Skip to main content

Dieser Beitrag ist nur für Mitglieder verfügbar!

Allgemein- & Innere Medizin, Gynäkologie, Onkologie, Urologie, Medizin Gynäkologie, Urologie, Allgemein- & Innere Medizin Onkologie
Patientenkommunikation

Infografiken machen komplexe Krebstherapien leichter verständlich

Um die Kommunikation zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie Betroffenen zu verbessern, haben Forschende aus Dresden visuelle Hilfen zum Verständnis von Behandlungsplänen entwickelt.


05.02.2025
Teilen auf:
drucken Gefällt mir merken

Die traditionell genutzten, textbasierten Ausführungen zu Behandlungsmethoden und -verlauf bei Krebserkrankungen können für die häufig älteren Patientinnen und Patienten schwer verständlich sein. Dies birgt unter Umständen Probleme bei der Verständigung auf ein Therapiekonzept zwischen medizinischem Personal und Betroffenen.

Visuelle Behandlungspläne mit Piktogrammen

Dieser Herausforderung haben sich Forschende des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden und der Fakultät Psychologie der Technischen Universität Dresden angenommen und verschiedene Konzepte und Herangehensweisen für visuelle Hilfen entwickelten. Auf dieser Basis erstellten sie visuelle Behandlungspläne in Form von Zeitachsen mit intuitiven Piktogrammen (siehe Abbildung). Eine dazu gemeinsam mit dem Patientenbeirat des NCT/UCC Dresden durchgeführte Studie ergab, dass die visuellen Hilfen nachvollziehbar sind sowie Verständnis und Sicherheit bei der Behandlung erhöhen. Die Patientinnen und Patienten äußerten sich dankbar für diese visuellen Hilfsmittel und schätzen sie auf ihrem Weg durch die Gesundheitsversorgung. Die Hilfsmittel liefern konkrete Antworten auf wichtige Fragen, die auch von den an dieser Studie beteiligten Patienten gestellt wurden, wie z. B. „Wie lange werde ich von zu Hause weg sein?“ und „Wie oft komme ich wieder ins Krankenhaus?“.

„In der klinischen Erprobung zeigten die Patientinnen und Patienten, dass sie die Behandlungspläne deutlich besser verstehen und nachvollziehen können“, erklärt Dr. Helena Jambor, NCT/UCC Dresden. „Ihre Zufriedenheit stieg aufgrund der Informationen deutlich – eine Einschätzung, die auch von den betreuenden Ärztinnen und Ärzten bestätigt wurde.“

„Diese Forschung unterstreicht das immense Potenzial visueller Hilfen in der medizinischen Kommunikation, insbesondere bei klinischen Anwendungen von komplizierten Behandlungsprotokollen“, ergänzt Prof. Martin Bornhäuser, Direktor des Universitäts KrebsCentrums (UCC) und der Medizinischen Klinik I am Universitätsklinikum Dresden. „Durch die Vereinfachung komplexer Informationen in zugängliche visuelle Formate kann in klinischen Abläufen Klarheit verschafft und so die Qualität der Patientenbetreuung verbessert werden.“

Über die Studie

In der Studie wurden die Lesbarkeit, Verständlichkeit und klinische Anwendbarkeit visueller Zeitleisten zur Kommunikation von Krebsbehandlungspfaden untersucht. Die Studie umfasste zwei Online-Umfragen und eine persönliche Umfrage mit Patienten mit hämatologischen Krebserkrankungen. An den Online-Umfragen nahmen 306 bzw. 160 Teilnehmer teil, während die klinische Bewertung 30 Patienten (11 erneut befragt) und 24 Ärzte umfasste. 

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass visuelle Behandlungszeitpläne das Verständnis deutlich verbessern und das Selbstvertrauen der Teilnehmer bei der Beantwortung von inhaltlichen Fragen zu Behandlungsverläufen erhöhen.

Journal of the American Medical Informatics Association, ocae319, https://doi.org/10.1093/jamia/ocae319

Welche Bewertung würden Sie dem Beitrag im Allgemeinen geben?
Bitte Bewerten Sie die Umfrage.