Skip to main content

Dieser Beitrag ist nur für Mitglieder verfügbar!

Allgemein- & Innere Medizin, Angiologie, Dermatologie, Gefäßchirurgie, Gefäßmedizin, Gynäkologie, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Frauen & Medizin, Medizin, Phlebologie Gefäßmedizin, Allgemein- & Innere Medizin, Gynäkologie, Dermatologie Dermatologie, Gefäßmedizin, Gynäkologie, vasomed
vasomed 1/25

Überlegenheit der flachgestrickten Kompressions­versorgung beim Lymphödem aus medizinischer und technischer Sicht

Die Kompressionstherapie ist die effizienteste und effektivste Behandlung eines Lymphödems. Der Beitrag befasst sich mit den medizinischen und technischen Gründen, weshalb beim ausgeprägten Lymphödem eine flachgestrickte Kompressionsversorgung bevorzugt oder sogar zwingend verordnet werden sollte.


21.01.2025
A. Miller
Teilen auf:
drucken Gefällt mir merken

ZITIERWEISE: VASOMED 2025; 37(1): 8-14

Zusammenfassung

Die Kompressionstherapie ist die effizienteste und effektivste Behandlung eines Lymphödems. Aus medizinischer Sicht ist meist eine flachgestrickte Kompression zu bevorzugen, denn eine kontinuierliche Behandlung mit flachgestrickten Kompressionsstrümpfen kann individuell auf das Ödem angepasst werden. Damit kann sie nicht nur die Lebensqualität verbessern, sondern auch Komplikationen verhindern und dadurch die Behandlungsintensität sowie Kosten im Gesundheitssystem reduzieren. Der Beitrag befasst sich mit den medizinischen und technischen Gründen, weshalb beim ausgeprägten Lymphödem eine flachgestrickte Kompressionsversorgung bevorzugt oder sogar zwingend verordnet werden sollte.

Schlüsselwörter: Lymphödem, Kompressionstherapie, flachgestrickte Kompressionsversorgung

Einleitung

Kompressionstherapie ist neben Manueller Lymphdrainage (MLD), Bewegung, Hautpflege und Selbstmanagement ein elementarer Teil der Komplexen Physikalischen Entstauung (KPE) und damit Basisbehandlung des Lymphödems. Während die Wirkung der MLD nur vorübergehend ist, hält die Kompression das Ergebnis oder verbessert es sogar, indem der interstitielle Druck ansteigt, die kapilläre Filtration reduziert wird, die lymphatische Reabsorption und der Lymphabfluss sich erhöhen und die lympho-venöse muskuläre Pumpfunktion steigt (1). Sie sollte nach dem Aufstehen tagsüber getragen werden, um die meist eintretende Ödemreduktion durch die liegende Position (z. B. über Nacht) zu erhalten. Kompressionstherapie ist mit rund- und flachgestrickter Kompressionsbestrumpfung, Nachtkompression (gestrickt oder genäht) und Medizinisch Adaptiven Kompressionssystemen (MAK) oder Kompressionsbandagierung möglich. Intermittierende Pneumatische Kompression (IPK) kann adjuvant verwendet werden.

Chronisches Lymphödem

Das Lymphödem stellt als chronisch entzündliche Erkrankung eine erhebliche Belastung sowohl für Betroffene als auch sozioökonomisch für die gesamte Bevölkerung dar. Das primäre Lymph­ödem ist genetisch bedingt, kann schon bei Geburt sichtbar sein oder im Laufe des Lebens auftreten und entwickelt sich spontan. Das sekundäre Lymphödem wird hingegen durch äußere Schäden am Lymphsystem verursacht, z. B. nach Operationen, Bestrahlungen, Infektionen oder Traumata. Die Häufigkeit des sekundären Lymph­ödems hängt stark von spezifischen Risikofaktoren ab, etwa von Krebsbehandlungen mit Entfernung von Lymphknoten oder Bestrahlungen und liegt z. B. nach Brustkrebs bei 20 %. Zudem stellt die Volkskrankheit Adipositas einen Risikofaktor für die Entstehung und Verschlimmerung des Lymphödems dar (1).

Das Lymphödem führt neben der Volumenzunahme zu Veränderungen im Gewebe, die hauptsächlich durch Fibrosierung mit resultierender Pachydermie gekennzeichnet sind. Folgen sind nicht nur Änderungen der Körperform, sondern auch der Konsistenz und Leistungsfähigkeit der Haut. Besonders zeigt sich das an den Beinen durch Ausbildung von Kasten­zehen mit positivem Stemmerschen Zeichen, ballonierten Fußrücken, Verstreichen der Retromalleolarkulisse, säulenförmiger Deformität der Beine und resultierender Reduktion der Beweglichkeit in den Gelenken. Die Haut wird fester und besonders an Zehen und den Unterschenkeln kann eine Papillomatosis cutis lymphostatica Zerklüftungen der Haut mit erhöhter Infektionsgefahr bilden. Ungewöhnliche Beinformen und Stufenbildungen mit ausgeprägten Unterschieden im Umfang zwischen verschiedenen Abschnitten der betroffenen Extremität (Kalibersprünge) sind besonders bei adipösen Patienten häufig, und sekundäre Lymphödeme nach Verletzungen oder operativen Tumortherapien verursachen mitunter Verformungen der Extremitäten. Bei Lymphödemen durch unzureichenden Abfluss im Bauchraum kann das Ödem vor allem inguinal und am Oberschenkel lokalisiert sein, während Unterschenkel und Füße schlank sind. Besonders quälend sind Ödeme im Genitalbereich, die neben der Volumenzunahme mit Zysten und Fisteln einhergehen können.

