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Gynäkologie, Onkologie, Medizin Gynäkologie Biofaktoren, Frauengesundheit
Biofaktoren

Mamma- und Ovarialkarzinom: Komplementärer Nutzen von Selen

Selen zeigt in der komplementären Therapie bei Mamma- und Ovarialkarzinom vielversprechende Effekte in Studien. 


31.07.2025
D. Birkelbach
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In der S3-Leitlinie „Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen Patientinnen“ wird Selen mit mehreren positiven Effekten bei Brustkrebs und anderen Tumoren bewertet:

  • Schutz vor Strahlen- und Chemotherapie-­bedingten Schäden
  • keine Beeinträchtigung der Wirksamkeit konventioneller Krebstherapien
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Kurzfristige Supplementierung bei nachgewiesenem Selenmangel wird empfohlen.
  • Klinischer Nutzen bei Selenmangel nachgewiesen – auch wenn weitere große Studien wünschenswert sind.

Wissenschaftlich zeigt sich ein Zusammenhang zwischen niedrigem Selenspiegel und erhöhtem Brustkrebsrisiko. Zwei Metaanalysen liefern hierzu wichtige Erkenntnisse: Die Metaanalyse von Babaknejad et al. stellte fest, dass Brustkrebspatientinnen signifikant niedrigere Selenwerte im Serum aufwiesen als gesunde Kontrollen. Zhu et al. bestätigte in einer Metaanalyse mit knapp 7.000 Frauen, dass ein niedrigerer Selenstatus mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko einhergeht.

Laut den Autoren deuten diese Befunde darauf hin, dass ein Selenmangel nicht nur ein Risikomarker, sondern auch ein wichtiger Faktor in der Krankheitsentstehung sein könnte. Selen wird daher zunehmend als komplementäre Maßnahme diskutiert. Im Vordergrund steht weniger eine antitumorale Wirkung, sondern der Ausgleich eines nachgewiesenen Mangels, um therapiebedingte Nebenwirkungen zu lindern und die antioxidativen und immunmodulierenden Effekte des Biofaktors zu nutzen.

Selen beim Ovarial-Ca: Auch diesbezüglich gibt es Hinweise auf positive Effekte des Biofaktors. So zeigte eine Studie von Terry et al., dass Selen-Supplemente das Risiko für Ovarialkarzinome senken könnten. Auch hier werden selenabhängige antioxidative und immunmodulierende Mechanismen diskutiert. Eine weitere klinische Studie belegt: Die adjuvante Selengabe während der Chemotherapie kann die Aktivität antioxidativer Enzyme steigern, oxidativen Stress reduzieren und therapiebedingte Nebenwirkungen wie Schwäche, Haarausfall und gastrointestinale Beschwerden signifikant lindern. Insgesamt unterstreichen diese Studien das Potenzial von Selen als komplementäre Maßnahme bei Ovarial-Ca.

Fazit für die Praxis

Selen zeigt in der komplementären Therapie bei Mamma- und Ovarialkarzinom vielversprechende Effekte. Eine Supplementierung zum Ausgleich eines Mangels kann die Nebenwirkungen der Standardtherapien lindern, antioxidative Mechanismen fördern und die Lebensqualität verbessern. 

Dr. Daniela Birkelbach

[1] www.leitlinienprogrammonkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Komplementär/Version_1/LL_Komplementär_Kurzversion_1.1.pdf

[2] https://register.awmf.org/assets/guidelines/032-055OLk_S3_Komplementaermedizin-in-der-Behandlung-von-onkologischen-PatientInnen-2025-06.pdf?utm_source=chatgpt.com

[3] Babaknejad N et al.: The relationship between selenium levels and breast cancer: a systematic review and meta-analysis. Biol Trace Elem Res 2014 Jun; 159(1-3): 1-7

[4] Zhu X et al.: Relationship Between Selenium in Human Tissues and Breast Cancer: a Meta-analysis Based on Case-Control Studies. Biol Trace Elem Res 2021 Dec; 199(12): 4439-4446

[5] Terry PD et al.: Supplemental Selenium May Decrease Ovarian Cancer Risk in African-American Women. J Nutr 2017 Feb 15; 147(4): 621-627

[6] Sieja K, Talerczyk M: Selenium as an element in the treatment of ovarian cancer in women receiving chemotherapy. Gynecol Oncol 2004 May; 93(2): 320-327 

Quelle: Gesellschaft für Biofaktoren e. V.