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CME, Frauen & Medizin, Medizin, Suchtmedizin Allgemein- & Innere Medizin CME
Fortbildung

Substanzbezogene Störungen bei Frauen in mittlerem und höherem Lebensalter

Ältere Frauen können in Folge eines schädlichen Substanzkonsums rasch körperliche Folgeerkrankungen mit oft schweren Symptomen entwickeln. Dem frühzeitigem Erkennen und Intervenieren kommt deshalb eine hohe Bedeutung zu.


20.08.2025 - 19.08.2026
D. Geyer
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3 CME-Punkte

Schlüsselwörter: substanzbezogene Störungen, Genderdifferenzen, mittelalte und ältere Frauen, Entzug, motivierende Interventionen

Alkoholbezogene Störungen sowie abhängiger Sedativa-, Hypnotika- und Opioid-Gebrauch sind bei Frauen im mittleren und höheren Lebensalter häufiger als sie erkannt und behandelt werden. Da gerade auch ältere Frauen in Folge eines schädlichen Konsums rasch körperliche Folgeerkrankungen mit oft schweren Symptomen entwickeln, kommt frühzeitigem Erkennen und Intervenieren eine hohe Bedeutung zu.

Fortbildung "Substanzbezogene Störungen bei Frauen in mittlerem und höherem Lebensalter": Illustration einer älteren Person mit grauen Haaren und Brille neben einer umgefallenen Medikamentenflasche, mehreren Tabletten und einem Pflanzentopf.
© BeataGFX/Shutterstock

Einleitung und Epidemiologie

Bei Frauen im mittleren und höheren Lebensalter werden substanzbezogene Störungen im Vergleich zu anderen Populationsgruppen öfter übersehen. Hinzu kommt dass sie seltener Hilfe in Anspruch nehmen (1). Neben der ausbleibenden Diagnostik werden sie auch seltener auf ihren Konsum angesprochen als Männer (2) und sie erleben höhere Barrieren, eine ausgeprägtere Stigmatisierung und sie weisen höhere Schuld- und Schamgefühle auf (3). Die am häufigsten in schädigender oder abhängiger Weise konsumierten Substanzen sind Alkohol, Sedativa und Hypnotika, besonders Benzodiazepine, Non-Benzodiazepine (Z-Substanzen) und Opioidanalgetika. Cannabiskonsum dürfte zukünftig an Bedeutung zunehmen.

Alkohol

Über alle Altersgruppen hinweg konsumieren Frauen seltener und weniger Alkohol als Männer. Neueren epidemiologischen Studien, vorwiegend aus den USA, ist allerdings zu entnehmen, dass dieser Unterschied in den letzten zwei Jahrzehnten kontinuierlich geringer wird (4). Dies liegt zum Einen daran, dass jüngere Männer, von einem deutlich höheren Niveau ausgehend, ihren Alkoholkonsum stärker reduziert haben als jüngere Frauen, zum Anderen an einer Zunahme des Alkoholkonsums bei Frauen etwa ab dem 30. Lebensjahr, der sich bis ins höhere Alter fortsetzt (5).
Gemäß der Studie „Gesundheit in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts 2019/2020 konsumieren 13,1% der Frauen im Alter zwischen 55 und 64 Jahren und 10,2% der 65 Jahre oder älteren Frauen Alkohol in riskanter Weise (6). Eine weit verbreitete Fehlannahme schreibt Rauschtrinken ganz überwiegend Jugendlichen zu. Dabei ist es in älteren Alterskohorten durchaus häufig. Siehe hierzu Tab. 1.
Ältere Frauen, die an körperlichen Erkrankungen leiden, reduzieren ihren Alkoholkonsum nicht in gleichem Umfang wie Männer (7) und gefährden sich dadurch gesundheitlich in besonderem Maße.

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Autor
Foto des Suchtmediziners Dieter Geyer

Dr. med. Dieter Geyer

Facharzt für Psychosomatische Medizin
Suchtmediziner mit den Schwerpunkten Rehabilitation, Sucht im Alter und Tabakentwöhnung

dr.dieter.geyer@gmx.de