ZITIERWEISE: VASOMED 2025; 37(1): 27
Einleitung
Die modernen Schnittbildtechniken wie die Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) sind in der Phlebologie speziellen Fragestellungen vorbehalten (9). Sie dienen insbesondere der Darstellung der tiefen Venen im zentralen Venensystem (Becken-/Abdomen- und Thorax-Bereich) und können bei der Diagnostik von Thrombosen sowie Lungenembolien, Malformationen und Kompressionssyndromen hilfreich sein (7). Für die Diagnostik von peripheren Venen wie an den Extremitäten spielen sie in der Regel eine untergeordnete Rolle.
CT-Venographie
Die CT-Venographie kann in der Phlebologie zur exakten Bestimmung der Thromboseausdehnung eingesetzt werden. Insbesondere wenn diese Thrombosen nicht an den Extremitäten lokalisiert sind, sondern am Körperstamm, kann die CT- sowie auch die MR-Venographie alternativ zur Duplexsonographie eingesetzt werden. Hierzu zählen u. a. Thrombosen im Beckenbereich (V. cava inferior) und des restlichen Abdomens und Thorax (V. cava superior und Venen des Schultergürtels) sowie die Bestimmung der Ausdehnung von proximalen Beinvenenthrombosen in den Beckenbereich hinein.
Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch:
Grundlagen der Phlebologie
und Lymphologie
Hrsg.: Prof. Eberhard Rabe
4. erweiterte und vollständig überarbeitete Auflage, 476 Seiten,
WPV. Verlag 2024, ISBN 978-3-934371-68-2, Preis: 75 Euro
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Sie kann vor allem in der Akutdiagnostik von Nutzen sein, da sie durch die zeitgleiche Kombination mit einem CT-Thorax zur Detektierung einer Lungenembolie und zeitgleichen Thrombussuche im Beckenbereich verwendet werden kann. Zusätzlich findet sie in der modernen Gefäßchirurgie Anwendung zur Therapieplanung von invasiven Eingriffen. Auch wenn insbesondere im Extremitätenbereich die Spezifität und die Sensivität bei diesem Verfahren zur Diagnostik einer tiefen Beinvenenthrombose mit 95,2 % und 95,9 % vergleichbar hoch ist wie bei der Ultraschalldiagnostik (5, 10), sollte die CT-Venographie aufgrund der hohen Strahlenbelastung und der notwendigen Gabe eines jodhaltigen Kontrastmittels wenigen Ausnahmen vorbehalten bleiben. Die Indikation ist somit kritisch zu stellen. Die CT-Venographie ist in der Schwangerschaft kontraindiziert. Eine eingeschränkte Niereninsuffizienz stellt eine relative Kontraindikation dar (6). Selten kommt es zu allergischen Reaktionen (4, 5).
MR-Venographie
Die MR-Venographie ermöglicht, ebenso wie die CT-Venographie, aufgrund der hochauflösenden geometrischen 3D-Bildgebung eine objektive dreidimensionale funktionelle Diagnostik des gesamten Venensystems, insbesondere an den Orten, wo die Duplexsonographie an ihre Grenzen kommt, im Becken- und gesamten Abdomenbereich (5, 8).
Vorteil der MR-Venographie gegenüber der CT-Venographie ist die geringere Strahlenbelastung. Es wird kein jodhaltiges Kontrastmittel, sondern bei einigen Fragestellungen ein gadoliniumhaltiges Kontrastmittel verwendet (2). Die MR-Venographie wird heutzutage zur Planung von elektiven, operativen Eingriffen sowie zur Diagnostik von Kompressionssyndromen wie beispielsweise dem pelvinen Stauungssyndrom eingesetzt (Abb. 1). Sie findet insbesondere Verwendung bei der Abklärung einer Beckenvenenthrombose vor rekanalisierenden operativen Maßnahmen oder nach operativer Intervention als postoperative Kontrolle (2, 5). Mit einer Sensitivität zwischen 95 % und 100 % und einer Spezifität von 100 % stellt sie gerade im Beckenbereich ein exaktes Verfahren dar, um die Ausdehnung einer Thrombose zu bestimmen (8). Darüber hinaus ist die MR-Venographie in der Lage, im Gegensatz zur CT-Venographie das Thrombosealter abzuschätzen (3). Das Vorliegen von metallischen Implantaten stellt in der Regel eine Kontraindikation einer MR-Diagnostik dar (2). Hierzu gehören auch Defibrillatoren, Herzschrittmacher und Cochleaimplantate. Inzwischen existieren ebenfalls einige MRT-taugliche Metallimplantate, sodass dieses im Einzelfall nochmals überprüft werden muss. Ein Vorteil der MR-Angiographie im Vergleich zur CT-Venographie ist, dass eine Schwangerschaft keine Kontraindikation darstellt (5).