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Speiseröhrenkrebs

Präzisionschirurgie ermöglicht große Therapiefortschritte

Eine gefürchtete Diagnose: Speiseröhrenkrebs. Denn oft ist es nötig, in belastenden Operationen viel Gewebe zu entfernen. Gerade neue Therapien für Speiseröhrenkrebs wie multimodale personalisierte Präzisionschirurgie versprechen große Therapiefortschritte.


24.02.2025
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Etwa 5.660 Männer und über 1.700 Frauen erkrankten im Jahr 2020 an Krebs der Speiseröhre, gut 4.600 Männer und 1.400 Frauen starben an den bösartigen Wucherungen.1 Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Rauchen, Alkohol, Übergewicht und der Reflux. Neue Therapien für Speiseröhrenkrebs geben also Grund zur Hoffnung.

„Die klassische Therapie besteht in der Regel aus einem großen viszeralchirurgischen Eingriff. Dabei werden anteilig die Speiseröhre mit dem Tumor und sämtliche in der Nähe befindlichen Lymphknoten vollständig entfernt“, sagt Prof. Christiane Bruns, Direktorin der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Tumor- und Transplantationschirurgie der Uniklinik Köln und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) 2023/2024. Doch es gibt Fortschritte in den Therapien für Speiseröhrenkrebs. „Mittlerweile richten wir uns bei der Behandlung von Tumoren im Verdauungstrakt sehr an den Voraussetzungen jedes einzelnen Patienten aus“, so die Viszeralchirurgin, die auch stellvertretende Leiterin des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) Köln ist. Demnach schauten sie sich dazu etwa die molekulare Charakteristik des Tumors an. Schließlich könnten sie daraus schließen, auf welche Medikamente der Krebs ansprechen wird und wie hoch dessen Streuwahrscheinlichkeit ist.

Außerdem bestimmen die Therapieentscheidung auch Fragen wie „Kann man noch beobachtend abwarten?“ oder „Inwieweit ist es möglich, das Organ bei der Operation zu erhalten?“ Ist der Entschluss zur Operation somit getroffen, stehen die offene Chirurgie, minimalinvasive Verfahren sowie die robotisch unterstützte Chirurgie zur Wahl.

Neue Therapien für Speiseröhrenkrebs haben viele Vorteile

„Im Gegensatz zur offenen Chirurgie hat die minimalinvasive Roboter-unterstützte Chirurgie beim Speiseröhrenkrebs viele Vorteile“, sagt Bruns. „Diese ermöglicht eine mehrfache Vergrößerung des Operationsgebiets und bietet damit eine deutlich übersichtlichere Darstellung sämtlicher Strukturen.“ Zudem könnten mithilfe der Kameras Blickwinkel eingestellt werden, die man bei der herkömmlichen Chirurgie so nicht hat. Mittlerweile kommen auch neuartige Operationsroboter, die mit einem robotischen Mikroskop vernetzt sind, zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe können so feinste anatomische Strukturen wie beispielsweise Blutgefäße, Nerven oder Lymphbahnen mit einem Durchmesser von oft nur 0,3 Millimetern wieder miteinander verbunden werden. Also eine Präzision, die Nerven, Gefäße und andere empfindliche Strukturen auch bei radikalen Operationen bestmöglich schont.

Durch die neuen Ansätze der Therapien für Speiseröhrenkrebs, wie einer personalisierten und hochpräzisen Tumorchirurgie, verschieben sich die Grenzen der operativen und onkologischen Therapie. Bereits heute könne man einzelnen Betroffenen mit einer nur gering gestreuten Tumorerkrankung im Magen-Darm-Trakt ohne große Dynamik eine längere Überlebenszeit bieten, führt Bruns aus. „Auf dieser Basis – sie umfasst klinische Studien sowie molekularbiologische Forschung – entwickeln wir ein besseres Verständnis für die Besonderheiten dieser Krebszellen.“

Weite Anfahrt zahlt sich oft aus

All dies setzt jedoch voraus, dass sich die Betroffenen zur Behandlung in ein von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziertes Tumorzentrum begeben. „Damit sind hohe Fallzahlen und eine entsprechend große Erfahrung gegeben. Es wird in Prozessen gedacht und in optimaler interdisziplinärer Infrastruktur im Sinne jedes einzelnen Patienten gehandelt“, so Bruns. Und nur hier finden sich gebündelte fachübergreifende Expertise bis hin zu neuester Medizintechnik. „Ein Zentrum kann den Unterschied machen, ich rate deshalb allen Betroffenen, im Zweifel eine weitere Anfahrt dafür in Kauf zu nehmen.“

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1 www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Speiseroehrenkrebs/speiseroehrenkrebs.html

Quelle: DGCH

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