Zitierweise: HAUT 2024; 35 (6): 246.
Die beliebtesten Behandlungen der deutschen Patientinnen und Patienten sind, wenn auch mit einer etwas anderen Rangverteilung als im Jahr 2023, Oberlidstraffungen, Botulinumbehandlungen, Faltenunterspritzungen, Brustvergrößerungen und Fettabsaugungen.
Dabei steigen die Zahlen bei Botulinum- und Faltenbehandlungen mit Blick auf die Entwicklung der letzten sechs Jahre wieder leicht an. „Diese Zahlen sind aber nicht vergleichbar mit den Rekordzahlen der Coronajahre“, so Dr. Helge Jens, Präsident der DGÄPC und Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie. „In unseren Zahlen macht sich seit ein paar Jahren die Marktumverteilung im Bereich der Injektionsbehandlungen zur Hautverjüngung bemerkbar. Weg vom Facharzt, hin zu Beautyketten und günstigeren Anbietern.“
Immerhin zeigen die Zahlen, dass die Patientinnen und Patienten bei größeren Operationen der Erfahrung und langjährigen Ausbildung von Fachärztinnen und -ärzten für plastische und ästhetische Chirurgie vertrauen.
Weltweit belegt Deutschland Platz 51 bei brustchirurgischen Operationen wie Brustvergrößerungen mit Implantat oder Eigenfett, Brustverkleinerungen, Bruststraffungen und Implantatwechseln. Das macht im Jahr 2024 rund ein Drittel der Patientinnen aus. Spitzenreiter bei den Brust-OPs sind die Patientinnen unter 30 Jahren.
Die Lieblinge der Männer sind Augen und Brust
Im vergangenen Jahr waren den männlichen Patienten zwei Regionen besonders wichtig: Die Augen und die Brust. So erreichte die Oberlidstraffung zur operativen Entfernung eines Schlupflids einen Spitzenwert von 17,9 % und somit den höchsten Wert der vergangenen Jahre. Auf Platz 2 folgt die männliche Brustverkleinerung (Gynäkomastie). „Ein Problem, unter dem viele Männer leiden, da sie optisch für die Verweiblichung der Männerbrust sorgt und in den meisten Fällen auf eine genetische Veranlagung zurückzuführen ist. Immer mehr Männer nutzen die Möglichkeit einer ästhetisch-plastischen Operation, um das Problem dauerhaft zu behandeln“, so Dr. Nuri Alamuti, diesjähriger Tagungspräsident der DGÄPC und Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie. Auf Platz 3 landet die Fettabsaugung, Platz 4 belegt das Hals-Stirn-Face-Lifting und auf Platz 5 liegt die Faltenbehandlung.
Patienten werden immer älter
Auch wenn durch die Medien, insbesondere durch Social-Media-Kanäle, häufig der Eindruck entsteht, dass die Patientinnen und Patienten immer jünger werden, steigt der Altersdurchschnitt über das letzte Jahrzehnt kontinuierlich an und liegt 2024 bei 44,3 Jahren. Dabei sind die meisten Patientinnen und Patienten zwischen 31 und 50 Jahren alt (46,5 %).
Besonders auffällig ist gerade bei den Älteren über 70 Jahren ein starker Anstieg bei der Behandlung von krebsartigen Hautveränderungen. Der Wert springt von 1,7 % im Vorjahr auf 9,2 %. Eine Zahl, die sicherlich über die kommenden Jahre weiter steigen wird. Die Summe an Sonnenschäden, der Gang zur Sonnenbank und ungeschützte UV-Licht-Aufnahme führen zu Krebsvorstufen wie weißem Hautkrebs und leider nicht selten auch zum gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Plastische und ästhetische Chirurginnen und -chirurgen haben dann die Aufgabe, das erkrankte Gewebe möglichst unauffällig, mit feiner Narbenführung, zu entfernen.