Skip to main content

Dieser Beitrag ist nur für Mitglieder verfügbar!

Orthopädie, Rheumatologie, Schmerztherapie, Medizin Orthopädie Orthopädie
Knieprothese

Neuer OP-Roboter macht Endoprothetik sicherer

Ein neu entwickelter OP-Roboter kann die Endoprothetik sicherer machen. So können Ärztinnen und Ärzte zukünftig bei Operationen wie dem Einsetzen einer Knieprothese auf riskante Knochenpins und externe Infrarotkameras verzichten.


28.08.2025
Teilen auf:
drucken Gefällt mir merken

Operationsroboter verwenden in der Orthopädie und Unfallchirurgie bislang sogenannte „Knochenpins“. Diese Stifte mit einer Dicke von circa 3,2 mm werden im Knochen verankert, um ihre exakte Position im Körper mithilfe eines Infrarotsystems zu ermitteln. Allerdings ist die Methode nicht ohne Risiken. Denn es kann zum Beispiel zu Knochenbrüchen oder Verletzungen von Muskeln und Weichteilen kommen. 

Kieprothese: Neuer OP-Roboter verwendet eigene Sensorik

Prof. Stefan Landgraeber von der Universität des Saarlandes und sein Team möchten orthopädische Eingriffe sicherer und schonender gestalten. Das neue Verfahren benötigt keine Knochenpins und externen Kamerasysteme. Der OP-Roboter verwendet hingegen seine eigene Sensorik. Indem er eine definierte Struktur – wie einen Knochen oder eine Knieprothese – gezielt ansteuert und abtastet, kann er deren räumliche Lage feststellen. Damit erstellt er ein dreidimensionales Modell des Operationsbereichs. Dieser Vorgang wird mit zweidimensionalen Röntgenaufnahmen unterstützt.


„Unser Roboter kann den Operationsbereich eigenständig abtasten und ein exaktes 3D-Modell erzeugen“, erklärt Landgraeber. „Das ermöglicht eine präzise Navigation und Platzierung von Schrauben und Bohrungen – ganz ohne externe Referenzsysteme.“

Prof. Stefan Landgraeber, Universität des Saarlandes am Campus Homburg


Präzise Navigation und Platzierung von Schrauben und Bohrungen durch OP-Roboter

„Unser Roboter kann den Operationsbereich eigenständig abtasten und ein exaktes 3D-Modell erzeugen“, erklärt Landgraeber. „Das ermöglicht eine präzise Navigation und Platzierung von Schrauben und Bohrungen – ganz ohne externe Referenzsysteme.“ Der entscheidende Vorteil: Das interne Koordinatensystem des Roboters bestimmt die Lagebeziehung zum Operationsobjekt und ersetzt somit das externe Infrarotsystem. Die neue Technologie ist bereits zum Patent angemeldet. 

Robotergestützte Verfahren in der Medizin weiterentwickeln

Die Wissenschaftler leisten mit der neuen Methode einen erheblichen Beitrag zur Fortentwicklung robotergestützter medizinischer Verfahren. Die immer weiter voranschreitende Automatisierung kann nicht nur die Qualität der chirurgischen Versorgung steigern, sondern auch dem Mangel an Fachkräften im Gesundheitsbereich entgegenwirken. Insbesondere in der Endoprothetik ist eine lange Ausbildungszeit notwendig. Hier könnte das Verfahren dazu beitragen, Operationen effizienter und sicherer auszuführen. Die Erfindung wurde unterstützt von „Triathlon – Ökosystem für Entrepreneurship, Innovation und Transfer an der Universität des Saarlandes“, das auch die Verwertung begleitet (s. Infobox).

Triathlon fördert Gründungen aus der Wissenschaft

Die Universität des Saarlandes bietet seit 1995 systematische Unterstützung für wissenschaftliche Gründerinnen und Gründer. Im Jahr 2023 wurde diese jahrelange Erfahrung mit dem Projekt „Triathlon – Ökosystem für Entrepreneurship, Innovation und Transfer“ unter einem gemeinsamen Dach zusammengeführt. 

Triathlon bietet umfassende Unterstützung und Begleitung für Gründungs-, Technologie- oder Wissenstransferideen und setzt diese wirtschaftlich und operativ um. In den letzten Jahrzehnten wurden mehr als 550 Unternehmensgründungen gefördert, die etwa 4.000 Arbeitsplätze aus der Universität hervorgebracht haben. Das Triathlon-Team betreut jährlich im Schnitt etwa 120 Gründungsvorhaben, aus denen rund 30 tatsächliche Gründungen hervorgehen. Information: www.uds-triathlon.de

Welche Bewertung würden Sie dem Beitrag im Allgemeinen geben?
Bitte Bewerten Sie die Umfrage.