Biologische Rhythmen – Auswirkungen auf die Gesundheit Chronomedizin am Beispiel von Erkrankungen – Update 2025
Circadianer Rhythmus: Am Beispiel von Herz-Kreislaufstörungen, Asthma, rheumatoider Arthritis, Störungen der Fertilität und Morbus Alzheimer werden die Zusammenhänge zwischen Störungen des circadianen Systems, insbesondere bezogen auf Schlafstörungen, und pathophysiologische Faktoren beschrieben.
20.08.2025
- 19.08.2026
A. Wiater
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3 CME-Punkte
Schlüsselwörter:Chronobiologie, Schlaf, Störungen der circadianen Rhythmik, Krankheitsursachen
Update 2025: Diese CME wurde aktualisiert und unter neuer VNR-Nummer ein weiteres Mal zertifiziert.
In den vergangenen Jahren hat sich immer deutlicher herausgestellt, wie vernetzt Chronobiologie und Medizin sind. Die Schnittmenge zwischen Chronobiologie und Medizin ist die Chronomedizin. Die Einhaltung eines stabilen circadianen Rhythmus zusammen mit gesunder ausgewogener Ernährung, die regelmäßige körperliche Aktivität und erholsamer Schlaf wirken sich nachhaltig positiv auf Gesundheit und gesundes Altern aus. Andererseits wirken sich Störungen der circadianen Rhythmik unmittelbar auf die Entstehung und den Verlauf von Krankheiten aus. Chronomedizinische Erkenntnisse ermöglichen im Krankheitsfall, personalisierte Therapien zielgerichtet einzusetzen und die medizinische Versorgungsqualität zu verbessern. Am Beispiel konkreter Krankheitsbilder wird dargestellt, wie chronomedizinische Gesichtspunkte in die medizinische Versorgung einbezogen werden können, um eine Optimierung der Therapie und Reduzierung von therapiebedingten Nebenwirkungen zu ermöglichen.
Das circadiane System reguliert den Blutdruck und die Herzfrequenz über den sympathischen Zweig des vegetativen Nervensystems. Große Veränderungen in Aktivität und Körperhaltung nach dem Aufwachen tragen zur kardiovaskulären Aktivierung bei (1). Erhöhte körperliche Aktivität wird von zusätzlichen circadianen Veränderungen begleitet, einschließlich erhöhter Cortisol-, Testosteron-, Insulin- und Glukosefreisetzung, die alle dazu beitragen, eine höhere Stoffwechselrate zu induzieren. Gleichzeitig mit dieser morgendlichen kardiovaskulären Aktivierung kommt es zu einem circadianen Anstieg der gerinnungsfördernden Faktoren im Blut, einschließlich der Aktivierung von Blutplättchen (2) und der Blutgerinnung (3). Personen, die morgens einen Myokardinfarkt erlitten haben, haben im Vergleich zu Herzinfarkten zu anderen Tageszeiten, mehr Folgeschäden und eine schlechtere Heilungschance (4), was auf circadiane Auswirkungen hindeutet. Der arterielle Blutdruck unterliegt physiologischerweise circadianen Schwankungen mit nächtlich niedrigeren Werten (dipping). Bei Patientinnen und Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe, Schwangerschaftsbluthochdruck und verschiedenen anderen Erkrankungen kann die nächtliche Blutdrucksenkung aufgehoben (non-dipping) sein oder es kommt sogar zu einer nächtlichen Blutdruckerhöhung (inverted/reverse dipping). Eine gestörte nächtliche Blutdruckregulation ist auch bei älteren Menschen mit Hinweisen auf Durchblutungsstörungen des Gehirns oder des Herzmuskels zu berücksichtigen. Sowohl eine unzureichende Nachtabsenkung oder ein Anstieg des Blutdrucks (non-dipper und inverted/reverse dipper), als auch eine zu starke Blutdrucksenkung (extreme dipper/overdipping) ist mit erhöhten gesundheitlichen Risiken verbunden. Bei diesen Patienten ist eine individuelle Pharmakotherapie unter besonderer Berücksichtigung der Dosierungsintervalle und Applikationszeiten notwendig (5). Morgendlich erhöhter Blutdruck begünstigt das Vorkommen von Herzinfarkten und ischämischen Schlaganfällen am frühen Morgen.
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