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Selbstbestimmte Schwangerschaftsabbrüche

Abtreibung und selbstbestimmte Schwangerschaftsabbrüche sind zentrale Themen der politischen und gesellschaftlichen Diskussion. Während einige Länder liberalere Regelungen einführen, setzen konservativ- und rechtsorientierte Kräfte in anderen Ländern restriktive Gesetze und Umgangsweisen durch.


19.03.2025
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So werden diese Entwicklungen sowohl von Anti-Abtreibungsbewegungen als auch von Zusammenschlüssen feministischer Aktivisten und Aktivistinnen begleitet und angetrieben. Besonders feministische Gruppierungen und Netzwerke, die sich für selbstbestimmte Schwangerschaftsabbrüche engagieren, gewinnen jedoch national und international an Bedeutung.

Rollenanalyse

Eine neue internationale Forschungsgruppe analysiert deshalb die Rolle dieser selbstbestimmten feministischen Gruppierungen nun am Bielefelder Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF). Die Gruppe „Translocal Networks for Feminist Self-Manage Abortion in the Americas and Europe: Transforming Law, Health and Culture Through Activism and Scholarship“ arbeitete deswegen im Januar am ZiF. Dabei diskutierten die Forscherinnen ihre Arbeit im Rahmen eines Workshops mit auswärtigen Gästen.

Selbstbestimmte Schwangerschaftsabbrüche ohne Kriminalisierung fördern

„Unter den vielen feministischen Bewegungen wurden in den vergangenen Jahren besonders die translokalen Netzwerke für selbstbestimmte Schwangerschaftsabbrüche sichtbar“, so berichtet die Sozialwissenschaftlerin Prof. Mariana Prandini Assis PhD von der Universidad Federal Goiás in Brasilien. Sie leitet die Forschungsgruppe zusammen mit der Genderforscherin Prof. Dr. ­Nayla Luz Vacarezza von der Universidad de Buenos Aires in Argentinien. Diese Gruppen machen sich dabei die Entwicklung sogenannter Abtreibungspillen zunutze. Diese können nämlich auch ohne den Aufenthalt in einem Krankenhaus oder einer anderen Einrichtung des Gesundheitswesens verwendet werden. „Diese Gruppierungen bemühen sich seit Jahren, eine Infrastruktur jenseits des formellen Gesundheitssystems zur Unterstützung von Frauen, die eine Abtreibung vornehmen möchten, zu entwickeln“, so die Forscherin. „Damit versuchen sie, Orte zu schaffen, an denen die Frauen umsorgt werden, ohne sie und andere Betroffene zu kriminalisieren.“ So versuchen sie auch ein Modell für einen besseren Umgang mit Abtreibungen im offiziellen Gesundheitssystem zu schaffen.

Wie feministische Netzwerke landesweit und international kooperieren

Die Forschungsgruppe wird untersuchen, wie diese selbstorganisierten Netzwerke zustande kommen, wie sie sich in einzelnen Ländern, aber auch über nationale Grenzen und selbst über Kontinente hinweg etablieren und kooperieren, und wie sie sich dabei neue medizinische und technologische Entwicklungen zunutze machen. „Uns interessieren ihre politischen Strategien, ihre Diskurse und Symbole und wie sie die lokalen und globalen Diskurse über Abtreibungen beeinflussen“, so Nayla Luz Vacarezza. „Wir möchten verstehen, wie diese Gruppen ihre Strategien artikulieren, wie sie die Grenzen zwischen Stadt und Land, Nord und Süd überwinden, wie sie Solidarität jenseits der nationalen Grenzen schaffen und ob sie Innovationen in Gesetzgebung, Gesundheit und der Kultur durchsetzen können.“

Internationaler Austausch zwischen Forschung und Praxis

Um die Transformationen, die diese Gruppierungen in den Bereichen Recht, Gesundheit und Kultur bewirken, zu analysieren, haben die Leiterinnen der Gruppe neun Forscherinnen ans ZiF eingeladen. Zusammen mit den Leiterinnen kommen die Teilnehmerinnen der Forschungsgruppe aus neun Ländern. Damit sollte Raum für Austausch geschaffen und zu einem besseren Verständnis dieser translokalen Netzwerke beigetragen werden.


Quelle: Universität Bielefeld

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