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Brustkrebs

Bahnbrechender Erfolg in der Mammakarzinom-Therapie

In einer aktuellen Studie erzielte ein internationales Forschungsteam einen deutlichen Fortschritt in der Mammakarzinom-Therapie: Mit einem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat lebten nach über acht Jahren noch neun von zehn Patientinnen, die an besonders aggressivem HER2-positivem Brustkrebs erkrankt sind.


10.03.2025
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Bei Frauen mit HER2-positivem Mammakarzinom bleibt nach einer ersten Behandlung oft noch Tumorgewebe im Körper zurück. Diese Frauen haben ein hohes Risiko, dass der Krebs rezidiviert oder sich verschlechtert. Etwa ein Drittel von ihnen erleiden Rückfälle oder versterben an ihrer Erkrankung. Nach den jetzt vorliegenden Erkenntnissen konnte mit der neu untersuchten Behandlungsform dieser Anteil auf unter 20 % reduziert werden.

Was sind Antikörper-Wirkstoff-Konjugate?
Chemisch besteht jedes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat aus drei Elementen: einem monoklonalen Antikörper, dem Zytostatikum (Payload) und dem Linker, der beide Substanzen verbindet. Er wirkt erst, wenn das Konjugat an Ort und Stelle ist und an einer Krebszelle andockt. Das Zytostatikum wird mittels der innovativen Linker-Technologie mit den monoklonalen Antikörpern verbunden. Die Antikörper sind in der Lage, bestimmte Proteine an der Oberfläche von Tumorzellen zu finden und daran anzudocken. Mit Hilfe der Antikörper-Wirkstoff-Konjugate lässt sich eine viel gezieltere und damit sehr wirksame Form der Therapie durchführen. 

Das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat T-DM1 wird bei Patientinnen eingesetzt, die vor der Operation mit Antikörpern und einer Chemotherapie vorbehandelt wurden und bei denen diese Therapie den Tumor in der Brust und in den Lymphknoten nicht genügend hat schrumpfen lassen.Antikörper-Wirkstoff-Konjugat T-DM1 verbessert Mammakarzinom-Therapie erheblich

In der aktuellen Studie namens KATHERINE1 untersuchte Prof. Michael Untch vom Helios Klinikum Berlin-Buch mit Kolleginnen und Kollegen, ob das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat T-DM1 (Trastuzumab-Emtansin) in der Nachbehandlung besser wirkt als das bisher verwendete Medikament Trastuzumab. „In unserer Studie hat die Hälfte der Patientinnen nach der Operation das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat T-DM1 bekommen, die andere Hälfte wurde allein mit dem Antikörper Trastuzumab behandelt. Das Überleben der Patientinnen, die mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat behandelt wurden, wurde relativ um ein Drittel verbessert. Etwa zehn Jahre nach Studienbeginn sind 89,1 % dieser Patientinnen am Leben“, erklärt Untch. Zudem senkt die Behandlung mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat das Risiko für ein Wiederauftreten der Krankheit deutlich: Mit T-DM1 waren acht Jahre nach der Behandlung 80 % der Frauen ohne Rezidiv. Mit Trastuzumab waren es im Vergleich 66 %.

„Das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat T-DM1 ist eine wirksamere Behandlungsmöglichkeit für Frauen, die nach der ersten Therapie vor der Operation bestehend aus Chemotherapie und Antikörpern noch Krebsgewebe in der Brust und/oder in den Lymphknoten haben. Es senkt das Rückfallrisiko erheblich und verbessert die Überlebenschancen. Damit haben wir einen deutlichen und für die Patientinnen relevanten Fortschritt in der Brustkrebsbehandlung geschafft“, fasst Untch die Studienergebnisse zusammen.

Die wichtigsten Ergebnisse der KATHERINE-Studie1 im Überblick:

  • Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs, die ergänzend mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat T-DM1 behandelt wurden, haben ein um relativ ein Drittel geringeres Risiko, dass der Krebs metastasiert oder sie aufgrund der Krebserkrankung versterben, als HER2-positive Brustkrebspatientinnen, die allein mit Chemotherapie und Antikörpern behandelt wurden.
  • Mit T-DM1 waren acht Jahre nach der Behandlung 80 % der Frauen ohne Krankheitsrückfall. Mit Trastuzumab waren es nur 66 % – also 14 % weniger. Das bedeutet, dass die Behandlung mit T-DM1 das Risiko für ein Wiederauftreten der Krankheit deutlich senkt.
  • Nach sieben Jahren waren 89,1 % der Frauen, die T-DM1 erhielten, am Leben, verglichen mit 84,4 % in der Trastuzumab-Gruppe. Das zeigt, dass T-DM1 auch die Überlebenschancen verbessert.
  • Rückfälle oder Metastasen bzw. Todesfälle wurden bei 146 Patienten (19,7 %) in der T-DM1-Gruppe und bei 239 (32,2 %) in der Trastuzumab-Gruppe festgestellt
Literatur

Geyer CE, Untech M et al. Survival with Trastuzumab Emtansine in Residual HER2-Positive Breast Cancer. N Engl J Med 2025;392:249-257. DOI: 10.1056/NEJMoa2406070. 

Quelle: Helios Kliniken

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