Ödeme am Oberkörper und den Armen z. B. nach Behandlung eines Mammakarzinoms können zu Fibrosen am Thorax, an der Mamma und der oberen Extremität führen. Im Kopf-Hals-Bereich stellen Ödeme der Augenlider und des Rachens eine besondere Herausforderung dar.

Zu den Folgen des chronischen Lymph­ödems gehört ein deutlich erhöhtes Risiko für Infektionen. Neben Pilzerkrankungen und Viruswarzen sind rezidivierende Erysipele relevant für die Prognose der Erkrankungen. Bis zu 47 % der Lymph­ödempatienten erleiden innerhalb von drei Jahren Erysipele (2). Eine kontinuierliche Versorgung des Lymphödems mit flachgestrickter Kompressionstherapie kann Komplikationen vermeiden und die Lebensqualität der Betroffenen erhalten. Dies zeigte eine klinische Studie, in der zu 76 % flachgestrickte, in 10 % eine Kombination und in 14 % rundgestrickte Versorgungen verwendet wurden (3).

In den aktuellen Leitlinien zur Behandlung des begleitenden Ödems des Ulcus cruris venosum – ein Grenzgebiet zwischen Phlebödem und Lymphödem – wird darauf hingewiesen, dass die flachgestrickten Kompressionsstrümpfe insbesondere bei begleitender Adipositas mit Kalibersprüngen eine wichtige Rolle spielen (4). In diesem Sinne empfiehlt auch die neue Leitlinie zum Lip­ödem, bei großen Umfangsänderungen an einer Extremität bzw. konisch geformten Extremitäten sowie bei vertieften Gewebefalten eine flachgestrickte Versorgung zu verwenden. Rundgestricktes Material ist laut Leitlinie Lipödem bei diesen anatomischen Gegebenheiten ungeeignet (5).

Medizinische Kompressionsstrümpfe (inkl. Kopf- und Thoraxkompression)

Qualität und technischer Standard der Kompressionsbestrumpfung unterliegen in Deutschland dem RAL-Gütezeichen (RAL: Reichsausschuss für Lieferbedingungen), das von der Gütezeichengemeinschaft Medizinische Kompressionsstrümpfe e. V. vergeben wird. Unterschieden wird in RAL-GZ 387/1 Medizinische Kompressionsstrümpfe, RAL-GZ 387-2 Medizinische Kompressionsarmstrümpfe und RAL-GZ 383/3 Medizinische Kompressionsstrümpfe zur Behandlung von Ulcus-cruris-Patienten. Die tatsächliche Kompression der Ware wird in dem akkreditierten Prüflabor Hohenstein überprüft.

Textile Kompressionsbestrumpfung wird in rund- und flachgestricktes Material unterschieden. Das Gestrick besteht aus elastischen Fäden (Elastan oder Latex), die mit Baumwolle, Polyamid oder weiteren Materialien, wie Merinowolle, ummantelt sind. Proximal können sowohl rund- als auch flachgestrickte Kompressionsstrümpfe mit silikonhaltigen Haftbändern fixiert werden. Möglich ist auch direkt eingestricktes Silikon mit Haftfunktion.

Der Kompressionsdruck wird für die untere Extremität in Deutschland in vier Kompressionsklassen (KKL) eingeteilt und unterscheidet sich von Einteilungen im Ausland (Tab. 1) (6), wobei der Andruck vom distalen Unterschenkel nach proximal abnimmt (Druckgradient). In Deutschland ist an den Beinen meist die KKL II–III, an den Armen KKL I–II ausreichend. Nach niederländischer Leitlinie werden die Kompressionsklassen III–IV für die Beine und KKL II–III für die Arme empfohlen (7).

Als Arbeitsdruck wird der Andruck während Muskelarbeit, also Bewegung, bezeichnet. Ruhedruck beschreibt den Andruck der Kompression auf das Gewebe in Ruhe, dieser wird durch die Kompressionsklasse beschrieben. Flachgestrickte Kompressionsbestrumpfung hat eher kurzzügigen Charakter mit einer Dehnbarkeit unter 100 %, während rundgestrickte Strümpfe eher langzügig mit einer Dehnbarkeit über 100 % sind.

