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Angiologie, Gefäßchirurgie, Gefäßmedizin, Medizin, Phlebologie Gefäßmedizin Gefäßmedizin, vasomed
vasomed 5/25

Messer wetzen, Katheter oder Schaumparty: Wann mache ich was bei Varikose?

Die Therapie der Varikose stellt eine stetige Herausforderung im klinischen Alltag dar, bei der die Wahl der besten Behandlungsmethode immer individuell und unter Berücksichtigung der spezifischen Befunde des Patienten getroffen werden sollte. 


04.09.2025
J. Schäfer
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Neben den medizinischen Aspekten spielen dabei auch die Wünsche und Präferenzen des Patienten eine entscheidende Rolle, weshalb eine ausführliche Aufklärung über die verschiedenen therapeutischen Optionen unerlässlich ist. In vielen Fällen kann eine Kombination von Methoden – sowohl innerhalb eines Eingriffs als auch zeitlich gestaffelt – zu einer optimalen Lösung führen.

Operationen bei Varikose

Die operative Therapie umfasst eine Vielzahl von Verfahren. Dabei lassen sich venenentfernende Verfahren, wie Crossektomie, Stripping und Phlebektomie, von venenerhaltenden Konzepten, wie CHIVA und ex­traluminaler Valvuloplastie, unterscheiden. Grundsätzlich sind alle Formen der Varikose (ausgenommen Besenreiser) mit duplexsonographisch nachweisbarem Reflux einem offen-operativen Eingriff zugänglich. Zu den gängigen Indikationen für eine Varizenoperation zählen Stamm­varikose, accessorische Varikose, Ast­varikose, Rezidivvarikose,  Varizen im Zusammenhang mit venösen Angiodysplasien sowie oberflächliche Venenthrombose und Varizenblutungen. Das therapeutische Konzept sollte sich stets am Ursprung des Refluxes orientieren und nur den krankhaften Venenabschnitt beinhalten, um bestmögliche Behandlungsergebnisse zu erzielen.

Endovenöse Verfahren bei Varikose

Die endovenösen Verfahren, insbesondere die endovenöse thermische Ablation (EVTA), haben sich im Laufe der Jahre als eine standardisierte Behandlungsmethode etabliert. Dabei wird meist entweder Laserlicht oder Radiofrequenzenergie verwendet, um die betroffene Vene zu verschließen. Die EVTA hat in vielen Ländern die traditionelle chirurgische Stripping-Operation bei der Behandlung der klassischen Stammvarikose weitgehend ersetzt, da sie minimalinvasiv ist und eine schnellere Genesung mit weniger postoperativen Beschwerden ermöglicht. Weitere Indikationen umfassen sowohl die insuffizienten Venae saphenae accessoriae anteriores und posteriores, Perforansinsuffizienzen, langstreckige Varizen bei venösen Malformationen als auch die Rezidivvarikose. Ergänzend finden sich noch nicht-thermische Kathetermethoden, wie die mechanochemische Ablation und die Anwendung von Venenklebern. Diese Techniken verschließen die betroffenen Venen durch mechanische und chemische Prozesse oder durch den Einsatz von biokompatiblen Klebstoffen.

Sklerosierungstherapie bei Varikose

Die Sklerosierungstherapie als minimalinvasives Verfahren ist weitreichend etabliert zur Behandlung der Varikose. Sie basiert auf der gezielten Injektion eines Verödungsmittels in die betroffene Vene. Diese Methode führt zu einer Schädigung der Venenwand, wodurch die Vene verschlossen und das betroffene Venensegment abgebaut wird. Die Sklerosierungstherapie ist für alle Formen der Varikose geeignet. Zahlreiche Studien und Literaturübersichten bestätigen die Effektivität der Sklerosierung bei der Behandlung von Insuffizienzen der Stammvenen, Seitenästen, Perforansvenen, retikulären Venen und Besenreisern. Sie bietet eine hohe Vielseitigkeit und wird auch in schwierigen Bereichen wie der Beckenregion (z. B. pudendale oder pelvine Varizen), periulzerösen Varizen oder venösen Malformationen empfohlen.

Fazit

Die Entscheidung, welches Verfahren angewendet werden soll, erfordert eine präzise Diagnostik und eine umfassende Berücksichtigung der klinischen Situation des Patienten. In Übereinstimmung mit den aktuellen Leitlinien sollten die Patientenentscheidung und die Wahl des Verfahrens auf einer sorgfältigen Abwägung der individuellen Gegebenheiten basieren. Zukünftige Studien werden dazu beitragen, die optimale Behandlung weiter zu präzisieren und die Anwendung der verschiedenen Verfahren noch zielgerichteter zu gestalten (1, 2).
 

Literatur
  1. De Maeseneer MG, Kakkos SK, Aherne T et al. Editor’s Choice – European Society for Vascular Surgery (ESVS). 2022 Clinical Practice Guidelines on the Management of Chronic Venous Disease of the Lower Limbs. Eur J Vasc Endovasc Surg. 2022;63(2):184–267.
  2. Pannier F, Noppeney T, Alm J et al. S2k guidelines: diagnosis and treatment of varicose veins. Hautarzt 2022;73(S1):1–44.  
Korrespondenzadresse
Dr. Jana Schäfer

Dr. med. Jana Schäfer
Universitätsklinikum Bonn AöR
Klinik für Dermatoonkologie und Phlebologie
Zentrum für Hauterkrankungen
Venusberg-Campus 1
53127 Bonn
jana.schaefer(at)ukbonn.de