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Praxisalltag Allgemein- & Innere Medizin, Dermatologie, Gefäßmedizin, Gynäkologie, Neurologie, Orthopädie, Pädiatrie, Urologie Modernisierung - Neubau - Umbau, TEST Anja Knoop

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie. 

Modernisierung ▪ Umbau ▪ Neubau – Raumgestaltung in der Arztpraxis.

 Teil 1: Überblick

 Teil 2: Praxismodernisierung

 Teil 3: Praxisumbau

 Teil 4: Praxisneubau

Raumrezept

Neuplanung der Praxisräume

Die Neuplanung der Praxisräume umfasst Standortwahl, Grundrissgestaltung, technische Ausstattung und Inneneinrichtung. Eine strukturierte Planung sichert reibungslose Abläufe und langfristige Funktionalität der Arztpraxis.


22.10.2025
A. Knoop
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Die Gründung einer eigenen Arztpraxis ist ein komplexer Schritt, der einer gründlichen Vorbereitung und im optimalen Fall eines kompetenten Planungspartners an der Seite bedarf. Wenn eine Arztpraxis an einem neuen Standort entstehen soll, gibt es einige Dinge zu beachten. Dies beginnt bei der Suche nach geeigneten Praxisräumen und endet bei der Wahl der Inneneinrichtung.

Vorüberlegungen für die Neuplanung der Praxisräume

Es ist empfehlenswert, dass sich niederlassende Ärzte und Ärztinnen frühzeitig Gedanken darüber machen, wie die zukünftige Praxis aufgebaut und gestaltet sein soll. Dabei sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • die Art und Nutzung der Räume,
  • die benötigte Anzahl an Räumen,
  • die erforderliche Ausstattung bzw. die technische Einrichtung,
  • sowie deren Erscheinungsbild bzw. persönliche Vorlieben zum Erscheinungsbild.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, vorausschauend zu planen und mögliche Entwicklungen in der Zukunft zu bedenken. Der zentrale Leitgedanke dabei lautet:

Was brauche ich heute und was will ich morgen?

Wer plant, künftig das Ärzteteam angestellt oder verpartnert zu erweitern, sollte frühzeitig an die ausreichende Anzahl an Behandlungsräume denken. Nur durch diese vorausschauenden Überlegungen lässt sich eine erfolgreiche Suche nach geeigneten Praxisräumen realisieren und ein dauerhaft funktionales Raumkonzept entwickeln. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine bestehende Praxis übernommen wird oder gewerblich nutzbare Räume auf dem freien Immobilienmarkt gesucht werden.

 Hinweis: Bitte beachten Sie den Artikel „Umnutzungsantrag“ bei der Suche nach neuen Räumen. Ihre Architekten des Vertrauens erklären Ihnen gerne mehr dazu.

Geeignete Praxisräume finden und prüfen

Bereits bei der Besichtigung potenzieller Objekte sind die oben genannten Vorüberlegungen mit einzubeziehen. Es ist empfehlenswert, dabei bereits einen Praxisplaner /-in an der Seite zu haben, die die Räume im Hinblick auf das erforderliche Raumprogramm prüft. Die Grundlage jeder gut funktionierenden Praxis ist ein optimaler Grundriss, der reibungslose Abläufe gewährleistet.

Überflüssige Wege und fehlende Funktionalität vergeuden wertvolle Zeit und erzeugen auf Dauer Unzufriedenheit.

Des Weiteren müssen bereits bei der Besichtigung möglicher Flächen die Gebäudeschnittstellen betrachtet werden. Das sind beispielsweise die Anschlüsse an Frischwasser und Abwasser mit der Fragestellung, ob zwei getrennte WC-Bereiche (für Personal und für Patienten) vorhanden sind oder hergerichtet werden können. Der Sicherungskasten muss geprüft werden auf die gesamte Stromlast, die Anzahl der Schaltkreise, auf die richtigen Sicherungen. In der Regel werden die Netzwerke neu aufgebaut. Das sind sehr viele Meter Netzwerkkabel, die versteckt und geführt werden müssen.

Vor der Unterzeichnung eines Mietvertrags ist es entscheidend, das Budget unter Berücksichtigung des konkreten Objekts sorgfältig zu kalkulieren. Die Erstellung eines Zeitplans ist wichtig sowohl für den Eigentümer und den Zeitpunkt der ersten Mietzahlung als auch für den gesamten Bauablauf. Eine erste Kostenschätzung für die Umbaumaßnahmen wird ebenso wie der Zeitplan von den zuständigen Architekten erstellt. Erst wenn alle relevanten Faktoren positiv bewertet wurden und das Objekt als geeignet erscheint, ist die Unterzeichnung des Mietvertrags vorstellbar.