Die Stiffness beschreibt ebenfalls die Flexibilität des Gestricks, nämlich den Anstieg des Druckes bei 1 cm Umfangszunahme der Extremität. Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe haben meist eine höhere Stiffness als rundgestrickte (8). Gestrick-Parameter der rund- und flachgestrickten Strümpfe sind in Tabelle 2 dargestellt. Als Statischer Stiffness-Index (SSI) wird die Differenz des Andruckes zwischen stehender und liegender Position am Messpunkt B1 bezeichnet (in mmHg). Ab einem Druckanstieg von 10 mmHg spricht man von einer hohen Stiffness (9).

KompressionsklasseKompressionsstandard
GroßbritannienFrankreichDeutschland (RAL)
I14–17 mmHg10–15 mmHg18–21 mmHg
II18–24 mmHg15–20 mmHg23–32 mmHg
III25–35 mmHg20–36 mmHg34–46 mmHg
IVnicht zutreffend>36 mmHg>49 mmHg
Tab. 1: Kompressionsklassen international (6).

Rundgestrickte Medizinische Kompressionsstrümpfe

Rundgestricktes Material wird von zylinderförmigen Maschinen schlauchförmig rund durch unveränderliche Nadelzahl gefertigt und ermöglicht keine Zunahme der Maschenzahl. Ein größerer Umfang wird durch Änderung der Maschengröße und der Vorspannung des Kompressionsfadens erreicht. Die mögliche Umfangsänderung bei Kalibersprüngen ist dadurch limitiert. Reich-Schupke und Stücker verweisen 2019 auf einen maximalen Unterschenkelumfang von nicht mehr als das Zweieinhalbfache des schmalsten Knöchelumfanges. Die Umfangszunahme darf dabei nicht mehr als 1 cm je cm Länge sein (10).

Rundgestrickte Strümpfe haben eher einen Langzugcharakter und eine geringere Stiffness. Die Biegesteifigkeit nimmt vom Fesselbereich bis in die Oberschenkel stetig ab, da die Maschengröße zunimmt und die Spannung des Kompressionsschussfadens abnimmt.

Verschiedene Materialien wie Baumwolle oder Merinowolle werden insbesondere von Menschen mit empfindlicher Haut als angenehm empfunden. Die individualisierte Einarbeitung von Pelotten, Polstern, Verstärkungen, Zehenkappen (Abb. 1), Handschuhen etc. hingegen ist bei Rundstrick nicht bzw. nur sehr begrenzt möglich.

Flachgestrickte Medizinische Kompressionsstrümpfe

Flachgestricktes Material wird flach/plan gefertigt und anschließend entsprechend der benötigten Form manuell vernäht. Das ermöglicht eine hohe Flexibilität und individuelle Anpassungsmöglichkeiten auch bei außergewöhnlichen Körperformen. Vielfache Sonderanfertigungsmöglichkeiten gewähren eine individuelle Anpassung an die Körperform, Tabelle 3 zeigt eine Übersicht über die vielfältigen Möglichkeiten. Durch Verwendung dickerer Garne und dreidimensionaler Gestricke wird eine höhere Stiffness und damit eher kurzzügiges Verhalten erreicht, das bei Bewegung zu einem verstärkten Massageeffekt der Haut führt (10, 11). Die höhere Stiffness erzeugt auch eine stärkere hämodynamische Reaktion (12, 13). Aufgrund einer geringeren Dehnbarkeit in Querrichtung entsprechen flachgestrickte Kompressionsstrümpfe im Wesentlichen textilelastischen Binden. Dadurch entsteht ein hoher Widerstand/Widerlager (Gegenkraft) gegen eine Ausweitung des Lymphödems (Arbeitsdruck).

Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe unterstützen die Flüssigkeitsbewegung, damit auch die Immunantwort und steigern die Nährstoffabsorption (14). Bei guter Passform reduziert ein Kompressionsstrumpf in der Bewegung auch das fibrotische Gewebe (15).

Große Biegesteifigkeit und hohe Flächenstabilität verhindern das Zusammenrutschen des Gestricks in den Gelenkbereichen sowie ein Einschnüren in Hautfalten und weichen Gewebeteilen/Weichteilüberlagerungen bei besonderen anatomischen Gegebenheiten. Dies wird im Strickverfahren dadurch erreicht, dass im Flachstrick über die gesamte Länge der Versorgung – von der Fessel bis zum Oberschenkel (z. B. eines A–G-Strumpfes) – die Maschengröße identisch ist. Das Ergebnis ist eine gleichmäßige Materialbeschaffenheit (Tab. 2), was sich bei Lymphödempatienten als besonderer Vorteil gegenüber einer rundgestrickten Versorgung erweist. Die planen Abschlüsse flachgestrickter Kompressionsstrümpfe verhindern zudem ein Einrollen.

