Polymyalgia rheumatica, Riesenzellarteriitis: Zwischen Haus- und Facharztpraxis
Die Mehrheit der Patientinnen und Patienten mit Polymyalgia rheumatica und Riesenzellarteriitis stellt sich initial in Hausarztpraxen vor. Gerade bei Verdacht auf letztere benötigen diese einen kurzen Draht zur Rheumatologie.
Sowohl die Polymyalgia rheumatica als auch die Riesenzellarteriitis sind deutlich häufiger als gedacht: Gemäß einer aktuellen Auswertung von Krankenkassendaten leben in Deutschland rund 350.000 Patientinnen und Patienten mit einer Polymyalgia rheumatica und rund 55.000 mit einer Riesenzellarteriitis, wie Prof. Wolfgang Schmidt, Berlin, berichtete. Bislang war man von rund 70.000 bzw. 17.000 ausgegangen.1 Insbesondere für die Diagnose einer Riesenzellarteriitis werde zeitnah rheumatologische Expertise benötigt, da ohne prompte Therapie u. a. die Erblindung drohe, betonte der Experte. Seitens der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie werde daher die Einrichtung von sogenannten „Riesenzellarteriitis-Fast-Track-Kliniken“ vorangetrieben, die sich dadurch auszeichnen, dass sie über ausgewiesene Expertise verfügen und einen Termin innerhalb von 24 Stunden ermöglichen können.2
Neue Therapien erfordern rheumatologische Expertise
Derzeit erweitere sich mit Biologika bzw. JAK-Inhibitoren das Therapiespektrum für beide Erkrankungen, konstatierte Prof. Frank Buttgereit, Berlin, wobei diese Medikamente in rheumatologische Hände gehörten. Darüber hinaus liefen derzeit Studien mit dem Interleukin-17A-Inhbititor Secukinumab (Cosentyx®).
Auch wenn Patientinnen und Patienten mit Polymyalgia rheumatica durchaus in der Hausarztpraxis diagnostiziert und dort (bislang mit Glukokortikoiden) behandelt werden könnten, werde doch auch hier immer wieder möglichst zeitnah rheumatologische Expertise benötigt, führte Buttgereit aus. Dies gelte etwa bei schwieriger Differenzialdiagnose, bei Komorbiditäten, die eine Therapie mit Glukokortikoiden problematisch machen, oder bei Rezidiven. Persönliche Netzwerke unter Haus- sowie Fachärztinnen und -ärzten vor Ort seien für die Versorgung dieser Patientinnen und Patienten daher unverzichtbar, waren sich beide Experten einig.
Quelle: Industriesymposium „Red Flags bei Polymyalgia rheumatica und Riesenzellarteriitis – interdisziplinär zur optimierten Patientenversorgung“, 05.05.2025 im Rahmen des DGIM. Veranstalter: Novartis Pharma GmbH
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