Skip to main content

Dieser Beitrag ist nur für Mitglieder verfügbar!

Neurologie, Medizin Neurologie Neurologie, Biofaktoren, Nervensystem

 Nehmen Sie teil an unserem CME-Fortbildungsbeitrag:

BDNF-Spiegel

Biofaktoren und Bewegung in der Demenzprävention

Welche Rolle Biofaktoren in der Demenzprävention sowie körperliche Aktivität spielen können, zeigt dieser Beitrag. Besonders der Brain-Derived Neuro­trophic Factor spielt dabei eine zentrale Rolle. 


05.09.2025
D. Birkelbach
Teilen auf:
drucken Gefällt mir merken

Bei jeder körperlichen Bewegung setzt die Skelettmuskulatur hormonähnliche Botenstoffe frei, sogenannte „Myokine“. Diese haben vielfältige Wirkungen: Sie fördern nicht nur die Muskelkraft, sondern wirken entzündungshemmend und immunmodulierend und zeichnen sich durch endokrine Eigenschaften aus, die zahlreiche Organe und Funktionen im Körper beeinflussen. Besonders wichtig sind die Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, die Immunabwehr und den Stoffwechsel.1,2,3,4

Bewegung und BDNF: Einfluss auf die kognitive Leistungsfähigkeit5,6

Regelmäßige Bewegung steigert nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit, sondern hat auch positive Auswirkungen auf die geistige Gesundheit. Bewegung fördert die Produktion des Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF), einem neurotrophen Faktor, der eine entscheidende Rolle in der Neuroplastizität spielt.

Der BDNF

  • unterstützt die Bildung neuer Nervenbahnen und Synapsen,
  • fördert das Wachstum und Überleben von Nervenzellen,
  • verbessert das Lern- und Erinnerungsvermögen und
  • trägt zur neuronalen Gesundheit bei.

Ein niedriger BDNF-Spiegel wird mit einem erhöhten Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz assoziiert.

BDNF und Demenz: Welche Rolle spielt Magnesium?7,8,9

Magnesium übernimmt eine wesentliche Funktion bei der Neuroplastizität, also der Fähigkeit des Gehirns, neue neuronale Verbindungen zu bilden und bestehende zu stärken. Der Biofaktor stimuliert die Bildung von BDNF, der wiederum essenziell für Wachstum, Differenzierung und Überleben von Nervenzellen ist.

Fazit: Die Kombination aus Bewegung, einer optimalen Magnesiumversorgung und der dadurch unterstützten BDNF-Expression stärkt nicht nur das Gedächtnis, sondern fördert auch die motorische Koordination und neuronale Resilienz. Diese Faktoren tragen zur Prävention von Demenz und anderen neurodegenerativen Erkrankungen bei.

Biofaktoren in der Demenzprävention: Magnesiummangel ausgleichen10,11

Ein Magnesiummangel kann oral durch Tagesdosen von etwa 300 mg Magnesium, gelegentlich höher, ausgeglichen werden. Dabei ist auf eine gute Bioverfügbarkeit der Magnesiumverbindungen zu achten. Organisch gebundene Magnesiumsalze, beispielsweise Magnesiumorotat, zeichnen sich durch eine hohe Bioverfügbarkeit aus.

Für die kognitive Gesundheit auch an diese Biofaktoren denken12,13,14

Biofaktoren in der Demenzprävention sind ein wichtiger Ansatzpunkt. Vitamin D unterstützt die BDNF-Expression im Gehirn und könnte dadurch ebenfalls zur Erhaltung der kognitiven Leistungsfähigkeit und Prävention neurodegenerativer Erkrankungen wie der Demenz beitragen. 

Zink kann nicht nur chronische Entzündungen reduzieren, die oft mit neurodegenerativen Erkrankungen in Verbindung stehen. Der Biofaktor spielt auch eine Rolle bei der Neuroplastizität, die für die Bildung und Stärkung neuronaler Verbindungen entscheidend ist. Studien konnten zeigen, dass ein Zinkmangel die BDNF-Produktion beeinträchtigen kann, was sich negativ auf die neuronale Gesundheit und kognitive Funktionen auswirkt.

Fazit für die Praxis

Ein optimaler BDNF-Spiegel – unterstützt durch regelmäßige Bewegung und eine optimale Versorgung mit Magnesium, Vitamin D und Zink – ist entscheidend für den Schutz der kognitiven Funktionen im Alter. Ein Mangel dieser Biofaktoren sollte daher gezielt ausgeglichen werden.