Ein möglicher mehrschichtiger Aufbau flachgestrickter Kompressionsstrümpfe leitet die Feuchtigkeit nach außen ab, was bei der durch das Lymphödem vorbelasteten Haut hinsichtlich Mykosen und bakteriellen Infektionen einen Vorteil gegenüber der rundgestrickten Versorgung darstellt. So ist außerdem an Knien oder Ellenbogen der Wechsel in ein weicheres Material möglich (Funktionszone). Dadurch werden die Beweglichkeit im Gelenk verbessert und Einschnürungen in der empfindlichen Haut der Kniekehle oder Ellenbeuge vermieden (16).

Neue Technologien erlauben eine lokalisierte Veränderung des Kompressionsdruckes, was z. B. bei Stufenbildung durch Narben oder speziellen Körperformen hilfreich ist. Die Kompressionsklasse kann bei flachgestrickter Technik angepasst werden und bei überlappender Versorgung (Überbestrumpfung) einen gleichmäßigen Druck garantieren. Im Leibteil ist z. B. bei Strumpfhosen oft ein geringerer Druck erforderlich als an den Beinen. Das gestattet eine mehrteilige Versorgung, die das An- und Ausziehen etwa beim Toilettengang erleichtert.

Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe liegen demnach flach auf dem Gewebe auf und erzeugen einen verstärkten Massage­effekt. Sie kneifen nicht, rollen sich nicht auf und schneiden nicht in Hautfalten ein, wodurch sie sich besonders für Glied­maßen mit Formveränderungen eignen. Bei maßgeschneiderter medizinischer Kompressionsbestrumpfung wird den Patienten eine individuell angefertigte Kompressionsbekleidung zur Verfügung gestellt, die exakt den individuellen Maßen entspricht. Dadurch wird ein erhöhter Trage­komfort erreicht, welcher wiederum die Therapietreue und das Selbstmanagement fördert. Darüber hinaus kann eine flachgestrickte medizinische Kompressionsbekleidung durch spezielle Optionen (Tab. 3), die in die Kompressionsbekleidung eingestrickt werden, für jeden Patienten individuell angepasst werden (11). So sind Stufenbildungen oder Deformitäten durch die flachgestrickte Grundform herstellbar und Zusätze gut zu integrieren. Diese technische Überlegenheit von Flachstrick bei der Versorgung des Lymphödems gegenüber Rundstrick wurde zuletzt 2023 im Statement der American Vein and Lymphatic Society bestätigt (17). Rundgestrickte Kompressionsstrümpfe schnüren mitunter schmerzhaft in die Haut ein und können der komprimierenden Wirkung nicht mehr zielführend gerecht werden (Abb. 2).

Gestrick-Parameterflachgestrickte MKSrundgestrickte MKS
Materialdicke (mm)1,76 (Ø aller Hersteller)0,93 (Ø aller Hersteller)
Flächengewicht (g/m²)592 (Ø aller Hersteller)322 (Ø aller Hersteller)
Rauigkeit (TS750-Wert)285 (hohe Rauigkeit, 100 %)152 (geringe Rauigkeit, 53 %)
Weichheit (TS7-Wert)12 (geringe Weichheit, 100 %)7 (hohe Weichheit, 58 %)
Steifigkeit (D, mm/N)1,55 (hohe Steifigkeit, 100 %)4,00 (geringe Steifigkeit, 39 %)
Tab. 2: Daten zu den technischen Gestrick-Parametern. 
(MKS: Medizinische Kompressionsstrümpfe)

Einlagen und Pelotten

Kompressionsstrümpfe üben einen konzentrischen Druck aus, der den besonderen Bedürfnissen z. B. am Hand- oder Fußrücken und retromalleolar nicht immer hinreichend gerecht wird. Um einen gezielten Druck an den genannten Regionen, aber auch am Mons pubis, der Mamma oder an stufenförmigen Narben zu erreichen, werden Pelotten aus Schaumstoff eingelegt oder bei flachgestricktem Material eingenäht. Der medizinische Nutzen wird dadurch noch einmal deutlich verbessert.

Zusammenfassend gibt es bei flach­ge­strickten Medizinischen Kompres­sions­strümpfen ungleich mehr In­­di­vi­du­ali­sierungsmöglichkeiten als bei rundgestrickten, was insbesondere, aber nicht ausschließlich, bei Patientinnen mit sekundären Lymphödemen nach Brustkrebs von außerordentlicher Bedeutung ist. Aus medizinischer Sicht birgt Flachstrick verschiedene Vorteile gegenüber Rundstrick, z. B. die höhere Stiffness und Biegesteifigkeit, Passgenauig­keit und Vermeidung von Falten. Eine kombinierte Kompression (aus z. B. Radler- und Bermudahose, Leggings, Fußkompression in Kombination) ist nur flachgestrickt möglich. Zu den technischen Gründen, warum insbesondere beim ausgeprägten Lymph­ödem flachgestrickte Kompressionsstrümpfe nicht nur bevorzugt werden sollten, sondern zwingend notwendig sind, gehören ungewöhnliche Beinformen, große Umfangsänderungen der Unterschenkel zu den Oberschenkeln, Kalibersprünge und die Möglichkeit, Zusätze einzuarbeiten. Auch die Zehen- und Fingerkompression ist nur flachgestrickt möglich (Abb. 1, Tab. 3).

