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Orthopädie, Medizin, Leitlinien Orthopädie Gefäßmedizin, Orthopädie, Leitlinien
Polymyalgia

Aktualisierte Leitlinie 2025 zur Polymyalgia rheumatica

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e. V. (DGRh) hat eine aktualisierte S2e-Leitlinie zur Behandlung der Polymyalgia rheumatica (PMR) veröffentlicht. Sie bietet Ärztinnen und Ärzten eine strukturierte, evidenzbasierte Orientierung für Diagnostik und Therapie dieser häufigen entzündlich-rheumatischen Erkrankung.


04.09.2025
L. Abraham
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Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e. V. (DGRh) veröffentlichte im April 2025 aktualisierte S2e-Leitlinie zur Polymyalgia rheumatica. Diese entzündlich-rheumatische Erkrankung betrifft überwiegend Menschen über 50 Jahre und geht mit starken Schmerzen sowie Steifigkeit in Schulter- und Hüftregion einher. Mit der neuen Leitlinie erhalten Ärztinnen und Ärzte daher eine strukturierte, evidenzbasierte Grundlage für Diagnostik und Therapie der Polymyalgia.

Polymyalgia: Frühe Abklärung und klare Therapieziele

Die Leitlinie formuliert erstmals das übergeordnete Prinzip, Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf PMR frühzeitig einem rheumatologischen Facharzt vorzustellen. Auf diese Weise steigt die Diagnosesicherheit, und zugleich können Ärztinnen und Ärzte rasch eine individuell angepasste Therapie einleiten.

Während die Erstabklärung beim Rheumatologen liegt, übernehmen Hausärzte die stabile Weiterbehandlung unter Glukokortikoid-Monotherapie, sodass eine lückenlose Versorgung gewährleistet bleibt.

Das zentrale Ziel lautet, eine Remission zu erreichen und dauerhaft zu halten. Deshalb sieht die aktualisierte Fassung engmaschige Kontrollintervalle vor, die Ärztinnen und Ärzte nach Stabilisierung schrittweise verlängern können. Darüber hinaus erleichtert die überarbeitete Struktur den Zugang zu relevanten Inhalten, wodurch Entscheidungen im Praxisalltag effizienter getroffen werden.

Glukokortikoidtherapie

Glukokortikoide bleiben Standard, allerdings straffte die Leitlinie die Empfehlungen und ordnete sie neu. Die Expertengruppe definierte erstmals einen klaren Zeitrahmen für die Therapiedauer.

Ärztinnen und Ärzte sollen die Behandlung unmittelbar nach Diagnosestellung mit festgelegten Initialdosen beginnen. Anschließend reduzieren sie die Dosis schrittweise und führen begleitende Kontrollen durch, damit sich die Krankheitsaktivität gezielt steuern lässt und Nebenwirkungen frühzeitig erkannt werden.

Darüber hinaus empfiehlt die Leitlinie Interleukin-6-Rezeptor-blockierende Substanzen, insbesondere bei rezidivierender Polymyalgia oder bei erhöhtem Risiko für Steroid-Nebenwirkungen. Auf diese Weise stehen nun zusätzliche Therapieoptionen für komplexe Krankheitsverläufe zur Verfügung.

Ergänzende Maßnahmen bei PMR

Die Leitlinie fordert Ärztinnen und Ärzte zudem auf, älteren und gebrechlichen Patientinnen und Patienten ein individuelles Übungsprogramm anzubieten. Auch wenn die Evidenzlage begrenzt ist, sprechen klinische Erfahrung und Plausibilität dafür, dass physiotherapeutische Maßnahmen Muskelkraft und Beweglichkeit fördern und dadurch die Lebensqualität bei PMR deutlich verbessern.

Neuerungen auf einen Blick:

Übergeordnete Prinzipien: Frühe rheumatologische Abklärung, Ausschluss von Differenzialdiagnosen, Ziel Remission mit regelmäßigen Kontrollen.

Glukokortikoid-Therapie: bliebt Therapie der ersten Wahl mit abgestufter Dosierung und schrittweiser Reduktion.

Therapiedauer: erstmals Therapiedauer für Glukokortikoid definiert; Ziel: Begrenzung der Steroidexposition.

Neu: Behandlungsergänzung durch IL-6-Rezeptor-Blocker bei Rezidiven oder hohem Steroidrisiko; Alternativen: Methotrexat, Rituximab.

Nicht-pharmakologisch: zusätzlich zur medikamentösen Therapie individuelles Übungsprogramm für ältere/gebrechliche Patienten.

„Mit der aktualisierten Leitlinie liefern wir eine praxisnahe Grundlage für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit PMR."

- Prof. Frank Buttgereit, federführender Autor der Leitlinie aus Berlin

Verbesserungen für die Versorgung

Die Polymyalgia rheumatica (PMR) betrifft in Deutschland rund 70.000 Menschen, wobei Frauen häufiger erkranken. Charakteristisch sind plötzlich einsetzende Schmerzen und Steifigkeit, insbesondere morgens, häufig begleitet von allgemeinen Symptomen wie Abgeschlagenheit, Fieber und Gewichtsverlust. Daher ist eine frühzeitige, zielgerichtete Behandlung entscheidend, weil sie die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessern kann.

Die aktualisierte Leitlinie bringt konkrete Verbesserungen: Sie ermöglicht eine frühzeitige Diagnostik durch rheumatologische Expertise, unterstützt individuell angepasste Therapiepläne und reduziert das Nebenwirkungsrisiko durch optimierte Glukokortikoidstrategien. Außerdem stehen heute bei komplexen Verläufen zusätzliche Therapieoptionen zur Verfügung, sodass die Versorgung insgesamt deutlich gestärkt wird.

Quelle:  Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e. V. (DGRh)

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