1 Fengna L et al.: Myokines and adipokines: Involvement in the crosstalk between skeletal muscle and adipose tissue. Cytokine Growth Factor Rev 2017 Feb; 33: 73-82 

2 Görgens SW et al.: Exercise and Regulation of Adipokine and Myokine Production. Prog Mol Biol Transl Sci 2015; 135: 313-336 

3 Pedersen BK, Febbraio MA: Muscles, exercise and obesity: skeletal muscle as a secretory organ. Endocrinol 2012; 8: 457-465 

4 Lee JH, Jun HS: Role of Myokines in Regulating Skeletal Muscle Mass and Function. Front Physiol 2019 Jan 30; 10: 42 

5 Ismail NA et al.: A narrative review of brain-derived neurotrophic factor (BDNF) on cognitive performance in Alzheimer’s disease. Growth Factors 2020 Jun-Jul; 38 (3-4): 210-225 

6 Weinstein G et al. Serum brain-derived neurotrophic factor and the risk for dementia: the Framingham Heart Study. JAMA Neurol 2014 Jan; 71(1): 55-61 

7 Classen HG et al.: Magnesium in human therapy. Metal Ions in biolocical systems (Vol. 41): Metal Ions and their complexes in medication. Hrsg: Sigel A, Sigel H. M. Dekker Inc., New York & Basel, 2004 

8 Liduori S et al.: Role of Magnesium in Skeletal Muscle Health and Neuromuscular Diseases: A Scoping Review. Int J Mol Sci 2024 Oct 18; 25(20): 11220 

9 Abiri B et al.: Randomized study of the effects of vitamin D and/or magnesium supplementation on mood, serum levels of BDNF, inflammation, and SIRT1 in obese women with mild to moderate depressive symptoms. Nutr Neurosci 2022 Oct; 25(10): 2123-2135 

10 Rylander R: Bioavailability of magnesium salts – A review. J Pharm Nutr Sci 2014; 4: 57-59 

11 Blancquaert L et al.: Predicting and Testing Bioavailability of Magnesium Supplements. Nutrients 2019 Jul 20; 11(7): 1663 

12 Agh F: The Effect of Zinc Supplementation on Circulating Levels of Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF): A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Int J Prev Med. 2022 Sep 20; 13: 117 

13 Travaglia A, La Mendola D: Interactions With Brain-Derived Neurotrophic Factor and Related Peptide Fragments. Vitam Horm 2017:104:29-56. 

14 Sun R etal.: Zinc in Cognitive Impairment and Aging. Biomolecules 2022 Jul 18; 12(7): 1000

Die Gesellschaft für Biofaktoren e. V. (GfB) ist ein gemeinnütziger Verein, der das Ziel verfolgt, die wissenschaftlichen Grundlagen der Therapie und Prophylaxe mit Biofaktoren zu fördern. Weitere Informationen: www.gf-biofaktoren.de

Autorin

Dr. Daniela Birkelbach

Gesellschaft für Bio­faktoren e. V.

daniela.birkelbach(at)gf-biofaktoren.de 

www.gf-biofaktoren.de

GFB-Symposium

Internationales GfB-Online-Symposium 2025 – Jetzt registrieren! 

Am 25. Oktober 2025 veranstaltet die Gesellschaft für Biofaktoren e. V. ihr mit 4 CME-Punkten zertifiziertes internationales Online-Symposium zum Thema 

Das metabolische Syndrom – Biofaktoren im Fokus 
Wissenschaftliche Erkenntnisse und fundierte Praxistipps 

Das metabolische Syndrom spielt eine wichtige Rolle bei neurodegenerativen Erkrankungen und kognitiven Störungen, weshalb das Thema auch für Neurologen relevant ist. Biofaktoren eröffnen wertvolle Möglichkeiten zur Prävention und Therapie neurologischer Beschwerden. 

Die Zertifizierung ist beantragt und die Teilnahme ist kostenfrei. 
Sie erhalten aktuelles Praxiswissen und Fortbildungspunkte. 

Hier können Sie sich direkt anmelden: t1p.de/GfB-Symposium

 Nehmen Sie teil an unserem CME-Fortbildungsbeitrag:

Welche Bewertung würden Sie dem Beitrag im Allgemeinen geben?
Bitte Bewerten Sie die Umfrage.