Zusatz,
Bezeichnung
Einsatzort, 
Anwendungsort
Wirkungsweisen
(einzeln oder kombiniert)
patientenbedingte Indikationen, 
Anwendungsgebiet 
(einzeln oder kombiniert)
Untere Extremität
Zehenkappe, komprimierendes Zehenteil; 
17.99.99.2004
FußWirkt der Ödembildung im Zehenbereich entgegenPatienten mit ödematösen Zehen (Stemmersches Zeichen positiv) und Fußrücken
geschlossene Fußspitze;
17.99.99.2025
FußspitzeVerhinderung des Verschiebens des Strumpfes nach hinten; Vermeidung des Rückstaus in den ZehenbereichZehen- und Fußfehlstellungen; aktive Patienten
schräger Fuß; distaler schräger Fußabschluss; bei offenem & geschlossenem Fuß (anatomisch asymmetrischer Fuß)Vorfußanatomische Passform; gewährleistet den erforderlichen Druckverlauf ab den Zehengrundgelenken; distale Fixierung; Vermeidung zirkulärer Einschnürung und Entstehung eines Vorfußödemsbei Lymphödem; bei Zehen- und Fußfehlstellungen zwingend erforderlich
90°-Fuß, Y-Einkehr, T-Ferse, zusätzliche Risteinkehren;
17.99.99.2030
Sprunggelenk, Spann, RistVerminderte Faltenbildung auf dem Spann, dadurch Verhinderung von Einschnürung, Druckstellen, Hautreizungen, Hautverletzungen; Gewährleistung der GelenkfunktionalitätHautfalte bei Y; prominente Extensorensehne; ausgeprägte anatomische Ferse; große Umfangsdifferenz zwischen Messpunkten Y und B; vorwiegend sitzende Tätigkeit
Reißverschluss; 17.99.99.2015untere Extremität; HosenteilGewährleistet das funktionsgerechte An- und Ablegen der Versorgung bei speziellen anatomischen und/oder pathologischen Voraussetzungen; ermöglicht das Positionieren/Wechseln von Pelotten, Wundauflagen und InkontinenzartikelnBei starken Umfangsdifferenzen, Kalibersprüngen; Nebenerkrankungen wie z. B. Inkontinenz, orthopädischen/neurologischen Erkrankungen, Adipositas, etc.; Ulzerationen; Patienten mit Bewegungs- und Funktionseinschränkungen; bei Einsatz von Pelotten, Wundauflagen und Inkontinenzartikeln
anatomisch abgewinkeltes Knie; Ellipse; Funktionszone Knie; 
17.99.99.2028
Kniegelenkverminderte Faltenbildung in der Kniekehle, dadurch Verhinderung von Einschnürung, Druckstellen, Hautreizungen, Hautverletzungen im dorsalen Sehnenbereich und der vaskulären Strukturen; Gewährleistung der GelenkfunktionalitätHautirritationen im Kniekehlenbereich; Kalibersprünge, Haut- bzw. Gewebeüberhang; sehr weiches Gewebe; arthrotische Veränderungen im Kniegelenk; Beugekontraktur; vorwiegend sitzende Tätigkeit
Oberbeinerhöhung, Vorderbeinerhöhung, ventrale Erhöhung; 17.99.99.2027Abschluss am ventralen Oberschenkelproximale Fixierung; Anpassung an den anatomischen Leisten- und Pofaltenverlauf; zur Verhinderung von Weichteilwülsten am OberschenkelPatienten mit voluminösem, ödembetontem Oberschenkel, und/oder weichem Gewebe; Ausgleich von deutlichem Längenunterschied zwischen G- und K-Messpunkt
schräger Abschluss proximal, laterale Erhöhung, Überhöhung Slipform; 
17.99.99.2026
Abschluss an: Unterschenkel, Oberschenkel, LeistenbereichVermeidet zirkuläres Einschnüren der subkutanen Lymphgefäße; gewährleistet die Kompressionswirkung aus der poplitealen Lymphknotenregion bei Unterschenkelversorgungen sowie aus dem Schritt entlang der Leiste zu den inguinalen Lymphknotenregionen bei oberschenkellangen Versorgungen und allen Hosenvarianten; proximale FixierungBei Lymph- und Lipödem und deren Mischformen erforderlich
Hodensack; 
kompressives Suspensorium, Skrotum; 17.99.99.2017
GenitalbereichKompression des GenitalsGenitallymphödem
Stomaöffnung; 17.99.99.2020AbdomenErmöglicht den Zugang zu externen Ableitungen/ZuleitungenStoma, PEG
Abschluss Taille; Durchziehgummi, angenähtes Taillenband mit/ohne KlettLeibteilHaltefunktion; gewährleistet dauerhaft den korrekten Sitz der VersorgungBei Hosenversorgungen erforderlich; bei geringen Maßunterschieden zwischen Hüfte und Taille; bei Druckempfindlichkeit im Oberbauch
Haftrand, Haftband;
17.99.99.2008
zirkulärer AbschlussHaltefunktion; gewährleistet dauerhaft den korrekten Sitz der VersorgungBei Oberschenkelversorgungen erforderlich; ggf. bei Unterschenkelversorgungen und Hosenvarianten erforderlich
Haftbandstück, Haftpad, Dreiviertel-Haftband, Haftbandstopper;
17.99.99.2016
individuelle Positionierung; innen eingenähtzusätzliche Haltefunktion, die unter entsprechenden Umständen trotz exakter Passform nicht gewährleistet werden kannausgeprägte konische Beinform; voluminöse, ödembetonte Oberschenkel und/oder weiches Gewebe; starke Behaarung; trockene Haut; bei allen Versorgungsvarianten ggf. notwendig
