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Zi-Studienergebnisse

Karrierewahl und Entscheidung zur Niederlassung in der ambulanten Versorgung

Die Mehrheit der neu niedergelassenen Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten würde sich erneut für die Niederlassung entscheiden; ausschlaggebend dafür sind vor allem der Wunsch nach professioneller Autonomie und einer ausgewogenen Work-Life-Balance. 


05.05.2025
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Zentrale Ergebnisse der Befragungsstudie „Ärztliche und psychotherapeutische Karrierewahl und Existenzgründungsentscheidungen (KWEX)“, des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zeigen, 

  • dass 77 %  der neu niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sich erneut für eine Niederlassung entscheiden würden.
     
  • Als besonders positive Aspekte der Niederlassung werden vor allem die berufliche Autonomie und Therapiefreiheit, eine gute Planbarkeit der eigenen Arbeitszeiten sowie die von Patientinnen und Patienten entgegengebrachte Wertschätzung genannt.
     
  • Überdurchschnittlich häufig unzufrieden waren die Neu-Niedergelassenen hingegen mit der hohen administrativen Belastung durch praxisferne Tätigkeiten.
     
  • Zudem sind der dem damit einhergehende zeitliche Mangel für die eigentliche Patientenversorgung sowie die hohe körperliche und psychische Beanspruchung als negative Begleiterscheinungen der Niederlassung bewertet worden.
     
  • Auch der Aufwand für Digitalisierung sowie das hohe finanzielle Risiko der Freiberuflichkeit sind als ausgeprägte Vorbehalte gegenüber der Niederlassung genannt worden.
     
  • Etwa 64 % der Befragten nutzten die Niederlassungsberatung durch die Kassenärztlichen Vereinigungen und bewerteten diese als hilfreich.

Selbstständige Niederlassung – Erfolg trotz Herausforderungen? 

Zielgruppe der Befragung waren alle Ärztinnen, Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die sich im Jahr 2023 neu niedergelassen haben. Insgesamt nahmen fast 1.500 Neu-Niedergelassene zwischen Mai und Juli 2024 an der Befragung teil. Der Ergebnisbericht basiert auf den Angaben von 1.424 Teilnehmenden, deren Daten in ein statistisches Gewichtungsverfahren einbezogen werden konnten.

Mit der KWEX-Niedergelassenenbefragung hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) eine langfristig angelegte Studienreihe initiiert, die die beruflichen Entscheidungen sowie die Rahmenbedingungen der ärztlichen und psychotherapeutischen Niederlassung differenziert beleuchtet.

„Entgegen der landläufigen Meinung, für den ärztlichen Nachwuchs käme nur noch ein Anstellungsverhältnis infrage, zeigt unsere Befragung: Das Modell der selbständigen Niederlassung kann auch weiterhin erfolgreich sein.“, erklärt Dr. Dominik von Stillfried, Vorsitzender des Zi. Dies sei ein wichtiges Signal für all jene, die sich für den Erhalt der Praxen als tragende Säule des ambulanten Versorgungssystems einsetzen. 

Gleichzeitig verweist von Stillfried auf die bestehenden Herausforderungen: „Neben einem deutlichen Mangel an qualifiziertem Fachpersonal sehen wir oftmals eine fehlende Anerkennung der Leistungen der Praxisteams durch die Politik. Unnötige Bürokratie und nicht ausgereifte Digitalisierungsmaßnahmen kosten zu viele Ressourcen. Trotz langer Arbeitstage bleibt oft wenig Zeit für die hilfesuchenden Menschen. Dennoch wird der Arztberuf zumeist als sehr sinnstiftend empfunden. Er ist kein Job wie jeder andere: Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeutenbegleiten die Patienten und Patientinnen oft durch herausfordernde Lebenslagen. Sie sind dabei im Rahmen einer Niederlassung auch selbst stärker persönlich gefordert als etwa in einer Anstellung im Krankenhaus. Da ein allein auf Anstellungsverhältnissen basierendes Versorgungsystem viel aufwändiger und ineffizienter wäre, gilt es jetzt, die Erfolgsfaktoren für die Niederlassung zu stärken."

Ziel: Förderung der Karrierewege

Ziel der Studie ist es, Herausforderungen bei der Niederlassung systematisch zu identifizieren und daraus Empfehlungen abzuleiten, wie die Kassenärztlichen Vereinigungen die Karrierewege von Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten wirksam fördern können. Die nächste KWEX-Erhebung richtet sich an angestellte Fachkräfte im ambulanten Bereich. Seit Ende Januar 2025 hat das Zi rund 55.000 angestellte Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeutinnen sowie Psychotherapeuten zur Teilnahme an einer Online-Befragung eingeladen. 

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie hier: www.kwex-studie.de.

 Hier finden Sie die PDF des Ergebnisberichts

Quelle: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi)