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vasomed 5/25

Kompressionstherapie 4.0 in der Wundbehandlung

Die medizinische Kompressionstherapie gilt als unverzichtbare Basismaßnahme im Rahmen phlebologischer und lymphologischer Erkrankungen, insbesondere in der Therapie fortgeschrittener Venenleiden und chronischer Wunden, wie z.B. einem Ulcus cruris venosum (1).


04.09.2025
S. Reich-Schupke
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Sie kann sowohl in der Therapie als auch in der (Rezidiv-)Prophylaxe des Ulcus cruris venosum (UCV) allein oder in Kombination mit anderen Maßnahmen eingesetzt werden. Die Anwendung der medizinischen Kompressionstherapie beim UCV erfordert neben der fachlichen und praktischen Expertise des Behandlungsteams auch die Berücksichtigung der Präferenz des Patienten sowie eine entsprechende Edukation, um die notwendige Therapieadhärenz zu erreichen. Für die medizinische Kompressionstherapie beim UCV stehen unterschiedliche Kompressionsmittel zur Verfügung. Sie werden in der Entstauungs- und in der Erhaltungsphase mit unterschiedlicher Gewichtung eingesetzt. Bei der Auswahl der Kompressionsversorgung sollen Diagnose, Beschwerden und Präferenz des Patienten einerseits sowie Erfahrung und Fähigkeiten des Anwenders andererseits berücksichtigt werden (2). 

Kompressionstherapie mit Medizinischen Adaptiven Kompressionssystemen

In den letzten 20 Jahren hat das Materialportfolio der Kompressionstherapie beim UCV eine rasante  Evolution erfahren. Ausgehend von der Anwendung klassischer phlebologischer Kompressionsverbände mit Kurzzugbinden (Phase 1.0) folgte die Entwicklung von einfacher handhabbaren Mehrkomponentensystemen mit zwei bis vier Lagen bzw. Komponenten (Phase 2.0). Es folgten zweilagige medizinische Kompressionsstrumpfsysteme (Phase 3.0). Aktuell befinden wir uns in der Phase 4.0 mit Medizinischen Adaptiven Kompressionssystemen (MAK). Letztere bieten im Vergleich zu den vorhergehenden Optionen zahlreiche Vorteile wie z. B.: 

  • Alltagstaugliche Anwendung in der Entstauungs- und Erhaltungsphase
  • Stetige Anpassung an veränderliche Beinform möglich
  • Nach entsprechender Schulung einfaches, rasches und reproduzierbares Anlegen ohne Anziehhilfen auch durch Laien und Patienten möglich  
  • Im Vergleich zu klassischen Verbänden weniger Volumen und dadurch Vorteile bezüglich Schuhwerk, Kleidung und Beweglichkeit im Sprunggelenk
  • Nachjustieren im Tagesverlauf einfach möglich, um Druckminderungen zu vermeiden
  • Einfaches Ablegen durch den Betroffenen selbst z. B. zur Nacht
  • Je nach Hersteller auch Kontrolle des Anpressdrucks möglich

Bisher fehlt leider ein mit medizinischen Kompressionsstrümpfen vergleichbares Klassifikationssystem der MAKs, um die Eigenschaften der Produkte weiter zu charakterisieren, miteinander vergleichbar zu machen und die Auswahl im klinischen Alltag zu erleichtern. 

Fazit zur Kompressionstherapie beim Ulcus cruris venosum

Die Kompressionstherapie beim UCV ist unverzichtbar in der Therapie und (Rezidiv-)Prophylaxe. Sie kann mit verschiedenen Materialien allein oder in Kombination mit interventionellen oder operativen Maßnahmen eingesetzt werden. Insbesondere die modernste Variante der Kompressionsmittel, die MAKs, bieten zahlreiche Vorteile in der Anwendung. 
 

Literatur
  1. Rabe E et al. S2k Leitlinie. Medizinische Kompressionstherapie der Extremitäten mit Medizinischem Kompressionsstrumpf (MKS), Phlebologischem Kompressionsverband (PKV) und Medizinischen adaptiven Kompressionssystemen (MAK). https://register.awmf.org/assets/guidelines/037-005l_S3k_Medizinische-Kompressionstherapie-MKS-PKV_2019-05_abgelaufen.pdf, Letzter Zugriff: 04.08.2025
  2. Valesky E et al. S2k Leitlinie: Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum. https://register.awmf.org/assets/guidelines/037-009l_S2k_Diagnostik-Therapie-Ulcus-cruris-venosum__2024-01_1.pdf; Letzter Zugriff: 04.08.2025
     
Korrespondenzadresse
Prof. Stefanie Reich-Schupke

Prof. Dr. med. Stefanie Reich-Schupke
Privatpraxis für Haut- und Gefäßmedizin 
Hertener Str. 27
45657 Recklinghausen 
info(at)haut.nrw