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Pädiatrie, Schmerztherapie Pädiatrie Pädiatrie
Bilderstudie

Schmerzerleben bei Kindern lässt sich verringern

Kinder erleben immer wieder Schmerzen – sei es bei kleinen Unfällen beim Spielen, beim Sport oder während medizinischer Eingriffe wie Impfungen. Den Schmerz zu lindern ist sowohl Eltern, als auch medizinischem Personal ein großes Anliegen. Dabei können Bilder und Fotos helfen. 


11.02.2025
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In einer experimentellen Studie untersuchen Forschende um Prof. Christiane Hermann von der Abteilung für Klinische Psychologie, ob das gleichzeitige Betrachten von verschiedenen Bildern die Schmerzwahrnehmung lindern kann. Die Studie wurde jetzt in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht.

Studienaufbau 

Für die Studie wurden Kindern im Alter von 8 bis 13 Jahren in ein Labor eingeladen, wo sie leichte, aber länger andauernde Hitzereize auf ihrem Unterarm spürten. Gleichzeitig betrachteten sie verschiedene Fotos: Gesichter ihrer Mutter mit neutralem Gesichtsausdruck, Gesichter fremder Frauen, die entweder lächelten oder neutral blickten, angenehme Szenen – etwa mit Delfinen –, aber auch unangenehme Szenen (z. B. angsteinflößende oder traurige Bilder). Die Kinder bewerteten sowohl die Fotos als auch die Intensität der Schmerzen, die sie während des Experiments empfanden, während gleichzeitig psychophysiologischen Werte wie zum Beispiel die Hautleitfähigkeit oder die Aktivität der Stirnmuskulatur gemessen wurden.

Einfluss auf das Schmerzempfinden

Das Betrachten bestimmter Bilder konnte die Schmerzempfindung der Kinder nachweislich beeinflussen: Bilder der neutral schauenden Mutter, einer lächelnden Fremden oder angenehme Szenen reduzierten die wahrgenommene Schmerzintensität. Unangenehme Bilder führten zu einer Verstärkung der Schmerzreaktionen, die sich besonders in den psychophysiologischen Werten zeigte.

Bilder als Bewältigungsstrategie

Die Ergebnisse eröffnen neue Wege, wie Bilder als emotionale Unterstützung für Kinder genutzt werden können.

Die Ergebnisse der Studie zeigen nicht nur, dass schon das Betrachten eines Fotos der Mutter, einer lächelnden fremden Person oder einer positiven Szene spürbar zur Schmerzlinderung bei Kindern beitragen kann. Diese Erkenntnisse haben auch praktische Bedeutung: Wenn Eltern bei einem schmerzhaften Ereignis ihres Kindes, wie zum Beispiel einer Impfung oder einem Vorfall in der Kindertagesstätte, nicht anwesend sein können, können solche Bilder eine einfache und wirksame Möglichkeit sein, dem Kind zu helfen, den Schmerz besser zu bewältigen. Zusätzlich zeigen manche Eltern gerade bei medizinischen Untersuchungen ausgeprägte schmerzbezogene Angstreaktionen, die sich negativ auf die zu behandelnden Kinder auswirken können. Auch in solchen Fällen könnten stattdessen entsprechende Bilder eingesetzt werden. 

Originalpublikation

Hillmer K, Kappesser J, Hermann C (2024) Affective and social pain modulation in children—Experimental evidence using picture viewing. PLOS ONE 19(12): e0313636. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0313636

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