Bei der 91. DGK-Jahrestagung unterstrich Dr. Lucas Lauder, Basel, Schweiz, die Relevanz der Ultraschall-basierten renalen Denervierung (uRDN) mit dem Paradise™ System als weiteren Baustein zur Verbesserung der Therapie von Patienten mit unkontrollierter Hypertonie (resistente Hypertonie).
Das minimal-invasive Verfahren ermöglicht eine gezielte Ablation renaler Nervenfasern, was zu einer nachhaltigen Senkung des Blutdrucks führt.
Wie der Referent erläuterte, ist die Unterbrechung der afferenten Nervenbahnen, die eine systemische Sympathikus-Aktivierung mit negativen Auswirkungen auf Herz, Gefäße und Nieren fördern, dabei sogar noch wichtiger als die der efferenten Nervenbahnen. „Das Ganze ist ein Teufelskreis,“ so Lauder.
Durch gezielte Ablation dieser Bahnen mit hochfrequenter Ultraschallenergie kann dieser Circulus vitiosus unterbrochen werden, so auch bei Patienten mit therapieresistentem Bluthochdruck trotz Dreifachmedikation.
Konsistente Blutdruckreduktion, auch für resistente Hypertonie
Die uRDN resultierte in einer konsistenten Reduktion des Blutdrucks, und dies über einen Zeitraum bis zu 36 Monaten, wie Studien bei Patienten mit resistenter Hypertonie im Vergleich zur Scheinbehandlung demonstrierten. Außerdem kann nach erfolgreicher uRDN das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse infolge einer optimierten Blutdruckeinstellung reduziert werden.
Eine Analyse systolischer Blutdruckwerte von über 3.000 Patienten (Global SIMPLICITY Registry) zeigte, dass Betroffene, die ihre Werte über einen längeren Zeitraum im Zielbereich (TTR, time in therapeutic range) halten konnten, ein geringeres Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse hatten. Diese Ergebnisse unterstützen die Empfehlung der ESC-Leitlinien 2024, RDN bei bestimmten Hochrisikopatienten einzusetzen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die uRDN eine wertvolle Ergänzung zur medikamentösen Therapie bei der Behandlung von Patienten mit unkontrollierter Hypertonie ist. Sie bietet eine effektive Möglichkeit, den Blutdruck nachhaltig zu senken und das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse zu reduzieren.
Dr. Yvette Corinne Zwick, München