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Das Antiphospholipid-Syndrom in der Geburtshilfe

Das Antiphospholipid-Syndrom ist gekennzeichnet durch Thrombosen und/oder Schwangerschaftskomplikationen bei Patientinnen, die dauerhaft positiv auf Antiphospholipid-Antikörper (aPL) getestet wurden. aPL kommen bei rund 1 % der Bevölkerung vor, die tatsächliche Inzidenz von APS ist jedoch unbekannt.


07.05.2025
K. Schreiber
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ZITIERWEISE: VASOMED 2025; 37(3): 90

Wir wissen, dass aPL für 20 % der wiederholten Fehlgeburten im ersten Trimester verantwortlich sind. Weitere Schwangerschaftskomplikationen sind Erkrankungen, die mit einer aPL-induzierten ischämischen Plazentafunktionsstörung einhergehen, darunter Präeklampsie, Eklampsie, Frühgeburt und fetale Wachstumsretardierung, Totgeburt und intrauteriner Tod. Schwangerschaften bei Frauen mit aPL gelten daher als Risikoschwangerschaften, insbesondere wenn in der Vorgeschichte Thrombosen und/oder Schwangerschaftskomplikationen aufgetreten sind.

Antiphospholipid-Syndrom (APS): Therapie in der Geburtshilfe

Aktuelle Behandlungsschemata haben die Schwangerschaftsergebisse auf eine Lebendgeburtenrate von > 70 % verbessert, was jedoch bedeutet, dass 30 % der Frauen weiterhin Probleme in der Schwangerschaft haben. Weitere Behandlungen zur Verbesserung der Schwangerschaftsergebnisse wurden vorgeschlagen, darunter intravenöse Immunglobuline, Azathioprin, Steroide und Hydroxychloroquin (HCQ). Keine dieser Behandlungsoptionen wurde in randomisierten kontrollierten Studien (RCT) untersucht. Bei HCQ deuten mehrere retrospektive Studien auf dessen Nutzen als Ergänzung zur Standardbehandlung bei Frauen mit refraktärem APS in der Schwangerschaft hin.

So führten Sciascia et al. beispielsweise eine retrospektive, klinische Studie an einem einzigen Zentrum durch, um die Wirkungen der Anwendung von HCQ bei Schwangeren mit aPL zu untersuchen. Diese Studie an der St. Thomas-Kohorte umfasste 170 Schwangerschaften bei 96 Frauen. Bei 31 Frauen mit aPL, die vor und während der Schwangerschaft aus anderen Gründen mit HCQ behandelt worden waren (Gruppe A), traten 65 aufeinanderfolgende Schwangerschaften auf. Als Kontrollgruppe (Gruppe B) wurden 65 Frauen mit aPL mit 119 aufeinanderfolgenden Schwangerschaften eingeschlossen, die während der Schwangerschaft kein HCQ erhalten hatten. 

Die Ergebnisse zeigten, dass die HCQ-Behandlung mit einer höheren Lebendgeburtenrate verbunden war (67 % in Gruppe A [mit HCQ behandelt] gegenüber 57 % in Gruppe B, p = 0,05) und ebenso einer geringeren Prävalenz von Schwangerschaftsmorbidität (47 % in Gruppe A vs. 63 % in Gruppe B, p = 0,004). Die Schwangerschaftsdauer war in Gruppe A länger als in Gruppe B (27,6 [6–40] vs. 21,5 Schwangerschaftswochen [6–40], p = 0,03). Fehlgeburten nach der 10. Schwangerschaftswoche kamen in Gruppe A seltener vor als in Gruppe B (2 % vs. 11 %, p = 0,05). 

Ebenso traten ischämische, durch die Plazenta vermittelte Komplikationen (Präeklampsie, Eklampsie und fetale Wachstumsretardierung) bei mit HCQ behandelten Frauen seltener auf als in der Kontrollgruppe (2 % vs. 10,9 %, p = 0,05). Bei den mit HCQ behandelten Frauen war die Rate spontaner vaginaler Geburten im Vergleich zur Gruppe B signifikant höher (37 % vs. 14 %, p = 0,01). Der Zusammenhang zwischen HCQ und dem Fehlen jeglicher aPL-bedingter Schwangerschaftskomplikationen wurde durch eine multivariante Analyse bestätigt 
(OR 2,2; 95 % KI 1,2–136,1; p = 0,04).

Retrospektive Studien neigen jedoch zu Störfaktoren je nach Indikation, und um den Nutzen der Behandlung des refraktären APS in der Schwangerschaft formal beurteilen zu können, sind prospektive RCTs erforderlich. Interventionelle Studien an Schwangeren sind schwierig durchzuführen, werden aber dringend benötigt, um deren Versorgung zu verbessern.

Dieser Beitrag beruht auf einem Vortrag auf der 69. Jahrestagung der Gesellschaft für Thrombose und Hämostaseforschung am 18.–21. Februar 2025 in Lausanne, Schweiz.
 



Korrespondenzadresse
Karen Schreiber

Karen Schreiber, MD, MRCP, PhD1-3
Danish Center for Expertise in Rheuma­tology (CeViG)
Danish Hospital for Rheumatic Diseases
Syddansk Universitet, Alsion 2 
6400 Sønderborg, Dänemark
kschreiber(at)danskgigthospital.dk

1 Danish Center for Expertise in Rheumatology (CeViG), Danish Hospital for Rheumatic Diseases, Sønderborg, Denmark 
2 Institute for Regional Health, Southern Danish University, Odense, Denmark 
3 Thrombosis and Haemostasis, Guy’s and St Thomas NHS Foundation Trust, London, United Kingdom