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Meta-Analyse

Disease-Management-Programme gegen Depression: Die effektivsten Komponenten

Disease-Management-Programme gegen Depression könnten die Versorgung Betroffener verbessern. Doch welche Maßnahmen wirken am besten? Eine Meta-Analyse zeigt, dass vor allem zwei Komponenten der komplexen Programme für deren Erfolg wichtig sind. 


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Disease-Management-Programme (DMPs) existieren in Deutschland bereits bei körperlichen Erkrankungen wie für Typ2-Diabetes oder Asthma. Für die Depression hat sich ein derart strukturiertes Behandlungsprogramm in Deutschland noch nicht etabliert, obwohl es sich international „in Studien bewährt hat“, sagt die Erstautorin Hannah Schillok, LMU Klinikum München, „die Daten zeigen, dass sich die Symptome deutlich verbessern lassen.“

Disease-Management-Programme gegen Depression attraktiver machen

DMPs bestehen aus vielen unterschiedlichen Komponenten und sind von vielen Akteuren gestaltet, die um den Hausarzt herum mitwirken: medizinische Fachangestellte, supervidierende Psychotherapeuten respektive Psychiater und auch Laien wie Familie und Freunde eines Patienten.  Um ein Disease-Management-Programm gegen Depression attraktiver zu machen, stellt sich also die Frage: Welche der vielen Komponenten, die international solche Maßnahmen ausmachen, sind besonders effektiv?

Untersuchung von Studien mit kooperativer Betreuung

Diese Frage haben Forschende der LMU Klinikum München in einer Meta-Analyse beleuchtet. Das Team nahm 35 Studien und mehr als 20.000 Patientinnen und Patienten (68,4 % weiblich; Durchschnittsalter 50,8 Jahre) unter die Lupe, in denen die Wirkung von kooperativer Betreuung - mit unterschiedlichsten Komponenten - und gewöhnlicher Betreuung bei Erwachsenen mit Depressionen in der Primärversorgung verglichen wurde. Dabei haben sie genau geschaut, wie das DMP gestaltet war: 

  • Wie viele Akteure waren beteiligt?
  • Welche Aufgaben haben die Akteure übernommen?
  • Wurde die Familie mit einbezogen?
  • Wurde für den Patientenkontakt auch Technologie genutzt?
  • Welche psychotherapeutischen Interventionen wurden in der Praxis angewendet?
  • Usw..
     

Die zwei wirkungsvollsten Maßnahmen

Die Meta-Analyse ergab, dass zwei Maßnahmen besonders effektiv sind:

  • Erstens und für die Experten überraschend: die Einbindung von Freunden und Familie. Das bedeutet: Aufklärung der Menschen, die dem depressiven Patienten nahestehen. Ziel: Sie sollen besser mit ihm umgehen können, ihn außerhalb der Arztpraxis unterstützen und motivieren, weiter am DMP teilzunehmen. „Und das“, erklärt Schillok, „funktioniert oft sehr gut.“
     
  • Zweitens: psychologische Kurzinterventionen durch den Hausarzt selbst. Sie dauern in der Regel 20 bis 40 Minuten pro Sitzung. Zuvor wird der Hausarzt von einem Therapeuten angeleitet und bekommt verschiedene Toolkits und Manuals an die Hand und weiß, so Schillok, „bei jeder Sitzung ganz genau, welche Übungen und welche Schritte es in der jeweiligen Sitzung zu machen gilt.“
     

Gegenwärtig laufen in Deutschland Bestrebungen, ein neues DMP für Depression auf den Weg zu bringen. „Die Erkenntnisse unserer Studie“, sagt Hannah Schillok, „könnten bei der konkreten Gestaltung des Programms helfen.“

Originalpublikation

Schillok H, Gensichen J, Panagioti M, et al. Effective Components of Collaborative Care for Depression in Primary Care: An Individual Participant Data Meta-Analysis. JAMA Psychiatry. Published online March 26, 2025.
doi: 10.1001/jamapsychiatry.2025.0183; https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/article-abstract/2831899

Quelle: Klinikum der Universität München

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