Futterstoff; Tasche;
17.99.99.2031
Kniekehle, Fußrücken, indikationsabhängigSchutz empfindlicher Haut vor Reibung und mechanischer Belastung Fixierung von Pelotten nach MaßHautirritationen im Einsatzbereich, Pergamenthaut; lokal verstärktes Ödem und/oder Fibrosierung im Einsatzbereich, ermöglicht exakte Positionierung von Pelotten
StulpeBeinGewährleistet bei bestimmten anatomischen Beinformen eine sichere Fixierung durch die Kombination von Stulpe mit AD-Strumpf; Erhalt der SelbständigkeitKalibersprünge; orthopädische/neurologische Nebenerkrankungen; Adipositas; Patienten mit Bewegungs- und Funktionseinschränkungen
Pelotte nach Maß, lymphologische Pelotte, Ödempelotte mit strukturierter Oberfläche, LymphpadKniekehle, Fußrücken, Genitalbereich, indikationsabhängigoptimale Druckverteilung, lokale Druckerhöhung, Vermeidung von Ödembildung, Lockerung von Fibrosen durch strukturierte OberflächeLokal verstärktes Ödem und/oder Fibrosen im Einsatzbereich; Abweichungen vom anatomischen Standard; Weichteildefekte; zur Rezidivprophylaxe nach Ulzerationen
Kompressionspelotte, inkl. Tasche, konfektioniert
17.99.99.0002
retromalleolare ZoneOptimale Druckverteilung; Vermeidung von Ödembildung in der retromallolaren ZoneLymphsee und Fibrosierung im retromalleolaren Bereich
Obere Extremität
Handschuh;
17.99.99.2012, (17.99.99.2010-2011 Handteil)
 HandWirkt der Ödembildung im Hand- und Fingerbereich entgegenPatienten mit ödematösen Fingern (Stemmer positiv) und/oder Handrücken
Funktionszone Ellenbogen, vermehrte Einkehr (Arm);  anatomisch abgewinkelter Ellenbogen;
17.99.99.2029
EllenbogenVerminderte Faltenbildung in der Ellenbeuge, dadurch Verhinderung von Einschnürung, Druckstellen, Hautreizungen, Hautverletzungen im Beugesehnenbereich und der vaskulären Strukturen; Gewährleistung der GelenkfunktionalitätHautirritationen im Ellenbogenbereich; Arthrotische Veränderungen im Ellenbogen; Beugekontrakturen
schräger Abschluss an langem Handschuh, ArmstrumpfAbschluss an Unterarm, OberarmVermeidet zirkuläres Einschnüren der subkutanen Lymphgefäße; gewährleistet die Kompressionswirkung bis in die Achselregion; proximale FixierungBei Lymph- und Lipödem und deren Mischformen erforderlich
Haftbandstück, Haftpad/Dreiviertel-Haftband, Haftbandstopper
17.99.99.2016
Positionierung individuell innen eingenähtZusätzliche Haltefunktion, die unter besonderen Umständen trotz exakter Passform sonst nicht gewährleistet werden kannAusgeprägte konische Armform; voluminöser, ödembetonter Oberarm und/oder weiches Gewebe; starke Behaarung; trockene Haut, Empfindlichkeit im axillären Bereich; bei allen Versorgungsvarianten ggf. notwendig
Haftrand, Haftband;
17.99.99.2008
zirkulärer AbschlussHaltefunktion; gewährleistet dauerhaft den korrekten Sitz der VersorgungBei Armversorgungen; ggf. bei Handschuhversorgungen erforderlich
Bolero; 
17.99.99.2022
Arm, ThoraxZur Verbindung von Armstrümpfen im Rückenbereich bei beidseitiger Versorgung.Bei Unverträglichkeiten gegenüber anderen Befestigungssystemen wie Silikonhaftbändern oder Gurte.
Reißverschluss
17.99.99.2014
Obere ExtremitätGewährleistet das funktionsgerechte An-/und Ablegen der Versorgung bei speziellen anatomischen und/oder pathologischen Voraussetzungen, ermöglicht das Positionieren/Wechseln von Pelotten und WundauflagenBei starken Umfangsdifferenzen; orthopädische/neurologische Nebenerkrankungen; Patienten mit Bewegungs- und Funktionseinschränkungen; bei Einsatz von Pelotten und Wundauflagen
Pelotte nach Maß, Lymphologische Pelotte; Ödempelotte mit strukturierter OberflächeHand, Ellbogen, indikationsabhängigoptimale Druckverteilung; lokale Druckerhöhung; Vermeidung von Ödembildung; Lockerung von Fibrosen durch strukturierte Oberflächelokal verstärktes Ödem und/oder Fibrosen im Einsatzbereich; Abweichungen vom anatomischen Standard; Weichteildefekte
Futterstoff, Tasche;
17.99.99.2031
Ellbogenbeuge, Handrücken, indikationsabhängigSchutz empfindlicher Haut vor Reibung und mechanischer Belastung; Fixierung von Pelotten nach MaßHautirritationen im Einsatzbereich, Pergamenthaut; lokal verstärktes Ödem und/oder Fibrosierung im Einsatzbereich, ermöglicht exakte Positionierung von Pelotten
Tab. 3: Zusätze zu lymphologischen, flachgestrickten Kompressionsstrümpfen: Bezeichnungen, Wirkungsweisen und Anwendungsgebiete.
Konsens des Arbeitskreises lymphologische Kompressionsstrumpfversorgung der BUFA, Dortmund 2019 (23).

