Antikoagulanzien: Gegenmittel hilft bei Hirnblutung
Antikoagulanzien sollen vor Herzinfarkten, Schlaganfällen und venösen Thromboembolien schützen, allerdings steigt mit ihnen das Risiko für eine Hirnblutung. Das Gegenmittel Andexanet alfa gegen die Antikoagulanzien Rivaroxaban oder Apibaxan wurde nun in einer neuen Studie untersucht.
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Erleiden Patienten, die Antikoagulanzien einnehmen, eine Hirnblutung, ist das besonders gefährlich, häufig kommt es zu schweren Komplikationen. Eine schnelle Behandlung, die eine Ausbreitung der Blutung im Gehirn stoppt, verbessert die Überlebenschancen. Ein Gegenmittel gegen die Antikoagulanzien Rivaroxaban oder Apibaxan wurde nun in einer neuen Studie des Instituts für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE) an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen untersucht.
ASTRO-DE-Studie untersuchte Patienten mit Hirnblutung und Einnahme von Antikoagulanzien
Andexanet alfa ist ein spezielles Gegenmittel, das bei Blutungen eingesetzt werden kann, die durch spezielle Antikoagulanzien, sogenannte Faktor-Xa-Hemmer, verursacht werden. Die ASTRO-DE-Studie wurde an 25 spezialisierten Schlaganfallzentren in Deutschland durchgeführt. Insgesamt wurden 137 Patienten untersucht, die Apixaban oder Rivaroxaban als Blutverdünner eingenommen hatten und eine Hirnblutung erlitten. Andexanat alfa wurde im Durchschnitt 3,3 Stunden nach Symptombeginn verabreicht. „Der Zeitfaktor ist ganz entscheidend für den Behandlungserfolg“, so Prof. Dr. em. Hans-Christoph Diener, ehemaliger Leiter der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen und Erstautor der kürzlich im International Journal of Stroke veröffentlichten Studie.
Bei Andexanet alfa zeigte sich anfangs deutlich geringere Größenzunahme der Hirnblutung
Nach der Gabe von Andexanet alfa zeigte sich nur eine deutlich geringere Größenzunahme der Hirnblutung innerhalb der ersten 12–72 Stunden. Bei über 90 % der untersuchten Fälle konnte das Wachstum der Blutung auf etwa ein Drittel der Größe begrenzt werden. Trotz der positiven Wirkung des Medikaments bleibt eine Hirnblutung eine schwerwiegende Diagnose: Während des Krankenhausaufenthalts verstarben fast 22 % der Patienten, nach 90 Tagen lag die Sterblichkeitsrate bei über 35 %. Andexanet alfa führte allerdings bei einigen Patienten zu thrombotischen Komplikationen, z.B. einem Schlaganfall.
„Die ASTRO-DE-Studie liefert wertvolle Einblicke in den klinischen Alltag und zeigt, dass Andexanet alfa eine effektive Behandlungsoption sein kann, um das Wachstum einer Hirnblutung unter Faktor-Xa-Hemmern einzudämmen“, so das Fazit der Autoren. Sie hoffen, dass ihre Erkenntnisse die Therapie solcher Notfälle künftig verbessern und Leben retten können.
Diener HC et al. Andexanet alfa in patients with factor Xa inhibitor-associated intracranial hemorrhage: The prospective observational multicenter ASTRO-DE study. Int J Stroke 2025 Feb 9:17474930251317385. doi: 10.1177/17474930251317385.
Quelle: Universitätsklinikum Essen