Bernd und Hilla Becher – große Fotokünstler
Viele Ausstellungen im In- und Ausland haben das Ehepaar Bernd und Hilla Becher schon gewürdigt. Trotzdem ragt die jetzt in Köln in der SK-Stiftung Kultur gezeigte Ausstellung heraus. Sie zeigt auch die wichtigen Stationen des künstlerischen Werdegangs der beiden und akribisch den Entstehungsprozess ihrer Arbeiten.
Hilla Becher: Pflanzenstudie, Photogramme, 1960er Jahre.
© Estate Bernd & Hilla Becher, vertreten durch Max Becher; Courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – Bernd und Hilla Becher Archiv, Köln.
© Estate Bernd & Hilla Becher, vertreten durch Max Becher, Courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – Bernd und Hilla Becher Archiv, Köln, 2025.
Bernd und Hilla Becher: Hochofen, ca. 1930, Hochofenwerk, Esch, Luxemburg, Photo 1969, Gelatinesilberabzug, 40,4 x 31,5 cm.
© Estate Bernd & Hilla Becher, vertreten durch Max Becher; Courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – Bernd und Hilla Becher Archiv, Köln.
Zitierweise: HAUT 2025; 36 (5): 290
Ein Film aus Familienbesitz dokumentiert die Fotoarbeit der Bechers in den 1960er-Jahren in den USA mit den dortigen Hochöfen, Förder- und Wassertürmen sowie Gasbehältern und Silos. Hier wird deutlich, welche logistische Leistung ihre Arbeit erst ermöglichte und welche Schwerarbeit hierfür erforderlich war: Nur ein VW-Bulli konnte die notwendigen Gerätschaften transportieren.
Dokumentation vor dem Abriss
Bilder aus der frühen künstlerischen Arbeit sind ebenso zu sehen wie Bilder zur Lehrtätigkeit der Bechers. Schon früh zeigte sich das immense zeichnerische und grafische Talent der beiden. Die Früchte des Teamworks werden ebenso hervorgehoben wie der wichtige Beitrag von Hilla Becher. Den Mittelpunkt der Ausstellung bilden 300 Fotos, oft in ganzen Serien und in den von den Künstlern zu Lebzeiten gewünschten Abfolgen. Die Spannweite dieser Fotoserien reicht von Fachwerkbauten im Westerwald und Siegerland über Arbeitersiedlungen im Ruhrgebiet bis zu den großen Industrieanlagen in den USA, die der Zukunft nicht standhalten konnten. Bernd Becher betonte wiederholt, wie schnell die Dokumentation erfolgen musste, um dem Abriss zuvorzukommen.
Stil wird Becher-Schule genannt
Das Werk der Bechers wurde so stilbildend, dass man heute von der Becher-Schule spricht, zu der die wichtigsten Fotografen der Gegenwart gezählt werden.
Information
„Bernd und Hilla Becher – Geschichte einer Methode“ bis 1. Februar 2026.
Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, 50670 Köln,
Tel.: 0221/88895 300,
E-Mail: photographie(at)sk-kultur.de ,
www.photographie-sk-kultur.de.
Eintritt: 7,50 Euro, ermäßigt 4,50 Euro, freier Eintritt am 1. Donnerstag im Monat.
Öffnungszeiten: täglich außer mittwochs, 14 – 19 Uhr.
Dr. Ernst Wanner