Diskussion

Zusammenfassend gibt es medizinische und technische Gründe, weshalb beim ausgeprägten Lymphödem flachgestrickte Kompressionsstrümpfe bevorzugt oder sogar zwingend verordnet werden sollten. Ein Lymphödem mit sichtbaren und fühlbaren Änderungen des Körpers ist unabhängig von der Ursache eine chronische Erkrankung, die viele Konsequenzen für die Betroffenen hat. Für Frauen mit Brustkrebs ist es eine gefürchtetete Spätfolge und Komplikation (18). Die Kompressionsbehandlung wiederum ist die effizienteste und effektivste Behandlung des Ödems (19, 20) und hat damit erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität (21). Eine kontinuierliche flachgestrickte Kompressionstherapie kann also nicht nur die Symptome des Lymphödems und die Lebensqualität verbessern, sondern auch Komplikationen verhindern (3) und dadurch die Behandlungsintensität sowie Kosten im Gesundheitssystem reduzieren.

Patienten mit Lymphödemen sollten die Kompression täglich tagsüber tragen. Bei fehlendem Rückgang des Ödems über Nacht ist auch in diesem Zeitraum eine Nachtkompression erforderlich. In der Entstauungsphase wird der Kompressionsverband oder das MAK 24 Stunden getragen. Tragekomfort durch maßgefertigte Passgenauigkeit ist in jeder Phase der Therapie eine wichtige Voraussetzung, so auch in der Erhaltungsphase. Die Kompression sollte deshalb nicht nur effektiv und effizient sein, sondern auch einen hohen Tragekomfort aufweisen. Flachgestrickte Medizinische Kompressionsstrümpfe werden den individuellen Bedürfnissen und Körperformen der Lymphödempatienten hier besser gerecht als rundgestrickte.

Vergleichende Studien bei Lymphödempatienten, die rund- bzw. flachgestrickt versorgt wurden, existieren nicht. Dies ist in der Praxis auch kaum umsetzbar, wenn man bedenkt, dass die Ödeme symmetrisch an beiden Extremitäten auftreten müssten und Patienten unter Umständen unethisch behandelt würden, weil sie nicht patientengerecht versorgt werden. Warum Lymphödempatienten im Alltag mit flachgestrickter Kompression versorgt werden müssen, ergibt sich aus der lymphödembedingten Verformung der Extremität, der häufigen Komorbidität Adipositas sowie aus den zusätzlichen individuellen Anpassungsmöglichkeiten, die nur Flachstrick bietet (Tab. 3).

Fazit

Klinische Studien mit Patienten, die an gleichartigen Ödemen leiden und mit rund oder flachgestrickt versorgt werden, finden sich in der aktuellen Literatur nicht. Insbesondere bei ausgeprägten Lymphödemen an den Extremitäten und adipositasassoziierten Lymphödemen ist eine Versorgung mit rundgestricktem Material unangemessen und lässt neben der fehlenden individuellen Anpassungsmöglichkeiten auch eine verringerte Adhärenz befürchten.

Die Empfehlung zur Wahl der Kompressionsbestrumpfung richtet sich nach den technischen Möglichkeiten der Kompressionsherstellung. Den benötigten hohen Arbeitsdruck und den individuellen Anforderungen beim Lymphödem wird der Flachstrick gerecht (22). Rundstrick würde schmerzhaft einschnüren und wenig Wirkung auf das Ödem und die Fibrosierung haben.

