Neue arte-Dokumentation zu Dissoziativer Identitätsstörung
Arte widmet der kontrovers diskutierten Diagnose “Dissoziative Identitätsstörung (DIS)”, früher bekannt als Multiple Persönlichkeitsstörung, eine neue Dokumentation.
Laut Studien der World Health Organisation (WHO) entsteht eine Dissoziative Identitätsstörung (DIS) meist durch schwere, chronische Gewalt in der frühen Kindheit Betroffener. Die frühkindlichen Traumata führen zu einer gespaltenen Entwicklung verschiedener Persönlichkeitsanteile, die sich im Alltag abwechseln und im Laufe des Lebens oft unterschiedliche Erinnerungen sammeln. Trotzdem herrscht noch Skepsis an der Diagnose.
Das geteilte Ich – Leben mit dissoziativer Identitätsstörung
In “Das geteilte Ich – Leben mit dissoziativer Identitätsstörung", begleitet das Filmteam eine Betroffene (bzw. die verschiedenen betroffenen Persönlichkeitsanteile innerhalb eines Körpers) und zeigen, wie eine DIS im Alltag aussehen kann. Es äußern sich die französische Professorin Coraline Hingray, Psychiaterin und klinische Forscherin aus Nancy, die sich in ihrer Arbeit mit der Identifizierung dissoziativer Mechanismen und deren Einfluss auf die Erfahrungen und Wahrnehmungen von Patientinnen und Patienten beschäftigt. Auch Psychiaterin Dr. Wiebke Voigt aus Essen erzählt von den Erfahrungen, die sie während Ihrer Arbeit mit Patientinnen und Patienten sammeln konnte. Die Ärztinnen argumentieren gemeinsam mit Dr. Alexander Jatzko und dem niederländischen Traumaforscher Dr. Ellert Nijenhuis gegen skeptische Stimmen, die in der Dokumentation von Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Dr. med. Jörg M. Fegert repräsentiert werden. Er warnt zum Beispiel vor therapeutisch induzierten Erinnerungen der Patientinnen und Patienten.
Die Doku ist eine Produktion der Flemming Postproduction im Auftrag des ZDF in Zusammenarbeit mit arte. Bis zum 05.03.2026 ist sie mit einer Laufzeit von 54 Minuten in der Arte-Mediathek und auf YouTube verfügbar. Regie führte Liz Wieskerstrauch.