Ein Beispiel aus der Augenarztpraxis

Das nachfolgende Beispiel veranschaulicht dieses Vorgehen: Ein Augenarzt hat Räume für einen Praxisstart gefunden. Er bittet seine Architektin, sich diese Räume anzusehen. Dabei soll sie überprüfen, ob das im Vorgespräch besprochene Raumprogramm mit allen Ideen und Wünschen des Arztes vor Ort realisiert werden kann. Die auf Praxisplanung spezialisierte Architektin besichtigt die Räume und prüft grob, ob einerseits das Raumprogramm umzusetzen ist und ob andererseits gebäudetechnische Schnittstellen wie Wasser- und Stromanschlüsse für notwendige Untersuchungseinheiten gegeben sind. Die im Plan rot gezeichneten Eintragungen des Vorher-Grundrisses markieren konkret die Bauteile, die abgebrochen werden, um das neue Raumprogramm umzusetzen (Abb. 1).

 

Entwurfsplanung der neuen Arztpraxis

Nach Unterzeichnung eines Mietvertrages bzw. nach der Entscheidung für bestimmte Praxisräume, beginnt der Architekten oder Architektin mit der Entwurfsplanung. Das Ziel ist dabei ein optimaler Grundriss in Abhängigkeit der Gebäudevorgaben. Dabei werden sämtliche technische Notwendigkeiten geprüft, die in die Planungen mit einfließen. Themen sind unter anderem

  • Schallschutz,
  • Hygiene,
  • Einhaltung der Arbeitsstättenrichtlinien,
  • Elektro- und Sanitärinstallationen.

Beispiel: Grundrissplanung am Beispiel der Augenarztpraxis

Das bereits vorgestellte Beispiel zeigt in dem „Grundriss Nachher“ anschaulich diesen Planungsvorgang. Das Herzstück der neu geplanten Augenarztpraxis ist die Anmeldung, die sich offen, hell und freundlich gestaltet. Dahinter befindet sich das Back-Office, das nur für Arzt und das Mitarbeiterteam zugänglich ist. Dieses ist ausgestattet mit einem direkten Zugang zu den Personalräumen. Der von der Anmeldung aus gesehene rechte Gebäudeteil ist den Untersuchungsräumen und dem Wartebereich für die Patienten gewidmet. Ein Hauptwunsch des Arztes ist, ungesehen von den Untersuchungszimmern zu den Personalräumen zu gelangen. Dem Wunsch ist entsprochen worden (Untersuchung – Back-Office – Personalraum), wie man gut in dem Grundriss erkennen kann. Es ist wichtig, derartige Vorstellungen und Wünsche der Ärztinnen und Ärzte rechtzeitig zu kommunizieren, sodass sie in die Planung aufgenommen und umgesetzt werden können (Abb. 2).

Ausführungsplanung, Bauphase und Praxiseinrichtung

Die Ausführungsplanung beinhaltet eine Detaillierung der Bauteile, wie beispielsweise der Fußboden- und Wandaufbau, Elektroplanung und Schreinerarbeiten.

Die Architekten und Architektinnen suchen nach geeigneten Fachfirmen und holen entsprechende Angebote ein, um konkrete Auftrags-Empfehlungen an die Bauherren weitergeben zu können. Während der anschließenden Bauphase kontrolliert die Architekten die Arbeiten der Firmen wie: Sind die richtigen Materialien verwendet worden. Wie läuft der Fortschritt der Baustelle. Sind alle Vorgaben wie Positionen der Steckdosen oder Leuchten eingehalten. Des Weiteren werden die eintreffenden Rechnungen der Firmen geprüft und für den Bauherrn freigegeben. 

Der Architekt oder Architektin unterstützt auch bei der individuellen Praxiseinrichtung, die sowohl nach medizinischen wie auch nach gestalterischen Ansprüchen ausgeführt werden sollen. Es wird hierbei konkret festgelegt, wie die Praxis aussehen wird, also welche Farben und Materialien verwendet werden. Ein weiteres wichtiges Thema dabei ist die Akustik und die Beleuchtung, sowohl natürliches als auch künstliches Licht. Im Ergebnis entsteht ein stimmiges Erscheinungsbild, mit dem sich der Arzt oder die Ärztin identifiziert und bei dem die Patienten sich dauerhaft wohlfühlen.

Fazit: Erfolgreiche Neuplanung der Praxisräume

Das Ziel ist ein reibungsloser Ablauf vom Planungsanfang bis zum Praxisstart. Das Erreichen dieses Zieles ist wesentlich geprägt von einer guten Zusammenarbeit aller Beteiligten. Die Ärzteschaft als Bauherr, die Handwerker und die gute Koordination des Architekten oder Architektin sind dabei ausschlaggebend. Während sich der Arzt oder die Ärztin ganz auf die medizinische Tätigkeit konzentriert, übernimmt der Architekten bzw. die Architektin die Verantwortung für die termingerechte Fertigstellung der neuen Praxis. Dabei bleibt der Arzt oder die Ärztin als aktives Mitglied in den Planungsprozess eingebunden.

Autorin & Korrespondenzadresse
Foto von Diplom-Ingenieurin und Bauzeichnerin Anja Knoop

Anja Knoop
Dipl.-Ing. (FH) Architektin

atmosphäre
bommert . knoop . architekten PartGmbB
Moltkestr. 131
50674 Köln

  0221. 16 89 61 52
  praxis(at)atmo-architektur.de
 www.atmo-architektur.de 

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 Teil 1: Überblick

 Teil 2: Praxismodernisierung

 Teil 3: Praxisumbau

 Teil 4: Praxisneubau