Kompressionsversorgung beim Lymph­ödem ist eine hohe Kunst und für alle Beteiligten immer wieder eine Herausforderung. Aus medizinischer Sicht ist die flachgestrickte Bestrumpfung zu bevorzugen, aus technischer Sicht macht Flachstrick die medizinische Kompressionsversorgung beim Lymphödem erst entsprechend möglich, denn er kombiniert sowohl die medizinischen wie persönlichen Bedürfnisse. Langfristig vermeidet oder reduziert die angemessene medizinische Kompressionsversorgung Folgen der Ödemerkrankung und ist damit auch ökonomisch wichtig.

Autorin
Foto der Augenärztin Christina Miller

Dr. med Anya Miller

Dermatologische Praxis
Wilmersdorfer Str. 62, 10627 Berlin
miller(at)miller-derma.de

1 S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Lymphödeme. register.awmf.org/de/leitlinien/detail/058-001 (abgerufen am 04.03.2024).

2 Cox NH. Oedema as a risk factor for multiple episodes of cellulitis/erysipelas of the lower leg: a series with community follow-up. Br J Dermatol 2006;155:947-50.

3 Webb E, Neeman T, Bowden FJ, et al. Compression Therapy to Prevent Recurrent Cellulitis of the Leg. N Engl J Med. 2020;383(7):630-639.

4 S2K-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum, 2024, register.awmf.org/de/leitlinien/detail/037-009 (abgerufen am 24.04.2024).

5 S2K-Leitlinie Lipödem, 2024, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/037-012 (abgerufen am 25.09.2024)

6 Morgan PA, Moffat CJ. International consensus on managing lymphoedema. Nurs Times, 2006; 102(44):42, 44.

7 Damstra RJ, Halk AB. The Dutch lymphedema guidelines based on the International Classification of Functioning, Disability, and Health and the chronic care model. J Vasc Surg Venous Lymphat Disord 2017;5(5):756-765.

8 van der Wegen-Franken K, Roest W, Tank B et al. Calculating the pressure and the stiffness in three different categories of class II medical elastic compression stockings. Dermatol Surg. 2006; 32 (2):216-223.

9 Partsch H, Junger M. Evidence for the use of compression hosiery in lymphoedema. In: Lymphoedema Framework. Template for practice: compression hosiery in lymphoedema. MEP Ltd, London 2006.

10 Reich-Schupke S, Stücker M. Round-knit or flat-knit compression garments for maintenance therapy of lymphedema of the leg? – Review of the literature and technical data. J Dtsch Dermatol Ges. 2019;17(8):775-784.

11 Heal D. Improving patient concordance in lymphoedema management with SoftFit technology. Br J Community Nurs 2017;22 Suppl 5(Sup5):S22-S27.

12 Mosti G and Cavezzi A. Compression therapy in lymphedema: between past and recent scientific data. Phlebology 2019; 34(8): 515–522.

13 Partsch H, Schuren J, Mosti G, et al. The static stiffness index: an important parameter to characterise compression therapy in vivo. J Wound Care 2016; 25(Suppl 9): S4–S10.

14 Cooper-Stanton G. Flat knit hosiery: purpose, selection and application in chronic oedema and lipoedema. Chronic Oedema 2019; S1-S4.

15 Carati C, Gannon B, Piller N. Anatomy and physiology in relation to compression of the upper limb and thorax. Journal of Lymphoedema 2010;5(1): 58-67.

16 Elwell R, Heal D. Impact of JOBST® Elvarex® knee and elbow functional zones on quality of life. Br J Community Nurs Chronic Oedema 2017; 22(10).

17 Hettrick H, Ehmann S, McKeown B, et al. Selecting appropriate compression for lymphedema patients: American Vein and Lymphatic Society position statement Phlebology 2023; 0(0): 1–4.

18 International Society of Lymphology. The diagnosis and treatment of peripheral lymphedema: 2016 Consensus document. Lymphology. 2016;49: 170–184.

19 Kärki A, Anttila H, Tasmuth T, et al. Lymphoedema therapy in breast cancer patients: a systematic review on effectiveness and a survey of current practices and costs in Finland. Acta Oncol. 2009;48(6):850–859

20 McNeely ML, Peddle CJ, Yurick JL, et al. Conservative and dietary interventions for cancer-related lymphedema: a systematic review and metaanalysis. Cancer. 2011;117(6):1136–48.

21 Ochalek K, Partsch H, Gradalski T, et al. Do compression sleeves reduce the incidence of arm lymphedema and improve quality of life? Two-year results from a prospective randomized trial in breast cancer survivors. Lymphat Res Biol. 2019; 17(1):70–77.

22 Künzel T. Komplexe Physikalische Entstauungstherapie: Standardtherapie der Lymphödeme. Phlebologie 2024; 53:24-35.

23 Bundesfachschule für Orthopädietechnik (BUFA). DEU 14006701/1/1. W379LY 05/2019.