandemie noch stärker ausgeprägt war, Ursache unbekannt. Mit dieser Akzeleration der Geschlechtsreife kommt es schon in einem Alter, in dem sich Jungen und Mädchen noch in Kinderarztpraxen in Behandlung befinden, zur Ausbildung von Akne.


04.12.2024
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Die Jugendgesundheitsuntersuchung J1 ist mit Toleranzgrenze bis zum 15. Lebensjahr, die mit vielen Krankenkassen vereinbarte J2 bis zum 18. Geburtstag berechnungsfähig und damit bis zu einem Alter, in dem es zur Ausprägung von Akne kommen kann, bei Jungen häufiger als bei Mädchen.

Die Behandlung von Komedonen und Aknepickeln ist nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen berechnungsfähig. Lediglich bei schweren Ausprägungsformen einer Akne mit Bildung von Abszessen kann eine Behandlung zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen in Frage kommen. Im EBM gibt es für Aknebehandlungen keine berechnungsfähigen Positionen. In Anhang 1 des EBM sind die Leistungen aufgeführt, die nicht gesondert berechnet werden können, da sie in die Grund-/ Versichertenpauschalen integriert wurden. Die früher nach dem EBM für die Behandlung von Akneknoten berechnungsfähige Gebührenordnungsposition (GOP) 900 wurde für Kinderärzte der Versichertenpauschale 04000 subsummiert. Die Arbeitsgemeinschaft Ärzte/Ersatzkassen hat mit einer Klarstellung im deutschen Ärzteblatt im Jahr 2007 verdeutlicht: „Kosmetische Maßnahmen zur Aknebehandlung sind nicht Bestandteil des Leistungskatalogs der Ersatzkassen.“ In den meisten Fällen ist die Akne für die Betroffenen in erster Linie ein kosmetisches Problem, um eine beeinträchtigende Erkrankung handelt es sich zumeist nicht.

Wichtig

  • Erster Schritt: Abklärung ob eine schwerwiegende Form der Akne mit Behandlung zu Lasten der GKV vorliegt
  • Zweiter Schritt: Bei kosmetischen Maßnahmen zur Aknebehandlung als IGeL schriftlichen Behandlungsvertrag schließen und die voraussichtlichen Kosten benennen
  • Beratung: Nummer 1 GOÄ, 80 Punkte, 2,15-fach, 10,00 Euro
  • Untersuchung Haut: Nummer 7 GOÄ, 160 Punkte, 2,14-fach 20,00 Euro
  • Auftragen von Externa: Nummer 209 GOÄ, 150 Punkte, 2,29-fach, 20,00 Euro
  • Hautmassage: Nummer 520 GOÄ, 45 Punkte, 1,72-fach, 4,50 Euro
  • Großflächige Massage: Nummer 521 GOÄ, 65 Punkte, 1,72-fach, 6,50 Euro
  • Kalt-/Heißpackungen: Nummer 530 GOÄ, 35 Punkte, 1,72-fach, 3,50 Euro
  • Eröffnung Aknepusteln: Nummer 758 GOÄ, 75 Punkte, 2,29-fach, 10,00 Euro
  • Heißluft: Nummer 535 GOÄ, 33 Punkte, 1,77-fach, 3,40 Euro
  • Oberflächenanästhesie: Nummer 483 GOÄ analog, 46 Punkte, 2,24-fach, 6,00 Euro
  • Wie vorstehend mit selbst gewählten individuellen Steigerungsfaktoren für glatte Rechnungsbeträge sorgen
  • Externa und sonstige Materialien gesondert liquidieren
  • Liquidation immer gemäß der GOÄ, keine Pauschalen

Aknebehandlung als IGeL

Kinderärztinnen und Kinderärzte werden auch wegen der Behandlung von Aknefällen konsultiert. Bei moderaten Verläufen steht das Entfernen von Komedonen und kleinen Pusteln im Vordergrund. In der Regel wird dazu eine medikamentös/kosmetische Vorbereitung durchgeführt, überwiegend als Keratolyse mit Fruchtsäure oder einem Salicylsäurepräparat. Das Ausdrücken von Komedonen wird durch eine vorherige Hautmassage erleichtert. Nach Desinfektion der Haut - bei empfindlichen Patienten kombiniert mit einer Oberflächenanästhesie - können Komedonen ausgedrückt werden. Akneknoten werden in der Regel mit einer Kanüle oder Blutlanzette eröffnet. Danach kann erneut ein Desinfektionsmittel aufgetragen werden und anschließend zur Beruhigung der Haut eine Maske mit Externa. Zum Abschluss der Behandlung sollte die Haut mit einer pigmentierten Emulsion abgedeckt werden, um die frischen Hauteffloreszenzen zu verdecken. Dieser beispielhaft dargestellte Behandlungsablauf lässt erkennen, dass ein relativ hoher Zeitaufwand erforderlich ist. Die einzelnen Behandlungsschritte können mit

GOÄ-Positionen (siehe unten) abgerechnet werden. Die Durchführung der Aknebehandlung ist weitgehend deligierbar.

Investitionen

Ein besonderer Geräteaufwand für Aknebehandlungen ist nicht erforderlich, die entsprechenden Instrumentarien sind in der Regel vorhanden. Eine Lupenbeleuchtung, eine Liege und vielleicht auch ein Vapozon sind in den meisten Praxen vorhanden

Informationen im Wartezimmer

Über die Durchführung von Aknebehandlungen kann durch Auslagen im Wartezimmer informiert werden. Dadurch werden auch nicht selbst Betroffene informiert, die dann die Informationen an Angehörige und Bekannte weitergeben können. Dabei sollte der Hinweis nicht fehlen, dass bei schweren Formen einer Akne eine Behandlung zu Lasten der GKV in Frage kommen kann.