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Multiple Sklerose

Tolebrutinib kann Behinderungsprogression bei MS verzögern

Auf einem Pressegespräch von Sanofi Deutschland stellte Prof. Ralf Gold, Bochum, die Ergebnisse der Phase-III-Studie HERCULES vor, die zeigten, dass Tolebrutinib die Behinderungsprogression bei Menschen mit nicht-schubförmiger sekundär progredienter Multipler Sklerose (nrSPMS) verlangsamen kann.1


08.07.2025
Sanofi Deutschland
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Deutliche Verlangsamung der Behinderungsprogression unter Tolebrutinib 

Die HERCULES-Daten hätten bestätigt, so Gold, dass Tolebrutinib gegenüber Placebo das relative Risiko einer 6-M-CDP (Confirmed disability progression) um 31 % reduzierte (Hazard Ratio [HR] 0,69; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,55–0,88; p = 0,003). Folglich sei eine deutliche Verlangsamung der Behinderungsprogression unter Tolebrutinib festzustellen gewesen. Diese Daten stützen den differenzierten Wirkmechanismus des oralen, gehirngängigen Wirkstoffs Tolebrutinib, der auf die Verlangsamung der schubunabhängigen Behinderungsprogression abzielt. Für die nrSPMS steht zurzeit noch keine zugelassene Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung.

Gute Verträglichkeit

Tolebrutinib wurde von allen Teilnehmenden in allen Studienarmen allgemein gut vertragen. In der HERCULES-Studie wurden erhöhte Leberenzymwerte (> 3 x Upper Limit of Normal (ULN)) bei 4,0 % der mit Tolebrutinib behandelten Teilnehmenden beobachtet, gegenüber 1,6 % in der Placebogruppe.2 Bei einem kleinen Anteil (0,5 %) der Teilnehmenden in der Tolebrutinib-Gruppe sei es zu ALT-Spitzenwerten von > 20 x ULN gekommen, die alle innerhalb der ersten 90 Behandlungstage auftraten, so Gold. Mit einer Ausnahme bildeten sich alle Fälle erhöhter Leberenzymwerte ohne weitere medizinische Intervention zurück. Ein regelmäßiges Monitoring der Leberwerte kann deshalb dazu beitragen, schwerwiegende Folgen für die Leber zu vermeiden.

In den Phase-III-Studien GEMINI 1 und 2 wurde Tolebrutinib versus Teriflunomid bei Patienten mit schubförmiger MS (RMS) untersucht. In einer Analyse der gepoolten Sicherheitsdaten waren hier die beobachteten unerwünschten Ereignisse zwischen dem Tolebrutinib- und dem Teriflunomid-Arm allgemein ausgeglichen.3

Tolebrutinib ist ein in der klinischen Prüfung befindlicher oraler, hirngängiger und bioaktiver Bruton-Tyrosinkinase (BTK) -Inhibitor, der Liquorkonzentrationen erreicht, die nicht nur B-Lymphozyten aus der Peripherie, sondern auch krankheitsassoziierte Mikroglia, als Teil des angeborenen Immunsystems, modulieren können. 

kb

Literatur

1 Fox RJ et al. NEJM 2025. DOI: 10.1056/NEJMoa2415988.

2 Fox RJ et al. ECTRIMS 2024, Presentation O136.

3 Oh J et al. ECTRIMS 2024, Presentation O135.

Quelle: Digitales Pressegespräch „Behinderungsprogression bei MS – Ein Blick auf neue Therapieansätze und aktuelle Studien­daten“, 07.05.2025. Veranstalter: Sanofi Deutschland