Wandertourismus 2024: Neue Ansprüche an Wege, Natur und Nahverkehr
Wandertourismus in Deutschland 2024: Die aktuelle Erhebung der Ostfalia Hochschule zeigt: Die Lust am Wandern ist ungebrochen. Doch mit der steigenden Beliebtheit wachsen auch die Anforderungen an Infrastruktur, Nahverkehr und Erlebnisqualität.
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Der aktuelle Wandermonitor 2024 der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften zeigt: Die Lust am Wandern ist ungebrochen. Mit Vorfreude auf raschelnde Blätter unter den Schuhsohlen und dem erdigem Duft der Waldböden in der Nase machen sich die Deutschen auf den Weg. Wer in den Mittelgebirgen, freien Wiesen oder entlang waldgesäumter Pfade unterwegs ist, spürt unmittelbar, was Wandern so besonders macht: Es entschleunigt, erdet – die regelmäßige Bewegung in der Natur reduziert den Stress und stärkt Immunsystem und Psyche. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Menschen für das Wandern begeistern – nicht nur für ein paar Stunden, sondern oft gezielt als Auszeit in der Natur. Wandern ist fest verankert in der Freizeit der Deutschen.
Wandern bleibt Megatrend – Doch die Erwartungen steigen
Was ist der Wandermonitor?
Der Wandermonitor ist eine jährlich erhobene Studie der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften. Ziel ist die Erfassung aktueller Daten zum Wandertourismus in Deutschland – als Grundlage für Tourismusmarketing, Infrastrukturplanung und Angebotsentwicklung.
„In der deutschen Bevölkerung zeigt die Nachfrage nach der Freizeit- und Urlaubsaktivität Wandern einen ungebrochenen Wachstumstrend“, bestätigt der wissenschaftliche Leiter der Befragung, Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack. Laut Befragung bleiben dabei die Hauptmotive der Wandernden konstant:
97% der Befragten wandern um die Natur zu erleben, 91% sehen als Hauptmotiv die Bewegung, oder Aktivität an sich und auch das Panorama ist hoch im Kurs – die belohnende Erfahrung einer atemberaubenden Aussicht auf dem Gipfel des Bergs, oder auch die konstante Umgebungserfahrung. Doch mit der steigenden Beliebtheit wachsen auch die Anforderungen an Infrastruktur, Nahverkehr und Erlebnisqualität der Wandernden.
Wandernde fordern bessere ÖPNV-Anbindung
Die Bereitschaft, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu starten, ist zwar vorhanden, scheitert aber häufig an der Realität. Als zentrale Hindernisse nennen die Befragten:
- Mangelnde Flexibilität
- Unzureichende Taktung und Verbindungen
- Weite Wege von Haltestelle zu Wanderpfad
- Unklare oder fehlende Beschilderung
Ein Drittel lehnt die Anreise per ÖPNV klar ab. Gleichzeitig sehen viele im Deutschlandticket einen ersten Impuls – aber noch kein echtes Argument. So hält auch Quack fest: „Vor allem die generelle Anbindung, die Taktung beziehungsweise Häufigkeit der Verbindungen, Kosten und Pünktlichkeit müssen verbessert werden, um eine höhere Nutzung des ÖPNV durch die Wandernden zu erreichen.” Die maximale akzeptierte Taktung liegt laut Wandermonitor bei 1 Stunde – längere Intervalle werden nur selten akzeptiert.
Wandermonitor 2024: Wanderlust in Zahlen
| Wert 2024 | Vergleich 2023 | Vergleich Vor-Pandemie | |
|---|---|---|---|
| Anteil häufiger Wandernder | 67,5 % | +1,5 % | +14,5 % (2020: 53 %) |
| Bevorzugte Wanderregion | Mittelgebirge | stabil | stabil |
| Durchschnittliche Wanderstrecke | 5–15 km | stabil | stabil |
| Bereitschaft zur Nutzung von ÖPNV | ca. 66 % | +leicht | n. a. |
| Aktuelle ÖPNV-Nutzung real | deutlich geringer | unverändert | n. a. |
| Positiver Effekt durch Deutschlandticket | ~30 % | + | n. a. |
„Mit der herausragenden Bedeutung des Wanderns als Freizeitaktivität sind zunehmend wachsende Ansprüche verbunden: Ein ansprechendes Landschaftsbild, eine gute Erreichbarkeit des Startpunkts, schöne Aussichten und eine hochwertige Beschilderung gehören für die Mehrheit fast schon zu den Grundvoraussetzungen. Der ideale Wanderweg ist dabei ein eher schmaler Pfad, aber mit exponierter Lage. Bei den Aussichten ist vor allem der Panoramablick gefragt“, so Wanderexperte Quack.
Fazit: Wandern ist Volkssport – mit neuen Ansprüchen
Der ideale Wanderweg laut Monitor
- Schmaler Pfad, aber mit exponierter Lage
- Panoramablick gewünscht
- Beschilderung an Kreuzungspunkten bleibt trotz Künstlicher Intelligenz und Routen-Apps ein Muss
- Gute ÖPNV-Anbindung und klare Wegführung sind Voraussetzung
Der Wandertourismus Deutschland 2024 ist nicht nur Ausdruck eines ungebrochenen Trends, sondern steht zunehmend im Spannungsfeld zwischen Erlebnisdrang und Infrastrukturrealität. Die Studie macht deutlich: Wer heute wandert, sucht mehr als nur frische Luft und Bewegung. Es geht um ein ganzheitliches Naturerlebnis, das ebenso durch äußere Faktoren wie Wegeführung, digitale und analoge Navigation sowie Erreichbarkeit geprägt wird.
Interessant ist dabei der Wertewandel: Naturbelassenheit wird zwar geschätzt, aber nicht um den Preis fehlender Orientierung oder schwer erreichbarer Startpunkte. Qualität und Zugänglichkeit müssen Hand in Hand gehen. Für Destinationen des Wandertourismus ergibt sich daraus eine klare Aufgabe – das Wandern von heute professionell zu denken und auf die Bedürfnisse der Wandernden auszurichten.
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Mehr Informationen zum Wandermonitor 2024 finden Sie hier: www.wandermonitor.de
Wandernde können unter https://www.unipark.de/uc/wandermonitor/ an der Umfrage für das Jahr 2025 teilnehmen.
Quelle: Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften