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Kaffeepause Allgemein- & Innere Medizin, Dermatologie, Gynäkologie, Gefäßmedizin, Orthopädie, Neurologie, Urologie, Pädiatrie Kaffeepause
Kaffee und Stimmung

Morgendlicher Kaffee kann die Stimmung positiv beeinflussen

Eine aktuelle Studie der Universitäten Bielefeld und Warwick zeigt: Kaffeekonsum kann die Stimmung positiv beeinflussen, steigert Glück und Enthusiasmus und reduziert zugleich negative Gefühle - unabhängig von individuellen Unterschieden in Schlafqualität, Depressivität oder Ängstlichkeit.


29.08.2025
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Kerndaten zur Studie

  • Stichprobe: 2 Studien, insgesamt 236 junge Erwachsene (18–29 Jahre) über 14 bzw. 28 Tage
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  • Methode: Experience-Sampling (7 Befragungen pro Tag, >28.000 Gesamtdatensätze)
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  • Ergebnisse:
    • Kaffeekonsum ↑ positive Affekte (v. a. morgens, in den ersten 2,5 h)
    • Kaffeekonsum ↓ negative Affekte, weniger konsistent
    • Effekte unabhängig von Schlafqualität, Depressivität, Ängstlichkeit

Der morgendliche Kaffeekonsum beeinflusst die Stimmung von regelmäßigen Kaffeetrinkern nachweislich positiv. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der Universität Bielefeld und der University of Warwick. Kaffee gehört für rund 80 % der Weltbevölkerung zum Alltag. 

In zwei Stichproben mit insgesamt 236 jungen Erwachsenen wurden die Teilnehmenden über einen Zeitraum von bis zu vier Wochen begleitet. Sie beantworteten siebenmal täglich Fragen zu ihrem aktuellen Befinden und Kaffeekonsum – insgesamt flossen mehr als 28.000 Erhebungen in die Analyse ein.

Positive Affekte durch Kaffee vor allem am Morgen

Die Auswertung zeigte, dass Kaffeekonsum signifikant mit einer Zunahme positiver Affekte assoziiert war – besonders in den ersten 2,5 Stunden nach dem Aufwachen. In dieser Phase berichteten die Teilnehmenden häufiger über Glück und Enthusiasmus. Negative Emotionen wie Traurigkeit oder Ärger nahmen zwar ebenfalls ab, jedoch weniger konstant über den Tagesverlauf. 

Zudem erwies sich das soziale Umfeld als bedeutsam: In geselligen Situationen war der Einfluss auf die Stimmung stärker ausgeprägt als beim Alleinkonsum.

Zusammenhänge unabhängig von individuellen Faktoren

Auffällig ist, dass die positiven Effekte weitgehend unabhängig von individuellen Voraussetzungen blieben. Weder die Intensität des regelmäßigen Konsums noch Unterschiede in Schlafqualität, depressiven Symptomen oder Angstsymptomen hatten einen messbaren Einfluss. Die Forschenden hatten zunächst erwartet, dass Personen mit höherer Ängstlichkeit negative Stimmungsveränderungen wie Nervosität nach Kaffeekonsum zeigen würden.

  • „Wir waren überrascht, dass wir keine Unterschiede zwischen Personen mit unterschiedlich starken Konsumgewohnheiten, unterschiedlicher Depressivität, Ängstlichkeit oder Schlafproblemen finden konnten. Der Zusammenhang zwischen Koffeinkonsum und positiven und negativen Emotionen war in all diesen Gruppen relativ ähnlich.“ 

- Justin Hachenberger, Erstautor der Studie, Universität Bielefeld

Nach Einschätzung von Hachenberger ist es jedoch plausibel, dass Personen, die wissen, dass sie sensibel auf Koffein reagieren, den Konsum eher vermeiden. In der Untersuchung waren solche Personen nicht vertreten, da ausschließlich Daten von regelmäßigen Konsumentinnen und Konsumenten ausgewertet wurden.

Offen bleibt, inwieweit die positiven Effekte auf die Linderung von Entzugserscheinungen zurückzuführen sind. Selbst bei moderatem Konsum können bereits leichte Entzugssymptome auftreten, die durch den ersten Kaffee oder Tee am Morgen abgemildert werden. Frühere Studien legen nahe, dass Stimmungsverbesserungen teilweise nur auf die Aufhebung solcher Symptome zurückgehen. Allerdings ist die Befundlage uneinheitlich, da Verbesserungen auch bei Nichtkonsumenten sowie bei Konsumenten ohne Entzugszustände beobachtet wurden.

Neurobiologische Mechanismen von Kaffeekonsum

Die stimulierende Wirkung von Koffein beruht vermutlich auf seiner Eigenschaft als Adenosinantagonist. Adenosin hemmt die Ausschüttung stimulierender Neurotransmitter wie Dopamin und Noradrenalin. Koffein verhindert diese Hemmung und fördert dadurch sowohl Wachheit als auch positive Affekte. 

Gleichzeitig birgt übermäßiger Konsum Risiken: Später Kaffeegenuss oder hohe Dosen können Nervosität, Angst und Schlafstörungen auslösen, insbesondere bei Personen mit erhöhter Vulnerabilität durch Stoffwechselvarianten oder psychische Vorerkrankungen.

Originalpublikation

Hachenberger J, Li YM, Realo A, Lemola S. The association of caffeine consumption with positive affect but not with negative affect changes across the day. Sci Rep. 2025;15:28536. doi:10.1038/s41598-025-14317-0. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1038/s41598-025-14317-0

Quelle: Universität Bielefeld

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