RSV-Immunisierung zeigt Wirkung
Ein Jahr nach der Einführung der RSV-Immunisierung für Neugeborene und Säuglinge in Deutschland zeigen erste Auswertungen einen deutlichen Erfolg: Die Zahl schwerer Atemwegsinfektionen bei den Kleinsten ist spürbar gesunken.
Seit August 2023 gibt es erstmals eine wirksame Möglichkeit, Kinder zuverlässig vor dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) zu schützen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit Juni 2024, dass alle Neugeborenen und Säuglinge den Antikörper Nirsevimab erhalten sollen.
Weniger Krankenhausaufenthalte in der RSV-Saison 2024/25
Die Erfahrungen aus der ersten Saison nach STIKO-Empfehlung für die Immunisierung mit Nirsevimab sind ermutigend. Eine erste bundesweite Auswertung des Robert Koch Instituts von bundesweiten Meldedaten weist darauf hin, dass die Zahl der mit RSV in Zusammenhang stehenden Krankenhausaufenthalte bei Säuglingen unter einem Jahr in der RSV-Saison 2024/25 im Vergleich zur vorherigen Saison ohne bestehende STIKO-Empfehlung um mehr als die Hälfte gesunken.1 Auch die besonders schweren Verläufe scheinen abgenommen zu haben: Offenbar mussten weniger Kinder auf Intensivstationen behandelt werden.1 Erste internationale Studien scheinen diesen Trend zu stützen. In anderen europäischen Ländern konnte die Rate schwerer RSV-Erkrankungen bei Babys durch die Immunisierung Berichten zufolge um bis zu siebzig Prozent reduziert werden.2,3
„Die Einführung der RSV-Immunisierung ist ein wichtiger Meilenstein für die Kindergesundheit in Deutschland", betont Prof. Dr. Berthold Koletzko, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. „Wir sehen bereits nach kurzer Zeit einen beachtlichen Rückgang schwerer Erkrankungen bei den Jüngsten. Das bedeutet weniger Leid für Familien und zugleich eine spürbare Entlastung für unsere Kinderkliniken, die in den Wintermonaten regelmäßig an ihre Grenzen stoßen."
Mehrere Wege zum Schutz
Ergänzend steht seit August 2023 auch die Möglichkeit einer Impfung für werdende Mütter in der Schwangerschaft zur Verfügung. Schwangere Frauen können sich zwischen der 32.-36. Schwangerschaftswoche immunisieren lassen, sodass ihre Antikörper über die Plazenta auf das ungeborene Kind übergehen und in den ersten Lebensmonaten Schutz bieten. Diese RSV-Prophylaxe ist bisher jedoch nicht von der STIKO empfohlen. Für ältere Erwachsene ab 60 Jahren wurden zusätzlich Impfstoffe zugelassen, da auch sie bei einer Infektion ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben.
1 Dtsch Arztebl Int 2025; 122: 472-3; DOI: 10.3238/arztebl.m2025.0111
2 EErnst C, Bejko D, Gaasch L, et al. Eurosurveillance 2024; 29: 2400033
3 Mazagatos C, Mendioroz J, Rumayor Mercedes B, et al. Influenza Other Respir Viruses 2024; 18: e13294
Quelle: Stiftung Kindergesundheit